Paul Gauguins erste Zeichnung für 80.000 Euro verkauft

Die "erste bekannte Zeichnung", die der spätere Postimpressionist Paul Gauguin 1865 unter der Leitung von Charles Pensée, Professor am Lycée impérial d'Orléans, ausgeführt hat, wurde Mitte Juni für 80.000 Euro verkauft.

Paul Gauguins erste Zeichnung für 80.000 Euro verkauft

Gauguin malte das Aquarell eines Schweizer Chalets am Rande eines Gewässers im Alter von 17 Jahren, weshalb es vom Auktionshaus Rouillac in Tours als die "erste bekannte Zeichnung" des Künstlers bezeichnet wurde.

Das Aquarell entstand 1865 in jenem Zeitraum, in dem Paul Gauguin mehrere Jahre in Orléans lebte. Es ist die Kopie einer Zeichnung, die sein Lehrer Charles Pensée zuvor in der Schweiz angefertigt hatte. Da der junge Gauguin die Arbeit jedoch durchaus mit einer persönlichen Note versehen hat, ist es tatsächlich mehr als nur eine bloße Kopie, wie der Kunstgeschichtsstudent Valentin de Sa Morais erklärt, der Nachforschungen dazu betrieben hatte: "er nimmt sich die Freiheit, Änderungen vorzunehmen und das Motiv vollkommen zu transformieren, indem er es an ein Gewässer versetzt und wir können den schelmischen Geschmack entdecken, den Gauguin während seines ganzen Lebens beibehalten wird."

Erste Aquarellzeichnung von Paul Gauguin aus dem Jahr 1865 | Bild © © Rouillac via France Bleu
Erste Aquarellzeichnung von Paul Gauguin aus dem Jahr 1865 | Bild © © Rouillac via France Bleu

Das Aquarell wurde Mitte Juni im Rahmen einer Versteigerung des Auktionshaus Rouillac im Château d’Artigny in Montbazon, Indre-et-Loire, für 80.000 Euro verkauft. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten handelt es sich beim Käufer um einen französischen Unternehmer, der in der Schweiz lebt und sein erfolgreiches Gebot als Telefonbieter abgegeben hat. Die Auktion zog private Sammler und für Museen agierende Käufer aus ganz Frankreich sowie England, China, Israel, der Schweiz und den USA an, die vor Ort, am Telefon oder online teilnahmen.

Gauguin hat seine frühestes Werk mit Aquarellfarben und Tusche auf einem Canson-Papier von 39,5 x 25 cm ausgeführt und anschließend mit "Gauguin. P, 2. Juli 1865" signiert und datiert. Die Zeichnung war im Herbst 2918 nach Tours gebracht worden, wo sie fachmännisch untersucht und ihre Echtheit von zwei Studenten der Kunstgeschichte der Universität von Tours bestätigt wurde. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Arbeit unter der Anleitung von Charles Pensée, einem Professor an der Kaiserlichen Schule in Orleans ausgeführt worden war. Kurze darauf trat Paul Gauguin, den es in die Ferne zog, der Handelsmarine bei. Ist die Verlagerung der Almhütte der Zeichnung an ein Gewässer vielleicht als Hinweis auf diese Ambitionen zu deuten?

Nach Ansicht des Auktionators Aymeric Rouillac ist die Existenz dieser Zeichnung sehr interessant, weil "sie die These aufwirft, inwiefern Gauguin ein Autodidakt gewesen ist".

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Titelbild: Erste Aquarellzeichnung von Paul Gauguin aus dem Jahr 1865 | Foto © Pascal Proust / MAXPPP