Mitte Juni darf im Zürcher Auktionshaus Schuler wieder fleißig mitgeboten werden. Während es sich bei der Blauen Auktion am 14. Juni um eine reine Onlineauktion handelt, freut sich das Auktionshaus, vom 16. bis 18. Juni (voraussichtlich) wieder ein Publikum im Saal begrüßen zu dürfen.

Zu diesem Anlass hat Schuler einen hervorragenden Katalog zusammengetragen, in dem Schweizer Künstler natürlich nicht fehlen dürfen, wie bereits anhand der Gemäldeofferte deutlich wird. Neben Vertretern der Genfer Schule des 19. Jahrhunderts ist hier vor allem Alexandre Calame, von dem eine morgendliche Ansicht des Wetterhorns zum Aufruf kommt.

Doch auch fernere Motive dienten den Künstlern der Auktion als Motiv. Zu nennen sind hier die beiden französischen Orientmaler Henri Jean Pontoy und Jacques Majorelle. Ein Stipendium hatte es Pontoy ermöglicht, 1926 Tunesien und Marokko zu bereisen, wo er das rege Treiben des Marktplatzes Djemaa el Fna in Marrakech festhielt, der auch heute noch ein beliebter Touristenort ist.
Eine weitere Sehenswürdigkeit verdankt Marrakech Jacques Majorelle, der 1917 ganz nach Marokko zog und dort nach dem Tod seines Vaters, der berühmte Kunsttischler Louis Majorelle (1859-1926), ein Haus baute. Berühmt ist das Anwesen vor allem für seinen Garten, den Jardin Majorelle. Den Namen behielt er auch, als Yves Saint Laurent (1936-2008) und sein Partner Pierre Bergé (1930-2017) das Anwesen kauften. Eine 1997 gegründete Stiftung soll den Zaubergarten in Marrakech für zukünftige Generationen erhalten.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg besuchte Majorelle weitere Länder Westafrikas, darunter Guinea, wo diese Marktszene entstand, wo er die leuchtenden Farben der Marktfrauen von Macenta mit feinen Pinselstrichen festhielt.

Noch weiter in den Süden Afrikas stoßen wir mit diesem Objekt hervor, das in der Kategorie „Accessoires de mode“ zum Aufruf kommt. Für seine Frühjahr/Sommer-Kollektion 2009 ließ sich Louis Vuitton von der Kalahari inspirieren und schuf diese Tasche, deren Zier dem traditionellen Schmuck der Wüstenbewohner nachempfunden ist.

Machen wir nun einen Sprung über den großen Teich und lassen und in der Schmuckofferte von dem intensiven Leuchten dieses losen Paraiba-Turmalins von 33,50 ct) hypnotisieren. Die türkisfarbenen Schmucksteine wurden nach dem Ort ihrer Entdeckung, dem brasilianischen Bundesstaat Paraíba benannt. Bei Schuler kommen mehrere lose Paraiba-Turmaline zum Aufruf.

Nach einer langen Reise Richtung Nordwesten erreichen wir die Asiatikaofferte bzw. Japan, wo im späten 19. Jahrhundert diese Deckeldose im Form einer Pflaumenblüte angefertigt wurde. Das Objekt aus Eisen mit goldenen und silbernen Einlegearbeiten der japanischen Zogan-Technik wurde mit „Kyôto jû Komai sei“ ("gemacht von Komai aus Kyôto“) signiert und ist damit eine Arbeit der Werkstatt des Komai Otojirô. Die Werkstatt produzierte hauptsächlich für den Export.

Mit einer weiteren Dose kehren wir nach Europa zurück, wo man im 18. Jahrhundert schnörkelige Muschelornamente mit Motiven aus Fernost kombinierte. An diesen Stil erinnert auch die Doppeldose aus England. Die Ornamentik ist jedoch zurückhaltender und die pastoralen Figuren wurden mit antikisierenden Architekturen kombiniert, was auf den aufkommenden Klassizismus hindeutet.

Aus derselben Epoche stammt diese Louis XVI-Kommode, die um 1770 im Stil des Ebenisten Giuseppe Maggiolini ausgeführt wurde. Das erlesene Stück bedarf einer Auffrischung, ist dafür aber für einen moderaten Preis zu haben.

Mit diesem Armlehnstuhl aus Mahagoni mit dunkelgrünem Lederbezug kehren wir nach England zurück. Genauer gesagt in die dortige Regency-Epoche. Gemeint ist damit die Zeit zwischen 1811 und 1820, als der spätere König George IV. die Regierungsgeschäfte für seinen Erkrankten Vater, George III., übernahm.

Dass Armlehnstühle ein absoluter Evergreen sind, wird nicht nur in der Möbelofferte deutlich, sondern auch in der Kategorie „Vintage Design und Klassiker“. Hier kommt ein frühes Exemplar von Alvar Aaltos 1932 entworfenen Stuhls B31 zum Aufruf. Vom Grundprinzip her gleich geblieben, stellt die Verwendung von Formsperrholz eine wichtige technologische Weiterentwicklung seit dem Regency dar.

Unter den Großuhren der Auktion muss diese französische Kaminuhr mit Allegorie der Astronomie aus feuervergoldeter Bronze hervorgehoben werden. Wie der Regency-Armlehnstuhl wurde auch diese Uhr um 1820 hergestellt. In Frankreich befand man sich nach dem Empire-Stil der Kaiserzeit Napoleons in der Epoche der Restauration, als das während der Französischen Revolution entmachtete Haus Bourbon auf den Thron zurückkehrte.

Schließen wir nun den Kreis und kehren wir in die Schweiz zurück. Dafür eignet sich ein Highlight aus der Taschen- und Armbanduhrenofferte natürlich am besten. Dabei handelt es sich um begehrte Ware für Sammler von Vintage-Armbanduhren, genauer gesagt, um einen frühen Schaltrad-Chronographen von Longines aus dem Jahr 1936.
Die Versteigerungen beginnen an allen Tagen um 9 Uhr. Die Saalauktionen finden im Auktionshaus Schuler, Seestraße 341, in Zürich statt. Die Ausstellung zur Auktion ist dort noch bis zum 11. Juni geöffnet.



