Es gibt sie immer wieder: Dachbodenfunde, die ihren nichts ahnenden Besitzern ein Vermögen einbringen und international für Schlagzeilen sorgen. Die sechs sensationellen Beispiele haben wir für Sie einmal zusammengestellt.
6. Eine Chinesische famille rose-Vase

Diese Porzellanvase wurde in einer Kiste auf dem Dachboden eines kleinen Hauses im ländlichen Frankreich entdeckt. Dort hatte sie mehrere Dekaden zugebracht, nachdem die Großeltern der Eigentümer sie 1947 geerbt hatten.
Nach der Entdeckung wurde die Vase in Zeitungspapier gehüllt und in einen Schuhkarton umgebettet. So machte man sich mit der Eisenbahn auf den Weg zu Sotheby’s in Paris. Die dortige Enthüllung des Fundstücks verursachte bei den Experten des Auktionshauses eine Art Schockzustand.
Bei der Vase handelte es sich nämlich nicht um irgendein billiges Souvenir, sondern um eine Yangcai famille-rose-Porzellanvase, die während der Qianlong-Periode (1736-95) in einer der kaiserlichen Werkstätten in Jingdezhen angefertigt worden war. Yangcai bedeutet „fremde Farben“, da diese zunächst aus Europa eingeführt wurden.
Sotheby’s schätzte den Preis dennoch vorsichtig auf „nur“ 500.000-700.000 Euro. Tatsächlich viel zu wenig, wie sich bei der Versteigerung herausstellte, als die Vase für über 16 Millionen Euro den Besitzer wechselte.
5. Eine rekordverdächtige Omega Speedmaster

Der Markt für Armbanduhren will einfach nicht aufhören zu wachsen. Daher verwundert es nicht, dass immer wieder neue Rekorde erzielt werden.
Was aber dennoch überrascht, ist, wenn eine vollkommen unberührte und beispiellose Omega Speedmaster 2915-1 plötzlich auf einem Dachboden zutage tritt. Die Uhr, die 2017 bei Bukowskis versteigert wurde, wurde vom Sohn ihres Besitzers in einer kleinen Box auf dem Dachboden entdeckt. Auch hier war man sich über den wahren Wert des Fundstücks nicht bewusst.
Bei ihrer Versteigerung zog die Uhr zehn Bieter aus aller Welt an, der siegreiche unter ihnen durfte sie für 1,85 Millionen SEK (ca. 185.000 Euro) mit nach Hause nehmen (wo sie sicherlich nicht auf dem Dachboden verstaut wurde). Der erzielte Preis bedeutete nicht nur einen Rekord für Bukowskis, sondern auch einen neuen Weltrekord für eine Armbanduhr von Omega.
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4. Marie Krøyers Kunstwerke

Vor rund zwanzig Jahren wurde auf einem Dachboden im schwedischen Dalarna eine Sammlung von fast sechzig bis dato unbekannten Gemälden und Zeichnungen der dänischen Künstlerin Marie Krøyer entdeckt.
Krøyer war eine vielversprechende junge Künstlerin gewesen, die ihren Pinsel jedoch niederlegte, nachdem sie den Skagen-Maler Peder Severin Krøyer geheiratet hatte. Stattdessen wurde sie das bevorzugte Modell ihres Ehemannes, das für seine Schönheit im ganzen Land bekannt war. Aus ihrer Zeit als Malerin waren nur zwanzig Werke bekannt.
Die Ehe der Krøyers ging in die Brüche und Marie verließ Dänemark, um sich in Tällberg in der historischen Provinz Dalarna niederzulassen. Im Gepäck hatte sie ihre Kunstwerke dabei.
Vierzig Jahre verbrachten Marie Krøyers Kunstwerke auf jenem Dachboden in Dalarna. Nach ihrer Entdeckung musste die dänische Kunstgeschichte neu geschrieben werden.
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3. Sonnenuntergang bei Montmajour von Vincent van Gogh

Es geschah 2013 beim Stöbern auf dem Dachboden eines norwegischen Kunstsammlers, als dieses Ölgemälde wieder auftauchte. Gekauft worden war es 1908 vom Industriellen Christian Nicolai Mustad, der sich jedoch später davon distanzierte, da er glaubte, eine Van Gogh-Fälschung erworben zu haben.
Vincent van Gogh malte Sonnenuntergang bei Montmajour im Jahr 1888 während der selben Schaffensperiode, in der auch Meisterwerke wie die Sonnenblumenbilder und Schlafzimmer in Arles entstanden. Heute wird das Gemälde ohne Zweifel van Gogh zugeschrieben, nachdem es von den Experten des Van Gogh Museums genau unter die Lupe genommen wurde und man eine Beschreibung vom Künstler selbst in einem Brief vom 4. Juli 1888 entdeckte.
Geschätzt wird das Gemälde, das sich nach wie vor in Privatbesitz befindet, auf 50 Millionen USD.
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2. Ein möglicher Caravaggio für 100 Millionen Euro

Eines der bekanntesten Gemälde von Caravaggio ist Judith enthauptet Holofernes (um 1598/99), das in der Galleria Nazionale d'Arte Antica in Rom aufbewahrt wird. Doch eventuell malte Caravaggio noch eine weitere Version des Themas. Selbige wurde im Jahr 2014 entdeckt.
Wie aus mehreren Quellen hervorgeht, teilte sich Caravaggio während seiner Zeit in Neapel ein Atelier mit den Künstlern Louis Finson und Abraham Vinck. Als Caravaggio die Stadt 1607 verließ, ließ er zwei Werke zurück. Bei einem davon soll es sich um die zweite Version von Judith enthauptet Holofernes gehandelt haben, das im Briefverkehr von Kunsthändlern mit italienischen Herzögen, darunter auch der Herzog von Mantua, erwähnt wurde. Das andere Gemälde war die Rosenkranzmadonna.
Finson und Vinck zog es 1609 nach Amsterdam und es ist möglich, dass sie die beiden Caravaggios in ihrem Gepäck hatten. Das nächste Mal wird Judith enthauptet Holofernes im Testament Finsons, der 1617 starb, erwähnt. Darin vermachte er seine Anteile an den beiden Gemälden an Vinck. Zwei Jahre später starb auch Abraham Vinck.
Danach verliert sich die Spur von Judith enthauptet Holofernes. Die Rosenkranzmadonna wurde hingegen an ein Komitee flämischer Maler verkauft und kann heute im Kunsthistorischen Museum in Wien bewundert werden. Und dann kam es 2014 plötzlich zu der sensationellen Entdeckung von Judith enthauptet Holofernes auf einem Dachboden in Toulouse. Als Auktionator Marc Labarbe erstmals einen Blick auf das Gemälde warf, war ihm sofort klar, das er es mit etwas ganz Besonderem zu tun hatte und übergab es einem Expertenteam. Eric Turquin untersuchte das Werk und kam zu dem Schluss, dass es sich tatsächlich im eine Arbeit des großen Caravaggio handeln muss.
Obwohl es noch immer Kritiker gibt, die weniger Caravaggio als vielmehr Louis Finson als den tatsächlichen Urheber des Gemäldes betrachten, wurde es 2019 verkauft. Zunächst sollte Judith enthauptet Holofernes versteigert werden (Schätzpreis 100-150 Millionen Euro). Dann jedoch wurde es noch vor der Auktion auf privatem Wege an J. Tomilson Hill verkauft, den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Vermögensverwaltungsfirma Blackstone und begeisterter Kunstsammler, der zudem im Vorstand des Metropolitan Museum of Art sitzt. Welchen Preis Hill genau zahlte, ist nicht bekannt. Vermutlich lag er im Bereich zwischen dem oberen und dem unteren Schätzpreis.
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1. Ein verstaubter Rembrandt

Diese Geschichte begann 2015 in New Jersey, wo ein kleines verstaubtes Gemälde mit einem Schätzpreis von 500-800 USD verkauft wurde. Zum Aufruf kam es mit der Bezeichnung „Öl auf Tafel, Dreifaches Porträt mit einer ohnmächtigen Dame“ und dem Hinweis „Europäische Schule. 19. Jh., scheinbar unsigniert“.
Das Gemälde erregte Aufmerksamkeit und zwei besonders interessierte Bieter trieben den Preis in eine Höhe von 870.000 USD. Das Gemälde wurde gesäubert, wodurch seine brillanten Farben und der detaillierte Einsatz des Pinsels zum Vorschein kamen sowie die Tatsache, dass es sich bei der ohnmächtigen Dame um einen ohnmächtigen Herrn handelt. Auch die Signatur RHF in der oberen rechten Ecke wurde nun entdeckt.
Die vorsichtige Untersuchung des Kunstwerkes ließ nur einen Schluss darüber zu, wer es auf diese Weise signiert hatte: niemand anderes als der bedeutende und wohlbekannte Künstler Rembrandt van Rijn. Eine fantastische Geschichte, aber auch ein fantastischer Gewinn für die Kunstgeschichte, handelt es sich doch um eines der fünf Gemälde Rembrandts, die die fünf Sinne zum Thema haben (das fünfte ist übrigens noch nicht wieder aufgetaucht…).
Rembrandts Der ohnmächtige Patient (Riechen) wurde 2016 auf der TEFAF Maastricht präsentiert, war allerdings kurz zuvor an The Leiden Collection in New York für 3 Millionen USD weiterverkauft worden.
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