Das Auktionsjahr 2019 wird bei Durán Arte y Subastas mit einer rund 860 Lose umfassenden Auktion mit Gemälden, Skulpturen, Porzellan, Schmuck, Uhren, Teppichen und Möbeln sowie 200 Büchern und Manuskripten beendet. Zu den Top-Losen der breitgefächerten Offerte gehört ein Gemälde aus dem Umkreis von Velázquez, das Manuel de Fonseca y Zúñiga darstellt.
Manuel de Fonseca y Zúñiga, Conde de Monterrey war einer der wichtigsten Förderer und Kunstsammler im Spanien des 17. Jahrhunderts und Schwager des Conde-duque de Olivares, Günstling und Minister Philipps IV. Auf dem vorliegenden Portrait ist Don Manuel ganz in Schwarz gekleidet, mit dem Kreuz des Santiago-Ordens auf der Brust sowie einer goldenen Kette und einem Schlüssel am Gürtel, womit die Ritter ihren Rang und ihre Loyalität gegenüber dem Hof symbolisierten.

Das Gemälde stammt aus der Sammlung von Diego Mejía, Marquis de Leganés, Offizier und Politiker am Hofe Philipps IV. Es wurde von 1637 bis 1642 in der Sammlung verwahrt, unter der Inventarnummer 767, die noch in der unteren linken Bildecke zu erkennen ist.
Zu den Leistungen des Conde de Monterrey als Mäzen gehört auch die Unterstützung Diego Velázquez auf dessen erster Italienreise. In seiner Funktion als Gesandter am Heiligen Stuhl ermöglichte er es ihm, in der Villa Medici in Rom zu logieren, um dann im Sommer 1630, als er erkrankt war, in der spanischen Botschaft empfangen zu werden. Zum Dank portraitierte Velázquez seinen Förderer und dessen Frau. Dieses Portrait des Conde de Monterrey diente als Vorlage für spätere Ausführungen und Drucke, nachdem Don Manuel 1631 zum Vizekönig von Neapel ernannt worden war.

Der Auktionskatalog enthält auch eine Kopie eines Reiterportraits Philipps IV., das um 1635 von Diego Velázquez (heute im Museo del Prado) angefertigt wurde und die Signatur von José María Angoloti y Mesa trägt.

Mit dem Ölgemälde Die Spinnerinnen oder Die Sage der Arachne liegt die Kopie eines weiteren bekannten Werkes von Velázquez vor. Das Original stammt von 1655-60 und wurde von Pedro de Arce in Auftrag gegeben, einem Adeligen und Mitglied der königlichen Leibgarde. Auch dieses Originalwerk ist heute im Prado zu sehen. Das Gemälde zeigt im Vordergrund fünf Spinnerinnen bei der Arbeit, während im Hintergrund fünf elegant gekleidete Damen in einem mit Wandteppichen geschmückten Alkoven zu sehen sind. Eine dieser Damen trägt den typischen Helm der griechischen Göttin Pallas Athene, Erfinderin der Webkunst, die von der Weberin Arachne eben darin herausgefordert wurde.

Mit Die Anbetung der Könige liegt ein Originalwerk des andalusischen Malers José Risueño in der Auktion vor, das vom Einfluss der flämischen Malerei auf die Spanische Schule des 17. Jahrhunderts zeugt. Die erdigen Töne und das Gespür für Naturalismus sind charakteristisch für die Werke Risueños und belegen den Einfluss durch Anthonis van Dyck. Dargestellt ist die bekannte Szene des Neuen Testaments mit den von Dienern begleiteten drei Königen, die Maria und dem Christus-Knaben, der fragend zu seiner Mutter emporblickt, ihre Geschenke präsentieren. Umrahmt ist die Szene von Josef am linken Bildrand sowie Soldaten und Hirten.

Ein weiteres Gemälde der Spanischen Schule des 17. Jahrhunderts zeigt sozusagen den Beginn der soeben dargestellten Ereignisse: Mariä Verkündigung. Es ist eine klassische Darstellung des Themas, die die lesende Jungfrau Maria in einem Haus darstellt, als sie vom verkündenden Erzengel Gabriel und dem Heiligen Geist in Gestalt einer Taube aufgesucht wird.

Um noch einmal auf die Flämische Schule des 17. Jahrhunderts zurückzukommen: Auch sie ist mit einem Gemälde von David Teniers d. J. unter den Top-Losen der Auktion vertreten. Teniers war ein sehr vielseitiger Maler, der Portraits und Landschaften genauso malte wie Genrebilder und Stillleben. Im vorliegenden Gemälde hat er gleich mehrere dieser unterschiedlichen Motive vereint.
Die Auktion findet am 19. Dezember um 18 Uhr bei Durán Arte y Subastas in Madrid statt.


