44 v. Chr. wurden die Iden des März Cäsar zum tödlichen Verhängnis, bei Quittenbaum muss man sich am 15. März lediglich in ein wesentlich harmloseres Bietergefecht stürzen, wenn man eines der Lose, die in der „Internationales Design“-Auktion angeboten werden, fortan sein Eigen nennen möchte. Doch auch Schöpfungen aus Cäsars Heimatland Italien stehen diesen Monat in dem Münchener Auktionshaus auf der Agenda und kommen am 14. und 16. März zum Aufruf.
Gio Ponti, Ico Parisi und Piero Fornasetti sind nur einige der großen Namen, die es zu erwähnen gilt, wenn man über die Auktion mit italienischem Design spricht, die am 14. März um 15 Uhr bei Quittenbaum beginnt. Ein weiterer ist Ettore Sottsass, der mit 14 Losen der am häufigsten vertretene Designer der Offerte ist.

Zum Aufruf kommen Objekte, die Sottsass für bedeutende Hersteller entworfen hat, darunter Poltronova, Artemide und Olivetti. Am häufigsten wird Sottsass jedoch mit jenen Stücken assoziiert, die er für die von ihm 1980 mitgegründete Designschmiede Memphis kreierte. Die Gruppe schuf quasi den Look der 80er Jahre, mit dem Sideboard Freemont von 1985 kommt ein wunderbares Beispiel dafür zum Aufruf.

Vor Memphis arbeitete Ettore Sottsass für das ebenfalls in Mailand beheimatete Designstudio Studio Alchimia, dessen Mittelpunkt die radikalen Arbeiten (am bekanntesten ist wohl der Sessel Proust von 1978) von Alessandro Mendini waren. Mendini gründete später sein eigenes Design- und Architekturstudio, arbeitete aber auch für andere Unternehmen, darunter Venini. Auf drei Beispiele für diese Zusammenarbeit darf am 14. März mitgeboten werden, eines davon ist die seltene Tischleuchte Arkab aus dem Jahr 1994.

Auch in der dem internationalen Design gewidmeten Auktion, die am 15. März um 15 Uhr beginnt, gehört ein erhellendes Objekt zu den Highlights. Gemeint ist die Deckenleuchte San-Ju aus Ingo Maurers Serie Uchiwa von 1975, ein schwerelos erscheinendes Konstrukt mit japanischem Flair aus Bambusrohr, Reispapier, Baumwolle und Messing, das mit seinem Fächerdesign von Anfang an begeisterte und auch heute nicht an Strahlkraft verloren hat.
Besonders hervorzuheben in dieser Offerte sind die vielen Sitzmöbel, die die ganze Bandbreite der Kreativität widerspiegeln, die das 20. Jahrhundert zu bieten hatte, sei es bezüglich der Herstellung, der Formgebung oder der verwendeten Materialien. Ganz vorne mit dabei sind hier Peter Ghyczys Space-Age-Sessel Ei des Kolumbus von 1968, der Rainbow Chair von Patrick Norguet oder auch Frank O.Gehrys Armlehnsessel Beaver, der in der Auktion in zwei verschiedenen Versionen vorliegt.

Den Sessel Beaver designte Gehry 1980 und verwendete dafür Wellpappe. Diese kam bei ihm nicht zum ersten Mal zum Einsatz. Zwischen 1969 und 1972 schuf er die Serie Easy Edges aus dem für das Möbeldesign eher ungewöhnliche Material. Gehry bevorzugte es eigentlich für seine Architekturmodelle, doch ein vor seinem Büro aufgetürmter Stapel Wellpappe regte seine Fantasie an.

Am 16. März kehrt Quittenbaum um 15 Uhr noch einmal nach Italien zurück und präsentiert eine ganz der Glaskunst Muranos gewidmete Auktion. Unter den Manufakturen auf der venezianischen Insel, die nach dem Ersten Weltkrieg die dortige Produktion wiederbelebten, spielte Venini eine bedeutende Rolle. Für die nötige Modernisierung der Designs setzte man auf italienische und internationale Künstler; auch nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr man mit diesem erfolgreichen Konzept fort. Einer der angeheuerten Künstler war der US-Amerikaner Thomas Stearns, dessen äußerst seltene Vase A fili von 1962 zu den Top-Losen der Offerte gehört.

Bei Veninis Konkurrent Fratelli Toso setzte man sogar schon früher auf das Können eines auswärtigen Künstlers, als man 1911 den norwegisch-deutschen Bildhauer und Keramiker Hans Stoltenberg-Lerche engagierte, damit dieser Stücke für die 10. Biennale von Venedig schuf. Das Ergebnis waren außergewöhnliche Gefäße, bei denen Stoltenberg-Lerche mit der variierenden Transparenz des für ihn noch ungewohnten Materials spielte.
Die Versteigerungen finden vom 14.-16. März bei Quittenbaum Kunstauktionen, Theresienstraße 60, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 9.-13. März möglich.
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