Wenn Bukowskis am 17. und 18. November seine internationale Qualitätsauktion mit moderner Kunst und Design präsentiert, sind Künstler wie Estrid Ericson, Wilhelm Kåge, Pablo Picasso, Otto G. Carlsund, Sigrid Hjérten und Bernard Buffet mit herausragenden Werken mit von der Partie. Des Weiteren vertreten sind kreative Köpfe wie Axel Einar Hjorth, Gösta Adrian-Nilsson und Arman. Entdecken Sie nun einige Highlights der Auktion!

Bevor Josef Frank 1933 nach Schweden floh, arbeitete er für die Firma Haus & Garten in Wien. Bereits dort begann er, Schränke mit verschiedenen Textilien zu tapezieren, was er wenige Jahre später bei Svenskt Tenn fortsetzte. Neben blumigen Stoffen kamen nun auch Varianten aus Leder und Landkarten zum Einsatz.

Ein Beispiel für letzteres ist der in der Auktion vertretene Schrank Plan de Paris à vol d’oiseau, der mit einer Karte von Paris aus der Vogelperspektive des französischen Kartographen Georges Peltier tapeziert wurde. Peltiers detaillierter Stadtplan zeigt Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ausführung dauerte insgesamt zwanzig Jahre und nahm 30.000 Arbeitsstunden in Anspruch. Deis ist gar nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass jede kleine Gasse genauso abgebildet ist, wie die Wahrzeichen und großen Plätze, darunter der Eiffelturm und die Place de la Bastille. Zwischen 1920 und 1985 erschienen insgesamt nun Ausgaben der Karte. Ein Exemplar davon landete auf dem Kabinettschrank von Josef Frank.

Dieser seltene Tisch Mora aus geschnitzter und in Schwarz und Ocker lackierter Kiefer zeugt von der Fähigkeit des Designers Axel Einar Hjorth, Möbel in den unterschiedlichsten Ausdrucksformen und mit individuellem Charakter, aber mit stets gleichbleibender Handwerkskunst zu schaffen. Der Tisch in der Auktion trägt die Nummer „C22246“, was darauf hindeutet, dass er von der Nordiska Kompaniet auf der Stockholmer Ausstellung von 1930 in der hallen för dyrbarare ting („Halle für teuere Dinge“) ausgestellt wurde.

Der erste Auktionstag endet mit der Offerte „Hans Bergström – The Master of Light“, einer historischen Sammlung mit Leuchten des schwedischen Designers aus dem Studio Lyktan. Hans Bergström und seine Frau Verna gründeten das Studio 1934 in Helsingborg. Eines der ersten dort geschaffenen Stücke war eine Tischleuchte für das Café Kafferepet, die nun bei Bukowskis versteigert wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die Bergströms an Ausstellungen teil und ihre Designs erreichten auch Südafrika und die Vereinigten Staaten, wo sie 1949 bei einer Ausstellung in Bonniers neuem Kaufhaus in New York durch ihre Eleganz ins Auge fielen. Hans Bergström durfte sich nun nicht mehr nur Designer, sondern Lichtarchitekt nennen. Bei Bukowskis kommen rund dreißig seiner Leuchten zum Aufruf.

1918 fand in der Galerie Gummeson in Stockholm Gösta Adrian-Nilssons bahnbrechende Ausstellung Sjömanskompositioner statt, die als Startschuss für die schwedische Moderne bezeichnet wurde. Die Ausstellung bestand aus knapp zwanzig Ölgemälden, bei denen das häufigste Thema des Künstlers, der Seemann, im Mittelpunkt stand. In dem Gemälde Sjömän, das mit dem höchsten Schätzpreis der Auktion, 6-8 Millionen SEK (600.601-800.801 Euro), ausgestattet ist, hat Adrian-Nilsson drei Matrosen und Engel, die Blasinstrumente spielen, dargestellt. Die S-förmigen Körper der Figuren und die kräftige Farbpalette, in der die Primärfarben Rot, Blau und Gelb gegeneinander gesetzt sind, verleihen dem Gemälde eine interessante, kaleidoskopische Perspektive.

Zu Beginn seiner Karriere ließ sich Maurice Estève sowohl von älteren Meistern, als auch von den Pionieren der Moderne inspirieren. Als er in seinen Vierzigern war, gab Estève die figürliche und von realen Dingen beeinflusste Malerei auf und ließ seine Kompositionen zu einem Muster mit einem ganz eigenen Rhythmus zusammenfließen. Das Gemälde Le Guetteur („Der Betrachter“) von 1951 ist ein schönes Beispiel dafür, wie Estève auf vorgegebene Motive verzichtete, um die Leinwand mit frei erschaffenen Formen zu füllen.

Nachdem bei einem Druckfehler im Ausstellungskatalog der Pariser Galerie Iris Clert der Buchstabe „d“ vergessen worden war, beschloss Armand Pierre Fernandez, seine Werke fortan mit „Arman“ zu signieren. Der französische Künstler, der der Gruppe Nouveau Réalisme, die sich der informellen Kunst widersetzte, angehörte, begann Ende der 1950er Jahre mit der Schaffung von Skulpturen. Er erforschte diese Kunstform in mehreren Serien, in denen die Objekte gesägt und geschnitten, zertrümmert oder verbrannt wurden. Arman hat mehrere monumentale Werke geschaffen, darunter Espoir de Paix (1995) in Yarze bei Beirut, das aus Zement und Panzern besteht und 30 Meter hoch ist. Ein etwas kleineres Kunstwerk ist die dreidimensionale Arbeit Blue and blue rain von 1987, das aus Farbe und Farbtuben sowie deren Verschlüssen besteht.

