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Magazin/Comics/Die 10 besten Comics aus Belgien und Frankreich zum Sammeln

Die 10 besten Comics aus Belgien und Frankreich zum Sammeln

Barnebys' Empfehlung an alle Comic-Fans: Hier ist die Liste der besten französischsprachigen Comics, die man sammeln sollte!

19. Dezember 2023
Unbekannter Fotograf, Goscinny (Autor der Asterix- und der Lucky Luke-Comics) (links) und Morris (Zeichner der Lucky Luke-Comics) (rechts). Foto von Anefo (CC0) via Wikimedia Commons (Detail)

Unbekannter Fotograf, Goscinny (Autor der Asterix- und der Lucky Luke-Comics) (links) und Morris (Zeichner der Lucky Luke-Comics) (rechts). Foto von Anefo (CC0) via Wikimedia Commons (Detail)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienen Comics noch nicht als eigenständige Publikationen, sondern wurden in Form von kurzen Episoden in Zeitungen sowie wöchentlich oder monatlich herausgegebenen Magazinen. Auch in Kinderzeitschriften waren sie zu finden.

Nach dem Ersten Weltkrieg, in den 1920er Jahren, stieg der französische Künstler Alain Saint-Ogan in die Branche ein und schuf die erfolgreiche Serie Zig et Puce. Saint-Ogan war einer der ersten französischsprachigen Künstler, der in den Vereinigten Staaten gebräuchliche und beliebte Techniken wie die „Sprechblase“ einsetzte. Das französischsprachige Comic, wie wir es heute kennen und das sich von seinem amerikanischen „Bruder“ unterscheidet, war geboren.

Hier sind 10 Comics aus Frankreich und Belgien, die Sammler im Auge behalten sollten!

1. Tim und Struppi (Les aventures de Tintin)

Tinin et les Picaros. Foto © Sotheby's

Die Figur des Tim (im frz. Original „Tintin“) wurde im Januar 1929 geboren, als der Belgier Hergé als Zeichner für mehrere Zeitungen arbeitete. Tintin war die Verschmelzung verschiedener Charaktere, die Hergé zuvor entworfen hatte, mit denen er jedoch nicht zufrieden war. Les aventures de Tintin („Die Abenteuer von Tim und Struppi“) folgt dem Leben eines jungen Journalisten, der mit seinem Hund Struppi (im frz. Original „Milou“) und einem Begleiter, Kapitän Haddock, um die Welt (und auf den Mond) reist, um verschiedene Rätsel zu lösen und Verbrechen aufzuklären.

Der erste Band hieß Tim im Lande der Sowjets („Tintin au pays des Soviets“) und war der Auftakt zu den vielen Reisen, die folgen sollten. So ging es im nächsten Band beispielsweise in den Kongo. Trotz ihrer Beliebtheit gilt die Reihe bisweilen als problematisch, da sie voller Klischees ist, die Hergé später bereute. 24 komplette Bände, die man sammeln kann, existierten von der trotz allem populären Serie, die sicherlich eine der bekanntesten unter den belgischen Comics ist. Einzelne Bände können auf dem Auktionsmarkt hohe Summen erzielen, wie beispielsweise im März dieses Jahres, als eine ausgäbe von Tintin et les Picaros bei Sotheby’s 1.143 Euro erzielte.

Lesen Sie auch: Rekord: Sammler zahlt siebenstellige Summe für Tim und Struppi-Zeichnung

2. Asterix (Astérix)

Unbekannter Fotograf, Albert Uderzo (der Asterix-Zeichner) zeichnet Asterix bei Bijenkorf, Amsterdam. Foto von Anefo (CC0) via Wikimedia Commons

Asterix ist einer der weltweit beliebtesten französischsprachigen Comics. Die Geschichte ist bekannt: Ein kleines gallisches Dorf kämpft hartnäckig darum, die Invasion seines Territoriums durch die Römer zu verhindern. Am 29. Oktober 1959 erblickte Asterix der Gallier in der ersten Ausgabe der französischen Zeitung Pilote das Licht der Welt – dank der Zusammenarbeit zwischen Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo. Nach dem Tod Goscinnys im Jahr 1977 arbeitete Uderzo alleine an der Serie weiter, bis er die Leitung 2013 an Jean-Yves Ferri und Didier Conrad übergab. Während letzterer nach zehn Jahren noch immer dabei blieb, wechselte die Feder des Autors in die Hand von Fabraco. Bis heute umfasst die Reihe 40 Bände.

3. Bécassine

Musée de la Poupée et du Jouet Ancien de Wambrechies (Nord), Frankreich. Foto von Pierre André Leclercq (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Bécassine wurde von der Autorin Jacqueline Rivière und dem Zeichner Émile-Joseph-Porphyre Pinchon geschaffen. Ihren ersten Auftritt hatte sie am 2. Februar 1905 in der Eröffnungsausgabe der Wochenzeitschrift Le Semaine de Suzette, die sich an junge Mädchen richtete. Der Name Bécassine ist vom Wort bêtise („Dummheit“) inspiriert und leitet sich von bécasse („Schnepfe“) ab.  Dadurch wird die Protagonistin als naives junges Mädchen gekennzeichnet. Zwischen 1913 und 1952 wurden mehrere Abenteuer von Bécassine veröffentlicht, die hauptsächlich Pinchon illustrierte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1941 war Maurice Languereau der Autor.

Die Geburt von Bécassine markiert einen Meilenstein in der Geschichte des modernen Comics und symbolisiert den Übergang von der illustrierten Geschichte zum echten Comic. Der lebendige Zeichenstil, der sich durch runde, lebendige und moderne Linien auszeichnet, wird ligne claire („klare Linie“) genannt und kam 25 Jahre später auch bei Tim und Struppi zum Einsatz. Ursprünglich als ein junges Mädchen aus der Picardie dargestellt, wie es sich das damalige Bürgertum vorstellte, wurde Bécassine 1913 zur Bretonin, genauer gesagt zu einem Mädchen aus dem Finistère, dem westlichen Zipfel der Bretagne. Abgesehen vom Klischee der Provinzlerin, die nach Paris kommt, war Bécassine tatsächlich in vielen Bereichen eine abenteuerlustige und bahnbrechende Figur.

4. Spirou und Fantasio (Spirou et Fantasio)

Station Janson der Stadtbahn von Charleroi (Belgien): Spirou, Fantasio et Spip. Foto von Rundvald (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Der Comic Spirou und Fantasio entstand 1938 auf den Seiten des Journal de Spirou. Im Laufe der Jahre hat sich die Serie neben Meisterwerken wie Asterix und Tim und Struppi als einer der beliebtesten französisch-belgischen Comics etabliert. Mit den unerschrockenen Reportern Spirou und Fantasio, begleitet vom zahmen Eichhörnchen Pips (im frz. Original „Spip“) und, ab dem vierten Band, dem legendären Marsupilami, nimmt die Serie ihre Leser mit auf Abenteuer, bei denen sich Humor mit Science-Fiction und Fantasy vermischt. 

Die Charaktere sind Eigentum des Verlags, der im Laufe der Zeit verschiedene Autoren engagiert, um die Abenteuer fortzusetzen. Zu den bekanntesten zählen André Franquin und das Duo Tome und Janry. Die Popularität des Charakters Spirou, der dem Originalmagazin seinen Namen gab, sowie einiger Nebencharaktere führte zur Entstehung von Spin-off-Serien, deren Erfolg manchmal den der ursprünglichen Serie übertraf.

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5. Gaston

2 Originalzeichnungen von Gaston Lagaffe, eine mit Widmung an Guy Dessicy. Foto © Sotheby's

Gaston ist eine humorvolle französisch-belgische Comicserie von André Franquin, die im Februar 1957 das Licht der Welt erblickte. Die Geschichte dreht sich um Gaston Lagaffe, einen eher faulen Büroangestellten, der beim Journal de Spirou arbeitet. Jede Woche passieren dem originellen Charakter eine Reihe von Schnitzern (frz. „gaffes“), die die von Explosionen über Vertragssabotage bis hin zur Erfindung von bedenklichen Maschinen reichen und meist zu einer Katastrophe führen.

Anfangs arbeitete Gaston unter seinem Vorgesetzten Fantasio, der jedoch nach Franquins Ausscheiden aus der Serie Spirou et Fantasio durch Prunelle ersetzt wurde.

6. Lucky Luke

Der aktuelle Zeichner von Lucky Luke, Hervé Darmenton, genannt Achde, in Paris am 24. November 2016. (Foto von JOEL SAGET / AFP / BLACK AND WHITE VERSION via Getty Images)

Lucky Luke ist eine belgische Comicserie, die vom Zeichner Morris 1946 in einer Sonderausgabe des Journal de Spirou erstmals veröffentlicht wurde. Anschließend arbeitete Morris mit mehreren Drehbuchautoren zusammen, unter denen René Goscinny der berühmteste war. 

In der Serie geht es um Lucky Luke, einen einsamen Cowboy aus dem Wilden Westen, der dafür bekannt ist, „der Mann zu sein, der schneller schießt als sein Schatten“. Begleitet wird er von seinem Pferd Jolly Jumper und ab und zu vom Hund Rantanplan. In seinen Abenteuer arbeitet Lucky Luke daran, die Gerechtigkeit im Wilden Westen wiederherzustellen, indem er Banditen, darunter die Dalton-Brüder, aufspürt. Das Werk ist gespickt mit humorvollen Elementen, die die Konventionen des Westerns parodieren.

Im Jahr 2021 umfasste die Reihe 80 Bände. Im Laufe seiner Geschichte wurde Lucky Luke in verschiedenen Magazinen veröffentlicht, von Spirou bis Pilote, in der französischen Ausgabe von Tintin und sogar in Zeitungen wie Paris Match, was die Langlebigkeit und Vielfalt der Serie verdeutlicht.

7. Les Pieds nickelés

Alte Ausgabe von "Les Nouvelles Aventures des Pieds nickelés" in einer Bücherei in Frankreich. (Foto von François ANCELLET/Gamma-Rapho via Getty Images)

Les Pieds nickelés (dt. „Die vernickelten Füße“) ist eine Comicserie von Louis Forton, die erstmals am 4. Juni 1908 in der Zeitschrift L’Épatant erschien. Mit einem Veröffentlichungszeitraum von 107 Jahren (von 1908 bis 2015) hält die Serie den Rekord für die Langlebigkeit eines französischen Comics.

Die Handlung folgt drei Hauptprotagonisten: den Gaunern Croquignol, Filochard und Ribouldingue. Als der Comic immer beliebter wurde, wurden Les Pieds nickelés immer wagemutiger und trafen auf bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit, darunter der französische Präsident, der König von England und der deutsche Kaiser. Sie waren einfallsreich und pfiffig, quasi eine Verkörperung des „Trick 17“.

Louis Forton zeichnete Les Pieds nickelés bis zu seinem Tod im Jahr 1934, danach wurde die Serie nacheinander von Aristide Perré und Albert Badert übernommen. Doch erst mit der Übernahme durch Pellos im Jahr 1948 knüpfte Les Pieds nickelés wieder an den alten Erfolg an. Die verschiedenen aufeinanderfolgenden Autoren der Serie erklären die physischen Veränderungen und die Entwicklung der Charaktere im Laufe der Jahre.

Hören Sie auch: Barnebys' Podcast #43: Superhero Spotlight: The Comic Book Market

8. Die Schlümpfe (Les Schtroumpfs)

Die Schlümpfe ist eine belgische Comicserie, die keiner Einführung bedarf. Die ersten sechzehn der ab 1958 erschienenen Bände wurden vom Autor Peyo selbst veröffentlicht. Seit seinem Tod am 24. Dezember 1992 ist sein Sohn Thierry Culliford für die Veröffentlichung der neuen Bände verantwortlich.

Alle Bände zeigen das tägliche Leben der Schlümpfe in ihrem Dorf, eingebettet im Herzen eines imaginären Waldes in Europa. Sie stellen sich den Konfrontationen mit dem Zauberer Gargamel und seiner Katze Azrael und erleben dabei regelmäßig spannende Abenteuer.

Im Jahr 2013 beliefen sich die weltweiten Verkäufe von Die Schlümpfe auf 25 Millionen Hefte, begleitet von 300 Millionen Figuren, 40 Millionen Schallplatten und CDs sowie 8 Millionen DVDs.

9. Le Chat

Der belgische Karikaturist Philippe Geluck, Schöpfer des Comics Le Chat, zeigt in einem Interview mit AFP zum Thema "Die Welt" eine Zeichnung, auf der zu lesen ist: „Wer eine Frau oder ein Kind verletzt, beleidigt die ganze Menschheit, und die Menschheit hat genug“ während der Corona-Krise in seinem Kunstatelier in Brüssel, 2. Juni 2020. – Der belgische Cartoonist Philippe Geluck bekennt, dass er während der Corona-Pandemie seinem Humor Grenzen gesetzt und sich für "positive Botschaften" entschieden hat, indem er an Opfer und Betreuer denkt. (Foto von JOHN THYS/ AFP via Getty Images)

Le Chat ist eine Reihe humorvoller Pressezeichnungen und Comics, die von Philippe Geluck erdacht wurde und am 22. März 1983 in einer Beilage der belgischen Zeitung Le Soir erstmals erschien. Seit dem Debüt wurden vierundzwanzig Bände und sechs Best-Ofs veröffentlicht.

Bei diesem atypischen Charakter handelt es sich um einen Antihelden, dargestellt in Form einer grauen Katze mit einer markanten Nase und einem oft nicht erkennbaren Mund. In einem Comic wird der Vorname der Katze (oder vielmehr des Katers) mit Jean-Claude angegeben. Ausgestattet mit anthropomorphen Eigenschaften, geht Le Chat auf zwei Beinen, kleidet sich wie ein Mensch und übernimmt typisch menschliche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel den Besuch eines Bistros oder das Autofahren.

Als Alter Ego von Geluck äußert sich Le Chat häufig bezüglich ihrer politischen Position und spiegelt die Überzeugungen und Meinungen ihres Schöpfers wider.

10. Blake und Mortimer (Blake et Mortimer)

"Blake et Mortimer" ist eine Comicserie des belgischen Karikaturisten Edgar P. Jacobs aus dem Jahr 1946. Blake und Mortimer stehen vor einer Mauer mit dem berühmten gelben Symbol, das in den Straßen von London für Panik sorgt. Foto von Ferran Cornellà (Lizenz CC BY-SA 3.0)

Blake und Mortimer ist eine Comicserie, die 1946 vom belgischen Karikaturisten Edgar P. Jacobs entwickelt wurde. Viele Jahre lang wurde sie im Journal de Tintin veröffentlicht, wo sie neben anderen Titeln wie Die Abenteuer von Tim und Struppi zu den beliebtesten Serien zählte.

Dieser Comic erzählt die Abenteuer von Captain Francis Black, einem ehemaligen Piloten der Royal Air Force, der später Direktor des britischen Spionageabwehrdienstes MI5 wurde, und seines Freundes Professor Philip Mortimer. Regelmäßig stehen die beiden Protagonisten ihrem Erzgegner, Colonel Olrik, gegenüber. Von den ersten Bänden an sind die Geschichten angereichert mit Science-Fiction-Elementen.

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Marjane Satrapi, Persepolis (Original Book Art, Seite 62). Foto © Sotheby's

Der Comic-Markt wächst ständig und darf sich über ein großes und vielfältiges Publikum freuen, das in Frankreich aus fast 8 Millionen Lesern besteht. Die Profile der Käufer sind vielfältig und weisen eine ausgewogene Verteilung auf: 50 % der Comic-Käufer sind über 40 Jahre alt, 52 % sind Frauen. Die Gemeinschaft der Comic-Liebhaber stellt also einen recht heterogenen Teil der Bevölkerung dar.

Zeitgenössische Comics stehen jenen der Vergangenheit in nichts nach und einige von ihnen haben das Zeug, zu sammelbaren Klassikern zu werden. Werke wie Persepolis von Marjane Satrapi, L'arabe du futur („Der Araber von morgen“) von Riad Sattouf oder die Werke von Pénélope Bagieu veranschaulichen den Reichtum und die Vielfalt des modernen Comics in Frankreich.

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