Am 17. März wird im Zuge von Bonhams' Auktion mit moderner und zeitgenössischer afrikanischer Kunst ein bedeutendes Porträt der südafrikanischen Malerin Irma Stern (1894-1966) angeboten. Der Schätzwert liegt bei 700.000 bis 1 Million GBP – einer der höchsten, der seit Sterns aktuelles Rekordwerk Arab Priest ("Arabischer Geistlicher") im März 2011 bei Bonhams für 4,3 Millionen Euro den Besitzer wechselte, für eine Arbeit der Künstlerin veranschlagt wurde.
Das Porträt Arab with Dagger ("Araber mit Dolch") ist eines jener Gemälde, die Irma Stern während ihrer zweiten Sansibar-Reise ausführte. Die Künstlerin war, fasziniert von der arabischen Kultur, auf die Insel vor der Küste Tansanias zurückgekehrt, um zu arbeiten und ihr neues plastisches Vokabular zu pflegen. Die Werke, die in dieser entscheidenden Phase entstanden, zeugen von ihrem kreativen Genie und gelten als die bedeutendsten ihrer Karriere.
Arab with Dagger ist eine bemerkenswerte Arbeit und zeigt eine Irma Stern auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.
Sterns Interesse an der arabischen Kultur war durch die aus Malaysia stammenden Einwanderer in Südafrika geweckt worden. Auf Sansibar konnte sie ganz in diese Fremde Welt eintauchen und wurde Teil der Gemeinschaft. Ihre erste Sansibar-Reise unternahm Irma Stern 1939 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die zweite Reise trat sie bei Kriegsende im Jahr 1945 an. Ihr Ziel war es, ihrer Kunst dort einen entscheidenden Impuls zu geben. Sie wohnte in einem gegenüber einer Moschee gelegenen Haus, trank mit der Sultanin Tee, schlendert durch die Basare, nimmt an einer Hochzeit teil – kurz gesagt: Sie nimmt alles um sich herum auf, wie ein Schwamm. In ihren Briefen beschreibt sie ihren Aufenthalt als "Eroberung neuer Wege für meine Arbeit und meine Entwicklung. Ich male dramatische Bilder, Kompositionen und Gesichter".

Stern interessierte sich vor allem für ältere Männer und deren Gesichter, die für sie "tiefes Leiden, tiefe Weisheit und ein umfassendes Verständnis aller Freuden des Lebens ausstrahlen – lebende Gesichter, die die Erfahrungen des Lebens ausstrahlen".
Als Rahmen für Arab with Dagger diente, wie auch für viele andere während des Aufenthalts entstandenen Gemälde, ein Teil einer sansibarischen Holztür mit geschnitzten Reliefs. Die Reliefs zeigen traditionelle Motive wie Lotusblumen, Weihrauch oder Fische, mit denen das Erbe der Insel und ihre Geschichte gewürdigt werden. Die Tatsache, dass diese Türen einem Exportverbot unterworfen waren, kümmerte Irma Stern nicht. Vielmehr beauftragte sie einen Tischler, die Rahmen perfekt an ihre Gemälde anzupassen.
Laut Giles Peppiatt, Leiter der Abteilung für afrikanische Kunst bei Bonhams, ist "Arab with Dagger [...] eine bemerkenswerte Arbeit und zeigt eine Irma Stern auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Wie viele ihrer Porträts aus dieser Zeit fängt sie nicht nur eine gewisse Individualität ein, sondern auch den Fatalismus und die spirituelle Tiefe, die die Künstlerin unter den Arabern erlebte, die sie so sehr bewunderte."

Irma Stern, eine einzigartige Künstlerin, die vom deutschen Expressionismus beeinflusst war, war eine der ersten, die für die schwarze Bevölkerung ihres Heimatlandes eintrat. Ihre Porträts und Landschaftsbilder entwickelten sich auf ihren vielen Reisen in Afrika (Senegal, Sansibar, Belgisch-Kongo, Swasiland...) und Europa und brachten ihr in den 1940er Jahren eine gewisse Anerkennung ein.
Südafrika, wo sie anfangs belächelt worden war und man sich über ihre Kunst sogar lustig gemacht hatte, begann, Irma Stern und ihr Schaffen zu würdigen. Fast 100 Ausstellungen gab es noch zu ihren Lebzeiten auf der ganzen Welt. Heute hängen viele ihrer Werke in bedeutenden Museen, darunter auch Arab Priest, das 2011 von der Museumsbehörde von Katar erworben wurde und nun Teil der Sammlung des neuen Orientalist Museum in Doha ist.
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