Wie Fabelwesen inmitten eines Meeres aus Farben, Formen und bunten Seifenblasen erscheinen die Badenden Knaben, die der Hamburger Künstler Otto Rodewald 1920 auf eine Leinwand zauberte. Rosewald, der kurz zuvor die Schrecken des Ersten Weltkriegs an vorderster Front miterlebt hatte, war zu jenem Zeitpunkt bemüht, das Erlebte zu überwinden, indem er "nur aus Farbe und Form Wände" um sich herum errichtete. Die aus diesem Verlangen entstanden Werke sind nicht nur für den Künstler selbst bedeutend, sondern in ihrer expressiv-kristallinen Komposition auch für die damalige Epoche.

Mit Badende Knaben kommt ein solches Hauptwerk Rodewalds am 28. November in der Kunstauktion des Auktionshauses Stahl in Hamburg zum Aufruf. Die Hansestadt war Otto Rodewalds Wohn- und Hauptwirkungsstätte. Dort schloss er sich 1921 der Hamburgischen Sezession an, den Mitglied er sieben Jahre später wurde.

Mit Ivo Hauptmann ist ein Sezessionsmitglied der ersten Stunde in der Auktion vertreten. Zum Aufruf kommen mehrere Werke aus verschiedenen Schaffensphasen des Expressionisten. Einige frühe Arbeiten, darunter Strandkörbe auf Hiddensee, entstammen dem Frühwerk Hauptmanns, als dieser noch im Stil des Pointillismus malte. Mit diesem Stil hatte ihn Paul Signac während eines Studienaufenthaltes in Paris vertraut gemacht.

Für seine Serie mit Porträts berühmter Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts verwendete Andy Warhol als Vorlage auch eine Fotografie des chinesischen Kulturrevolutionärs und Diktators Mao Tse-tung. Das Hinzufügen von dramatischen Farbe zu dem eigentlich schlichten Bildnis hat den Effekt, dass der Dargestellte demaskiert statt übermalt wird.

Im Gegensatz zu Warhol verwendete Gerhard Richter 1969 für seinen Siebdruck Schweizer Alpen eine auf weiß, grau und schwarz limitierte Farbpalette, die dem Motiv nichts hinzufügt, aber auch nichts wegnimmt.

Unter den älteren Gemälden sei zunächst auf hochformatige Werk Elegante Dame mit Wackelpagode hingewiesen, das James Tissot zugeschrieben wird. Tissot gehörte in Paris und London zu den gefragtesten Porträtmalern seiner Zeit.

Vom norddeutschen Porträt- und Genremaler Wolfgang Heimbach kommt das biblische Gemälde Die Begegnung von Jakob und Rahel zum Aufruf. Heimbach, der in den Niederlanden ausgebildet wurde, arbeitete als Hofmaler in Oldenburg und Kopenhagen und malte während eines Italienaufenthaltes Papst Innozenz X. und führe Aufträge für die Medici in Florenz aus.

In der Toskana entstand Mitte des 14. Jahrhunderts auch dieses private Andachtsbild, das mit Tempera über Goldgrund ausgeführt wurde. Dargestellt ist die Kreuzigung Christi in einer vielfigurigen Szene. Aus dem Kreuz spießt der Lebensbaum, der ein Symbol der Auferstehung ist. Der darin nistende Pelikan, der seine Jungen mit seinem eigenen Blut nährt, steht in der christlichen Ikonographie symbolisch für Nächstenliebe.

In der Antiquitätenofferte ist besonders ein Art déco-Schrank hervorzuheben, dessen Entwurf dem ungarischen Orientalisten Gyula Tornai zugeschrieben wird. Auffälligstes Detail des Schrankes aus mit Marketerien verzierten Mahagonimöbels ist das Figurenrelief, das möglicherweise eine Szene aus der Verdi-Oper Aida zum Thema hat. Von den Möbeln, die von Tornais großem Talent auf diesem Gebiet zeugen, sind nur wenige Beispiele bekannt.

Sowohl in der Porzellan- als auch in der Bronzeofferte kommen interessante Darstellungen von Raubkatzen zum Aufruf: Zum einen handelt es sich um eine Löwenfigur im chinesischen Stil, die Arthur Storch um 1921 für die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, Volkstedt (Rudolstadt) geschaffen hat, zum anderen um die Bronzegruppe Deux lionnes s'abreuvant ("Zwei trinkende Löwinnen") des französischen Bildhauers Roger Godchaux. Godchaux gehörte zu den besten Tierbildhauern ("Animaliers") in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bereits am 27. November kommen im Auktionshaus Stahl Uhren, Schmuck und Taschen zum Aufruf. Zu den Highlights unter den Armbanduhren gehören die Herrenarmbanduhr Oyster Perpetual Date Submariner von Rolex sowie eine seltene und limitierte Roségold-Tourbillon von Chopard. In diesem Zusammenhang sei auch auf den ultramodernen Präzisionsuhrenbeweger Rotalis 30 der Erwin Sattler GmbH & Co. KG hingewiesen – ein absolutes Muss für jeden Sammler kostbarer Armbanduhren.
Die Versteigerungen finden am 27. (15 Uhr) und 28. November (11 Uhr) im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 21. bis 26. November (außer Sonntag) geöffnet.
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