Mit seiner Auktion am 12. September versüßt uns das Münchener Auktionshaus Rütten das nahende Ende des Sommers. Über 300 hochdekorative Lose mit Antiquitäten, Silber, Schmuck und Kunst sowie Uhren und Schmuck suchen dann ab 13 Uhr einen neuen Besitzer.

Den Anfang macht die mit 122 Losen größte Kategorie der Offerte: Porzellan. Hier dürfen sich Freunde des "weißen Goldes" gleichermaßen auf Figuren als auch auf Stücke für die Tafel freuen. Unter den figürlichen Arbeiten ist besonders die Nymphenburger Jugendstil-Tierfigur Galoppierendes Pferd ohne Reiter hervorzuheben, die der Tierplastiker und Porzellanmodelleur Theodor Kärner im Juli 1915 entworfen hat.

Mehr als 30 Lose beinhalten Meissner Porzellan mit dem berühmten Zwiebelmuster, das seit 1730 als Service-Dekor dient. Die hier angebotenen Teile stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und umfassen neben Tellern, Schalen und Platten auch so seltene Stücke wie Saucieren Fett/Mager oder einen Satz Cremetöpfchen. Eine hervorragende Gelegenheit, ein bereits vorhandenes Zwiebelmuster-Service zu ergänzen.

Die mit 97 Losen zweitgrößte Kategorie der Auktion ist "Silber". Als perfekte Überleitung kann hier auf einen Satz von neun silbernen Teetassenhalter mit Untertassen und Porzellaneinsätzen von Rosenthal hingewiesen werden.

Ein weiteres Highlight ist eine seltene schottische Teekanne mit Rocaillen, Blumen und Blättern in qualitätsoller Treibarbeit. Ausgeführt wurde die 865 Gramm schwere Kanne mit vollplastischem Blumenknauf 1824 vom Meister James MacKay in Edinburgh.

Während die Teekanne die Formen des Rokoko wieder aufgreift, hat diese um 1780 in Paris hergestellte Menage sie noch nicht ganz überwunden. So weißt silberne Halterung noch die geschwungenen Elemente des Rokoko auf, während die Form der Karaffen sowie die Zier ihrer Deckel bereits in Richtung Klassizismus deuten.

Als frühester Entstehungszeitpunkt dieser großen Figurenuhr aus Österreich wird ebenfalls das Jahr 1780 angenommen. Als zentrales Zierelement der gold und weiß gefassten Säulenuhr aus Lindenholz dient eine vollplastische Darstellung der Minerva, der römischen Göttin der Weisheit und der Kriegskunst, die mit ihren Attributen, Eule sowie Schild und Lanze, zu sehen ist.
Eine weitere vollplastische Figur kommt mit der vergoldeten Chryselephantin-Bronze Krinolinendame zum Aufruf, die um 1900 entstand, jedoch eine Dame in einem Kleid der 1850er Jahre darstellt. Das Modell stammt vom belgischen Bildhauer Georges van der Straeten, der ab 1883 in Paris lebte und arbeitete.

Passend zu der Bronzefigur kommt ein ebenfalls um 1900 hergestellter Knauf eines Flanierschirms zum Aufruf. Das elegante Knauf aus Silber, Elfenbein und einem Amethyst-Cabochon lässt sich öffnen und kann daher auch als Versteck dienen – vielleicht für einen heimlich zugesteckten Liebesbrief?

Ein weiteres Schmuckstück der Offerte ist diese Singvogel-Spieldose aus vergoldetem Messing. Neben dem bunt gefiederten Vögelchen, das unter einem ovalen Deckel hervorspringt und sich bewegt und singt, ist die flächendeckende Filigranarbeit auf dem Deckel ein echter Hingucker.
So abwechslungsreich wie der Rest der Offerte präsentiert sich auch die Kategorie "Möbel & Einrichtungsgegenstände". Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt ein Frankfurter Wellenschrank aus Weichholz. Der Wellenschrank ist eine Sonderform des repräsentativen barocken Frankfurter Schranks und verdankt seinen Namen seinem wellenförmigen querfurnierten Profilleisten.

Nicht weniger repräsentativ als ein Frankfurter Schrank ist dieser Salonspiegel, der im späten 19. Jahrhundert im Stil des Rokoko gestaltet wurde. Sein teilvergoldeter Rahmen aus massivem Holz misst 156 x 70 cm.

Mit seiner Schlichtheit verweist dieser französische Barwagen aus Mahagoni von ca. 1920 auf den Beginn der Moderne. Ein schönes Detail ist der automatische Mechanismus, der beim Aufklappen den Inhalt der Bar nach oben befördert.
Die Auktion findet im Auktionshaus Rütten in der Nymphenburger Straße 133 in München statt. Aufgrund der nur begrenzten Teilnehmerzahl im Saal ist eine vorherige Platzreservierung notwendig. Wer live mitbieten möchte, kann das natürlich auch online tun.
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