Vom 12.-14. November widmet sich das Kölner Auktionshaus Lempertz mit Gemälden Alter Meister und des 19. Jahrhunderts sowie vielfältigem Kunstgewerbe und Schmuck den hochdekorativen Erzeugnisse vergangener Jahrhunderte.

Besonders hervorzuheben ist dabei der Sonderkatalog "Fit for a King – Abraham und David Roentgen", dessen 16 Lose am 13. November um 17 Uhr zum Aufruf kommen. Alle Lose stammen aus einer einzigen Sammlung und stellen versammeln sich bei Lempertz für die bedeutendste Roentgen-Auktion der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Ebenist Abraham Roentgen gründete seine Möbelwerkstatt 1750 in Neuwied. Mit seinen hochqualitativen Arbeiten, die durch herausragende Einlegearbeiten bestachen, machte sich Roentgen schon bald einen Namen. Unter seinem Sohn David Roentgen, der 1772 die Werkstatt übernahm, wurde der Wechsel vom Louis XV-Stil zum Louis XVI-Stil vollzogen. David konnte die Erfolge seines Vaters sogar noch übertreffen und gründete zudem eine Werkstatt in Paris.

Zu den Highlights dieser Highlightofferte gehören ein früher Schreibschrank von Abraham Roentgen sowie eine Kommode und ein Zylinderbureau mit aufwändigen Chinoiserien von David Roentgen.

Die Roentgen-Möbel sind jedoch nicht die einzigen Lose der Auktion, die in einem Sonderkatalog zusammengefasst wurden. Ebenfalls hochinteressant ist die Versteigerung des ersten Teils der Sammlung Renate und Tono Dreßen aus dem westfälischen Münster, der am 13. November ab 9:30 Uhr im Zuge der Kunstgewerbeauktion zum Aufruf kommt.

Die Sammlung Dreßen setzt sich aus frühen Stücken der Porzellanmanufaktur Meissen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusammen und stellt eine der bedeutendsten Porzellansammlungen Deutschlands dar.

Zum Aufruf kommen u.a. eine Schüssel aus dem berühmten Schwanenservice des Grafen Brühl, Serviceteile mit frühen Bemalungen aus der Werkstatt Hoeroldt sowie verschiedene Stücke, die die sächsischen Kurfürsten als diplomatische Geschenke an ihre "Kollegen" in Europa übermittelten.

Neben altem Kunstgewerbe darf man sich bereits am 12. November um 19 Uhr auf modernes Kunstgewerbe freuen. Hier sei zunächst auf einen kleinen Barschrank des französischen Innenarchitekten und Möbeldesigner Jacques-Émile Ruhlmann hingewiesen, der mit seinen herausragenden Art déco-Stücken sozusagen der David Roentgen seiner Zeit war.

Etwas älter ist ein unikaler Keramikteller mit Lüsterglasur, der zwischen 1895 und 1902 von Lucien Lévy-Dhurmer entworfen und von Clément Massier ausgeführt wurde. Im Relief ist auf ihm die "Serpentintänzerin" Loïe Fuller dargestellt, die um 1900 das Pariser Publikum begeisterte und viele Künstler inspirierte.

Den Abschluss der Auktionsreihe bilden am 14. November die Gemäldeauktionen. Ab 11 Uhr kommen zunächst die Werke Alter Meister zum Aufruf, die in Gemälden und Zeichnungen, aber auch Skulpturen und Reliefen das gesamte Spektrum altmeisterlicher Themen umfasst.

So dürfen Kunstfreunde sich gleichermaßen auf Frans Snyders Stillleben mit Vögeln und Traubenkorb genauso freuen wie auf die lebendige Szene Eine elegante Gesellschaft und eine Kutsche am Flussufer von Philips Wouwerman.

Genauso abwechslungsreich gestaltet sich auch die Offerte mit Gemälden des 19. Jahrhunderts, die am 14. November um 14 Uhr versteigert wird.

Zu den Highlights zählen hier italienische Ansichten, wie Ludwig Richters Am Golf von Neapel. Blick über das Castel dell'ovo auf den Vesuv sowie Jacob Philipp Hackerts Blick von der Solfatara durch Weinranken an Bäumen auf Bajae, den Golf von Pozzuoli, die Inseln Procida und Ischia, im Vordergrund rastendes Landvolk.
Zum Schluss sei noch auf die Auktion "Schmuck und Golddosen" hingewiesen, die am 12. November um 14 Uhr die Auktionsreihe eröffnet.
Die Versteigerungen finden im Auktionshaus Lempertz, Neumarkt 3, in Köln statt. Dort kann ab dem 5. November auch die Ausstellung besucht werden.



