Das A und O der Familie van Loo - Kunst und Antiquitäten in Düsseldorf

Malerdynastien gibt es viele. Eine von ihnen war die französisch-niederländische Familie van Loo, die im Zeitalter von Barock und Rokoko gleich mehrere bekannte Mitglieder hervorgebracht hat. Zwei von ihnen, die sozusagen am Anfang und am Ende dieser Linie begabter Maler stehen, sind in der kommenden Auktion der Hargesheimer Kunstauktionen vertreten.

Das A und O der Familie van Loo - Kunst und Antiquitäten in Düsseldorf

Der erste bedeutende Maler der Familie van Loo war Jacob (1614-1670). Ob Jacobs Vater ebenfalls Maler war und seinen Sohn ausbildete, kann bestenfalls spekuliert werden. Wer auch immer dem begabten Knaben den letzten Schliff gegeben haben mag, hat jedenfalls Gutes geleistet, denn die Zeitgenossen Jacob van Loos hielten dessen weibliche Akte für qualitätsvoller als jene von dessen Amsterdamer Kollegen und Konkurrenten Rembrandt van Rijn.

Nachdem er im Jahr 1660 einen anderen Mann bei einer Kneipenschlägerei erstochen hatte, verließ Jacob van Loo seine Heimat für immer. Mit seiner Familie ließ er sich in Paris nieder und wurde Mitglied der Académie de peinture et de sculpture.

JACOB VAN LOO (1614 Sluis - 1670 Paris) - Portrait eines Knaben, Öl/Holz, signiert und datiert, 1646
JACOB VAN LOO (1614 Sluis - 1670 Paris) - Portrait eines Knaben, Öl/Holz, signiert und datiert, 1646

Auch Jacobs Söhne Louis-Abraham (1653-1712) und Jean wurden Maler. Ebenso Louis-Abrahams Söhne Jean-Baptiste (1684–1745) und Charles-André (1705–1765). Charles-André war in verschiedenen Genres sehr erfolgreich: religiöse und Genreszenen, Mythologien und Allegorien. Als Portraits malte er Bildnisse von König Ludwig XV. von Frankreich, von dessen Frau Maria Leszczyńska und von dessen Maitresse Madame de Pompadour. Mit Charles-Andrés Sohn Jules-César-Denis endete 1821 diese Linie der bedeutenden Maler der Familie van Loo.

Doch auch unter seinen Neffen gab es zwei Talente: Charles-Amedée (1719-1795) und Louis-Michel (1707-1771). Louis-Michel arbeite als Hofmaler in Spanien und später auch in Frankreich. Hier malte er zahlreiche Portraits Ludwigs XV. und Mitgliedern der französischen Gesellschaft, wie den Enzyklopädisten Denis Diderot.

LOUIS-MICHEL VAN LOO (1707 Toulon - 1771 Paris) - Galante Szene, Öl/Lwd.
LOUIS-MICHEL VAN LOO (1707 Toulon - 1771 Paris) - Galante Szene, Öl/Lwd.

Louis-Michel van Loo ist in der kommenden Auktion der Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf mit einer galanten Genreszene vertreten, die ganz dem damals vorherrschenden leichten Stil des Rokoko entspricht. Sein streitbarer Urgroßvater trägt das Portrait eines Kanten bei, das 1646 entstanden ist, also noch vor der Verbannung aus den Niederlanden.

Die Gemälde von Jacob und Louis-Michel van Loo sind Teil der Auktion mit Gemälden Alter Meister, Skulpturen und Bronzen, die die Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf am 22. September (10 Uhr) abhält.

Der Beginn der September-Auktionen des Düsseldorfer Auktionshauses ist bereits am 20. Tag des Monats. Ebenfalls ab 10 Uhr kommen Kunst und Antiquitäten aus Asien zum Aufruf. Zu den Highlights dieser Versteigerung gehören ein tibetisches Gebetsbuch mit goldenen und silbernen Schriftzeichen auf Indigopapier aus dem 17. Jahrhundert sowie eine mit polychromem Cloisonné-Emaille verzierte Platte aus dem China der Qing-Dynastie. Die Platte zieren zudem acht bronzene Luohans bzw. Arhats, die im Buddhismus Praktizierende symbolisieren, die das Nirwana erreicht haben. Die Namen der Luohans sind oberhalb der eine Berglandschaft darstellenden Emaille-Malerei verzeichnet.

Links: Cloisonné-Platte mit figürlichem Bronzedekor, China, Qing-Dynastie Rechts: Tibetisches Gebetsbuch, Indigopapier, Hartholz, 17. Jh.
Links: Cloisonné-Platte mit figürlichem Bronzedekor, China, Qing-Dynastie Rechts: Tibetisches Gebetsbuch, Indigopapier, Hartholz, 17. Jh.

Am 21. September (10 Uhr) steht das Kunsthandwerk mit seinen vielen Varianten auf dem Programm. In der Kategorie "Silber" besteht ein museales Trinkspiel in Form eines Schiffs, das um 1610 in Ulm angefertigt wurde. Das außergewöhnliche Stück vereint die dekorativen Elemente eines feingearbeiteten Tafelaufsatzes mit der Raffinesse eines ungewöhnlichen Schankgefäßes.

Museales Trinkspiel in Form eines Schiffes, Silber, Ulm um 1610
Museales Trinkspiel in Form eines Schiffes, Silber, Ulm um 1610

Ein ganz besonderes Los ist auch jenes, das einen seltenen Becher und eine Unterschale aus dem Schwanenservice der Manufaktur Meissen umfasst. Das Service wurde um 1740 vom Meistermodelleur Johann Joachim Kaendler für den sächsischen Premierminister Heinrich Graf von Brühl entworfen und stellt eines der Hauptwerke der frühen Meissner Produktion dar.

MEISSEN - Becher mit Unterschale aus dem Schwanenservice, Entwurf J. J. KAENDLER, um 1740
MEISSEN - Becher mit Unterschale aus dem Schwanenservice, Entwurf J. J. KAENDLER, um 1740

Unter den schönen Vasen von Émile Gallé sticht vor allem die seltene Soufflé-Vase Prunes hervor, die wie ihre Name schon sagt mit einem Pflaumendekor verziert ist. Ihr farbloses Glas ist in Überfang- bzw. Unterfangtechnik mit gelben, braunen und grünen Tönen gefärbt.

ÉMILE GALLÉ (1846 Nancy - 1904) - Soufflé-Vase "Prunes", Nancy 1920/25
ÉMILE GALLÉ (1846 Nancy - 1904) - Soufflé-Vase "Prunes", Nancy 1920/25

Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 22. September um 14:20 Uhr die Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts. Hier begeistert unter anderem das stimmungsvolle Bild Fischmarkt in Dordrecht, das der rheinische Landschaftsmaler Heinrich Hermanns in impressionistischer Weise auf seine Leinwand gezaubert hat. Die Wahl warmer Farben lässt uns bereits von goldenen Herbsttagen träumen.

HEINRICH HERMANNS (1862 Düsseldorf 1942) - Fischmarkt in Dordrecht, Öl/Lwd., signiert
HEINRICH HERMANNS (1862 Düsseldorf 1942) - Fischmarkt in Dordrecht, Öl/Lwd., signiert

Die Ausstellung zu den Auktionen kann vom 12. bis 18. September im Auktionshaus in Düsseldorf besucht werden.

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