Die Darstellung animalischer Symbolik hat in der westlichen Kunst eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Im 12. Jahrhundert veröffentlichten Gelehrte Bestiarien, in denen sie Naturgeschichte und moralische Assoziationen für eine ganze Reihe von Tieren vermischten. In der Renaissance schufen Künstler wie Leonardo da Vinci ihre eigene Form eines Bestiariums und im 16. Jahrhundert malte beispielsweise Tizian Werke voller symbolischer Tiere.
Auch Tiere, die nur für sich selbst stehen, blicken auf eine lange Kunstgeschichte zurück, egal ob Pfau, Pferd oder Hund. Im Folgenden haben wir für Sie sechs tierische Kunstwerke aus der "Sporting Art, Wildlife & Dogs"-Auktion von Sworders herausgesucht, die am 2. Juni stattfinden wird.
6. Anatoly Shapovalov, Guter Fang

Vom ukrainischen Künstler Anatoly Shapovalov kommen in der Auktion zwei Werke zum Aufruf. Das eine zeigt einige Pferde, die den Sonnenuntergang am Ufer eines Flusses genießen, das andere sehen Sie hier: Good Catch ("Guter Fang"). In beinahe impressionistischer Manier, die an Degas, Monet oder Renoir erinnert, hat Shapovalov mit einer zarten Palette gearbeitet und die Farben auf fast unscharfe aber dennoch leuchtende Art und Weise eingesetzt, wodurch das sich verändernde Lichtmuster eingefangen wird. Vielleicht nicht unbedingt für Vegetarier geeignet, zeigt das Gemälde den kurz zuvor an Land gebrachten Fang eines Fischers.
5. Bob Crutchley, The Sentinel

Eines der vielen Kunstwerke der Auktion, das die Liebe zu Pferden einfängt, ist diese große (80 x 111 x 64 cm) Bronze des englischen Bildhauers Bob Crutchley. Crutchley wurde am Birmingham College of Art zum Silberschmied ausgebildet, wandte sich nach dem Studium jedoch der Bildhauerei zu. Am bekanntesten ist er für seine Tier- und Gruppenporträts. Seine Skulpturen formt er direkt nach dem Vorbild der Natur mit Terrakotta und Zement, um dann Pappe, Papier und Wachs hinzuzuziehen. Schließlich werden seine Werke in Bronze gegossen, so wie das vorliegende, das inmitten einer Bewegung eingefangen worden zu sein scheint.
4. Heywood Hardy, In the Rose Garden

Heywood Hardy war ein britischer Maler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sein Spezialgebiet war die Tiermalerei, allen voran Pferde, wofür er auch weite Reisen unternahm, um die unterschiedlichsten Arten skizzieren zu können. Es heißt, er habe, um seine Löwenstudien weiter voranzutreiben, eine im Londoner Zoo verstorbene Löwin gekauft und vom damals berühmten Tierpräparator Rowland Ward ausstopfen lassen. In der vorliegenden Szene erweist sich ein Hund als gewohnt treuer Begleiter, indem er seinem Blumen pflückenden Frauchen im Garten den Korb hinterherträgt.
3. Unbekannter Künstler, Schwan

Nach Fischen und Säugetieren kommen wir nun mit diesem Schwan aus Messing und Holz zu einer weiteren Wirbeltierklasse, den Vögeln. Die 82 cm lange, 79 cm hohe und 43 cm breite Skulptur ist eine zeitgenössische und realistische Darstellung eines Schwans, der seine Flügel spreizt, um entweder gleich loszufliegen oder seinen Schnabel auf der Suche nach Nahrung ins Wasser zu tauchen. Mit seiner glatten und polierten Oberfläche fängt die Skulptur die Anmut des majestätischen Tieres perfekt ein.
2. John Nost Sartorius, On the Scent und A Hunt in Full Cry

John Nost Sartorius war ein englischer Maler, der sich auf Pferde, Pferderennen und Jagdszenen spezialisiert hatte. Dazu passt auch das vorliegende Werk, das vorder- und rückseitig gleich zwei Gemälde umfasst und in Rot und Schwarz gekleidete Jäger zu Pferd darstellt, die in einer hügeligen Landschaft der Hundemeute folgen.

Von 1781 bis 1824 taucht Sartorius' Name unter den Ausstellern in den Katalogen der Royal Academy auf und eine Liste mit 74 Werken des Künstlers ist in Walter Gilbeys Animal painters of England from the year 1650, volume 2 zu finden. Auch das Sporting Magazin präsentierte zwischen 1795 und 1827 viele gravierte Fassungen von Sartorius' Gemälden.
1. John Frederick Herring d. Ä., A Mallard Drake with Two white Ducks and their Ducklings

Wie Sartorius war auch dessen Kollege John Frederick Herring d. Ä. auf die Darstellung von Pferden spezialisiert. Sein Talent wurde schon früh von wohlhabenden Kunden bemerkt, die ihre Jagd- und Rennpferde von ihm porträtieren ließen. 1845 wurde Herring zum Animal Painter der Duchess of Kent ernannt und Queen Victoria wandte sich wiederholt mit Aufträgen an ihn und blieb für den Rest seines Lebens seine Förderin.
Obwohl es von seiner üblichen Pferdethematik weit entfernt ist, muss das vorliegende Gemälde mit Enten und ihren Küken aufgrund seiner Detailgenauigkeit, Lichtführung und warmen Farbgebung hervorgehoben werden.



