Anders Zorns Ölgemälde Valsen ("Walzer") und Stig Blombergs Bronzeskulptur Kungens härold ("Des Königs Herold") sind nur zwei der vielen Kunstwerke, die das Stockholmer Auktionshaus Bukowskis 1m 10. und 11. Dezember in seinem "Important Winter Sale" präsentiert, mit dem es sein Jubiläumsjahr abrundet. Der Katalog umfasst klassische Kunst, Möbel, asiatisches Kunsthandwerk, Schmuck und vieles mehr.

In den letzten Jahren hat die finnische Künstlerin Helene Schjerfbeck zunehmend Beachtung gefunden und ihre Werke wurden sowohl in Japan als auch in Kanada ausgestellt. Als die Royal Academy of Arts 2019 eine Schjerfbeck-Retrospektive zeigte, bezeichnete die britische Presse die Künstlerin als Finnlands Antwort auf Munch. Doch bereits 1937, als ihre Werke erstmals in Stockholm ausstellte, schrieb Gotthard Johansson, Kunstkritiker beim Svenska Dagbladet, lobend: "Vor Helene Schjerfbecks Kunst wird die Frage nach Alt oder Neu von selbst zum Schweigen gebracht, hier steht man großer Kunst gegenüber, hier ist heiliger Raum."
Anfang des 20. Jahrhunderts ließ sich Helene Schjerfbeck im nördlich von Helsinki gelegenen Hyvinge nieder. 1913 erhielt sie dort Besuch vom Kunsthändler Gösta Stenman, der einige ihrer Werke kaufte. Stenmans Aufenthalt stärkte nicht nur Schjerfbecks Finanzen, sondern auch ihr Selbstbewusstsein. Sie begann sich für die Malschulen Japans zu interessieren, was sich zu ihrer wichtigsten Inspirationsquelle und zu ihrem Markenzeichen entwickeln sollte. Wiederkehrende Motive in Schjerfbecks Œuvre sind Frauen und Mädchen. Für ihre Werke studierte sie ihre Modelle intensiv und versuchte durch die Gemälde den jeweiligen Charakter auszudrücken, was durch das Fehlen einer detaillierten Wiedergabe des Gesichts und der Kleidung verstärkt wurde. Das Kinesiskt barn ("Chinesisches Kind") von 1917 ist ein schönes Beispiel für die Japanisierung der Künstlerin, die weiche Linien und sanfte Töne verwendete, zu denen das kräftige Rot der Lippen und Wangen einen verstärkenden Kontrast bilden.

Eines der Highlights des Katalogs ist Carl Larssons Gemälde Syende flicka ("Nähendes Mädchen"). Das Werk von 1911 zeigt Anna Sjögren in der sogenannten Werkstatt in Larssons Haus Lilla Hyttnäs in Sundborg. Anna, deren Schwester Hilma mit dem benachbarten Bauern Erik Kvarnberg verheiratet war, ist beim Nähen dargestellt. Neben ihr auf dem Tisch steht ein Vase mit Narzissen und Weidenzweigen, was belegt, dass das Gemälde im Frühling, vermutlich im Mai, entstanden ist. Gleich nach der Fertigstellung schickte Larsson es nach Düsseldorf, wo es auf der Internationalen Aquarellausstellung gezeigt wurde.
Im Juni 1912 wurde Syende flicka vom Kammerherrn Harald Bildt erworben. Gemäß Carl Larssons Kassenbuch gab Bildt dafür ein Aktgemälde aus dem Jahr 1906 zurück und zahlte nur die Differenz von 800 SEK. Nach diesem Deal hing Syende flicka zusammen mit Werken von Egron Lundgren, Georg von Rosen und Oskar Bergman in Bildts Wohnung im Stockholmer Strandvägen.

1592 wurde der siebzehnjährige Maler Hendrick van Balen als Meister in der Antwerpener Lukasgilde aufgenommen, zu deren Vorsitzenden er im Jahr 1609 ernannt wurde. Van Balen entnahm seine Motive oft aus mythologischen und biblischen Vorlagen, malte kleine elegante Figuren und subtil ausgeführte Aktbilder. Für den perfekten Hintergrund seiner Werke arbeitete er mit Landschaftsmalern wie Frans Francken d. J., Abel Grimmer oder Frans Snyders zusammen.
Im 17. Jahrhundert waren Minerva und die Musen ein beliebtes Thema in der flämischen Malerei, das Hendrik van Balen hier gemeinsam mit Jan Brueghel d. Ä. umgesetzt hat.

Diese Tischuhr wurde von einem der führenden Uhrmacher des 18. Jahrhunderts, John Ellicott, ausgeführt. Ellicott war stark an den wissenschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit interessiert und stand mit den Astronomen John Hadley und James Ferguson in Kontakt. 1762 wurde Ellicott zum Hoflieferanten des Königs ernannt. Am bekanntesten ist er jedoch für die Erfindung des temperaturkompensierenden Pendels.
Die in der Auktion angebotene Ellicott-Tischuhr aus Walnussfurmier verfügt über ein wunderschönes graviertes Blattdekor und wurde lange Zeit in dem Herrenhaus Christineholm in Södermanland.

1885 wurde Fabergé zum offiziellen Hoflieferanten der russischen Zarenfamilie ernannt. Ein Jahr später begann der Juwelier Michael Perchin für das Unternehmen zu arbeiten, was er bis zu seinem Tod im Jahr 1903 tun sollte. Während seiner Zeit bei Fabergé fertigte Perchin Objekte aus Gold und Emaille im Stil des Neo-Rokoko und der Renaissance. Auch das wie ein Pfirsich geformte Tintenfässchen im Rokokostil, das bei Bukowskis zum Aufruf kommt, ist eine Arbeit von Perchin.

In der Asiatika-Offerte trifft ma auf drei chinesische Teller, die aus der Sammlung Erik Nordström stammen. Nordström war 1910 auf Vorschlag von Gustav Oscar Wallenberg, seines Zeichen schwedischer Botschafter in Japan und China, zum Leiter der Königlichen Chinesischen Post in Shanghai ernannt worden, wo er sich für chinesische Keramik zu interessieren begann. Vielleicht entdeckte Nordström die drei Teller aus der Qing-Dynastie während er in den Antiquitätengeschäften der Stadt stöberte.

Bukowskis' "Important Winter Sale" endet am Nachmittag des 11. Dezember mit der Versteigerung einer umfangreichen Sammlung von Cartier-Schmuck. Die Sammlung ist das Ergebnis einer langen und glücklichen Ehe, in der der Ehemann seine Gemahlin immer wieder mit den edlen Pretiosen überraschte. Viele Stücke zeichnen sich durch Cartiers ikonischste Motive aus: Panther und Skarabäus, die beide in den 1920er Jahren Einzug in die Formensprache von Cartier fanden. Der Panther wurde von Jeanne Touissant kreiert, die bis in die 1970er Jahre Kreativdirektorin des Luxusjuweliers war. Getragen wurde und wird die elegante Raubkatze von Stilikonen wie der Herzogin von Windsor und Jay-Z.

Als der britische Ägyptologe Howard Carter 1922 das Grab von Tutanchamun im Tal der Könige öffnete, war das der Startschuss zu einer allgemeinen "Ägyptomanie". Auch die Brüder Cartier trugen eine Sammlung mit Artefakten zusammen, aus der sie den Skarabäus, der in der altägyptischen Mythologie den Sonnengott Ra darstellte, zu ihrem Favoriten wählten und ihn schnell als Motiv in ihre Kollektion aufnahmen.



