Bereits seit 27 Jahren wurde in den Unterweißbacher Werkstätten in Thüringen Gebrauchsgeschirr aus Porzellan hergestellt, als man sich 1909 dazu entschloss, eine Kunstabteilung zu gründen. Die Leitung wurde Max Adolf Pfeiffer (1870-1957) anvertraut, der drei Jahre später als kaufmännischer Leiter an die Manufaktur Meissen wechselte („Pfeiffer-Zeit“).
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Die Erzeugnisse der Schwarzburger Werkstätten genannten Kunstabteilung sollten höchsten Ansprüchen genügen, weshalb Pfeiffer für die Entwürfe der Porzellanfiguren die besten Bildhauer der damaligen Zeit engagierte: Ernst Barlach (1870-1938), Arthur Storch (1870-1947), Paul Scheurich (1883-1945), Gerhard Marcks (1889-1981) und andere.
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Auffällig war auch die Verpflichtung von vielen Künstlerinnen für die Kreativabteilung, darunter die in Odessa geborene Dorothea Charol (1889-1963), die sich der Formensprache des Art déco verschrieben hatte, und Claire Volkhart (1886-1935), die von 1913 bis 1929 für die Schwarzburger Werkstätten arbeitete und meist Figuren von Tänzerinnen entwarf.
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Mit Etha Richter (1883-1977) beschäftigte die Porzellanmanufaktur die erste Tierbildhauerin Deutschlands. Da sie als Frau an der Dresdner Kunstakademie nicht zugelassen war, sammelte sie anatomische Kenntnisse über die Fauna als erster weiblicher Hörer an der Tierärztlichen Hochschule Dresden.

Durch die Verpflichtung vieler verschiedener Bildhauer ist das Œuvre der Manufaktur sehr breitgefächert und widerspiegelt die unterschiedlichen Kunstströmungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, wie Jugendstil und Art Déco, aber auch Abstraktion, Expressionismus und die Neue Sachlichkeit.
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Ein gutes Beispiel dafür sind diese beiden Raubkatzenfiguren von Etha Richter und Gerhard Marcks. Während das Leopardenpaar von Richter naturalistisch gestaltet ist, weist die Schreitende Löwin von Marcks sehr moderne, stilisierte Züge auf.

Obwohl die Erzeugnisse der Schwarzburger Werkstätten schnell berühmt wurden, unter anderem durch die Teilnahme an der Weltausstellung in Brüssel im Jahr 1910, ging das Unternehmen 1930 in den Konkurs. 1940 wurde es vom Porzellan-Unternehmer Heinz Schaubach übernommen, der es bis zur Enteignung durch die DDR 1953 betrieb.
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Das Werksverzeichnis der Schwarzburger Werkstätten umfasst 1900 Modelle. Viele von ihnen werden heute von der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur – ebenfalls in Thüringen – wieder ausgeformt. Auch bei ihnen steht der hohe Qualitätsanspruch an oberster Stelle. Die Fertigung einer Figur kann daher bis zu drei Monate dauern.

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Bleibt noch eine Frage zu klären, die Ihnen vermutlich seit dem Lesen der Überschrift unter den Nägeln brennt: Was hat es mit dem „schnürenden Fuchs“ auf sich? Die Schwarzburger Werkstätten wählten das scheue Waldtier als ihr Logo, wobei mit „Schnüren“ in der Jägersprache die normale Gangart des Fuchses bezeichnet wird.










