...Helm und Brustpanzer trägt man zu seiner persönlichen Sicherheit; während der Schild auch die Kameraden in der Linie schützt.
Ein Schild (abgeleitet vom altgermanischen Wort scilt, das in etwa „teilen“ oder „abspalten“ bedeutet) ist im Prinzip eine Schutzwaffe, die aus einer Platte besteht, welche aus unterschiedlichen Materialien hergestellt werden kann, um ihren Träger im Kampf zu schützen oder zu zeremoniellen Zwecken zu begleiten.

Das erste Material, das zur Anfertigung eines Schildes verwendet wurde, war Holz. In der Antike musste Schilde Angriffen mit Waffen wie Äxten, Keulen, Schleudern und Pfeilen standhalten. Andere Materialien, die zum Einsatz kamen, waren Tierhäute, Weidenruten, Schilfrohr oder sogar Schildkrötenpanzer. Später kamen Metalle wie Bronze und Eisen dazu. Im Mittelalter waren Pappel, Linde und andere spaltfeste Hölzer beliebt, die teilweise mit Leder oder Rohhaut überzogen und mit Nieten und Metallbändern verstärkt wurden.
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Die Dicke und Form eines Schildes, das von einem zentralen Griff oder von am Arm befestigten Riemen gehalten wurde, variierte je nach Einsatzgebiet: Sollten sie vor den Schlägen zahlreicher Angreifer aus verschiedenen Richtungen schützen, mussten sie möglichst groß sein; befand sich der Krieger im Nahkampf, war ein kleiner und leichter Schild die richtige Wahl. Was die Form der Schilde betraf, war praktisch alles möglich: rechteckig, quadratisch, rund, oval, dreieckig oder gezackt. Auch gab es Schilde mit Gucklöchern, sodass das Gesicht geschützt war, man aber nicht den Überblick verlor.

Die Mykener (1750-1050 v. Chr.) verwendeten zwei Arten von Schilden, die aus einer mit Leder verstärkten Korbstruktur bestanden: ein rechteckiger „Turm“ und eine „Acht“. Die Hopliten, die schwerbewaffneten Soldaten im antiken Griechenland, kämpften in der sogenannten „hoplitischen Phalanx“ mit einem schweren Schild (ἀσπίς, „aspis“). Wer sein Brot später einmal als Soldat verdienen sollte, wurde seit seiner Kindheit ausgebildet. Dazu gehörte auch das Marschieren in einer Linie, um sich so wie eine riesige Mauer aus Schilden auf den Feind zuzubewegen.

Die hoplitische Phalanx marschierte und bewegte sich so, dass jeder Soldat nicht nur sich selbst, sondern auch den Gefährten zu seiner Rechten mit seinem Schild bedeckte. Diese Taktik führte jedoch dazu, dass die linke Flanke immer exponiert war. Aus diesem Grund marschierten die besten Soldaten an der rechten Flanke der Formation und schützten die Schwächsten. Es war ein Training, das auf Teamwork und Opferbereitschaft basierte. Die Phalanx musste daher vor jeder Schlacht physisch und moralisch so einheitlich wie möglich sein. Die Hopliten aßen alle zusammen nach einer strengen Diät, nahmen an religiösen Riten teil und sangen heilige Lieder, die "paion" genannt wurden.

Ähnlich wie die Griechen verwendeten auch die alten Römer ein gut strukturiertes System bei der Aufstellung ihrer Armeen, innerhalb dessen der Schild eine grundlegende Rolle spielte. Das sogenannte „testudo“ (lat. für Schildkröte) war eine Formation von beträchtlicher Komplexität, die eine große kollektive Koordination erforderte und aus ganzen Gruppen von Soldaten bestand, die nebeneinander vorrückten, eingeschlossen in einer Art riesiger gepanzerter Kiste. Der verwendete Schild war groß, robust und rechteckig und bot den Truppen enormen Schutz, wenn sie gegen den Feind vordrangen, insbesondere während Belagerungen.
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Die Legionäre der ersten Reihe verwendeten ihre Schilde als Frontschutz, während die Soldaten ab der zweiten Reihe ihre Schilder über die Köpfe hielten, wodurch sämtliche Köpfe in der Formation geschützt waren. Das Ergebnis war eine kompakte und fast undurchdringliche Masse, die dem Panzer einer Schildkröte ähnelte. Auch verbarg diese Formation die tatsächliche Anzahl der darin verborgenen Soldaten vor den Augen des Feindes und erzeugte einen Überraschungseffekt. Einer der Nachteile war die Tatsache, dass die Soldaten, die absolut synchron vorrücken mussten, keine Möglichkeit hatten, dies schnell zu tun. Sie konnten allerdings sicher und ohne leicht zu ermüden marschieren. War man am Ziel angekommen, wurde die Formation aufgelöst und man ging in den Nahkampf über.
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Die von der römischen Armee verwendeten Schilde veränderten sich stark im Laufe der Zeit. Bevorzugte man zunächst eine runde Form, wurde diese im späten 5. Jahrhundert v. Chr. durch eine konvexe abgelöst. Die ersten kaiserlichen Legionen begannen, einen rechteckigen Schild zu bevorzugen, auf dessen Oberfläche die Embleme und der Name der jeweiligen Legion eingraviert waren. Die frühen Schilde aus Holz wurden manchmal mit Bronzeplatten bedeckt, was jedoch den Nachteil hatte, dass sie recht schwer waren. Daher ging man dazu über, einige Schilde mit einer anderen Kupferlegierung zu verstärken, die leichter als Bronze war. Später bevorzugte man Rohleder. Auch gab es mit einem Schildbuckel ausgestattete Schilde, der die Aufgabe hatte, Schläge abzulenken und auch als Aussparung für den Griff diente.

Auch die Wikinger setzten einige Jahrhunderte später auf den Schildbuckel, der die in der Regel aus Holz gefertigten Schilde bekrönte. Als Material diente meist Lindenholz, aber auch Erle und Pappel waren beliebt, da sie leicht waren und nicht zu schnell barsten wie Eichenholz.
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Viele Wikingerschilde waren einfarbig bemalt, andere mit einfachen Mustern oder Symbolen verziert. Der Minimalismus dominierte, auch wenn es Beispiele gab, deren Buckel und Einfassungen mit Gold und Silber verziert waren.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wurden die Schilde der aztekischen Krieger chimalli genannt und dienten häufig eher als dekoratives Element denn als Verteidigungswaffe. Die chimalli bestanden aus Materialien wie Tierhäuten, Vogelfedern, Bambus, Agave und Baumwolle sowie Edelmetallen. Ihre Herstellung war eine gemeinschaftliche Tradition, eine echte Kunst, an der Tischler, Goldschmiede und Maler beteiligt waren. Einen solche dekorativen Aufwand betrieb man natürlich nur für einen rein zeremoniellen Schild.
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Im Laufe der Zeit und in den verschiedenen Regionen der Erde haben Schilde ein unterschiedliches Aussehen bekommen. Sie konnten mit einem gemalten Motiv, beispielsweise einem Tier oder einem Symbol, verziert sein, das die Identität seiner Armee angab. Diese Dekorationen wurden ab dem frühen Mittelalter bei heraldischen Geräten systematisiert. Auch trug ein Ritter auf der Rüstung und vor allem auf seinem Schild das Wappen seiner Familie zur Schau. Es war eine Zeit, in der es nochmals zu Innovationen auf dem Gebiet der Schildherstellung kam. Etwa im 10. Jahrhundert führten die Normannen den Drachenschild ein, der oben breit und unten spitz zulaufend war und damit die Vielseitigkeit runder Schilde mit einer erhöhten Schutzfunktion verband, da der untere Teil die Beine schützte und gleichzeitig Bewegungsfreiheit garantierte.

Doch genau wie Rüstungen verloren auch Schilde im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung. Tatsächlich waren es die Schotten, die als letze Europäer im 18. Jahrhundert mit ihren Schilden, targe genannt, in die Schlacht zogen, darunter die Schlacht bei Culloden im Jahr 1746, die Teil des Zweiten Jakobitenaufstands gegen die britische Regierung gewesen war.
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Im Kampf gegen Schusswaffen war der Schild nicht sehr praktisch und zunehmend unbrauchbar. Durch die Entwicklung moderner, kugelsicherer Materialien sind Schilde heute Bestandteil der Ausrüstung spezieller Polizeieinheiten.
Die Stars auf dem Auktionsmarkt sind jedoch die antiken Schilde, die für Zehntausende Dollar verkauft werden können. 2004 erzielte ein runder zeremonieller Schild mit Villanova-Prägung in einem britischen Auktionshaus 41.825 GBP. Zehn Jahre später wurden mit einem spanischen Schild aus dem 16. Jahrhundert, der für ein Turnier angefertigt worden war, 42.000 Euro erzielt.




