Ein Gemälde mit Mars, Venus, Bacchus und Merkur als Protagonisten, das dem flämischen Barockmaler Theodoor Rombouts zugeschrieben wird, wurde am 4. Juli in der französischen Stadt Clermont-Ferrand versteigert. Das bis dahin unbekannte Gemälde, das die stilistischen Charakteristika des nördlichen Caravaggisten aufweist, wurde auf einem Anwesen in der Auvergne gefunden und ist nach Ansicht der Expertin für antike Malerei Julie Ducher "eine aufregende Entdeckung auf diesem Gebiet".

Vorab der Auktion war der Schätzpreis des Gemäldes von den Experten der Firma Éric Turquin auf 80.000-100.000 Euro festgelegt worden. Verkauft wurde das Werk schließlich für 305.000 Euro. Nach den ersten noch eher zaghaften Geboten, nahm das Interesse plötzlich rasant zu, wie die Tageszeitung La Montagne berichtet, sodass der geschätzte Preis am Ende verdreifacht wurde. Warum das geschah? "Es ist ein seltener Künstler auf dem Markt", erklärt ein Sprecher des Kunstberatungsunternehmens. "Dieses bisher unbekannte Gemälde ist sehr elegant und recht aktuell."

Das monumentale Leinwandgemälde (1,56 x 2,47 m) stellt den Kriegsgott Mars dar, der seine Geliebte Venus umarmt, die mit dem Gott der Schmiedekunst Vulkan verheiratet ist. Begleitet werden die beiden vom Weingott Bacchus und dem Götterboten Markus sowie einem schelmischen Amor, der die Szene beobachtet. Zusammenkünfte zwischen Mars und Venus wurden in der Kunstgeschichte immer wieder dargestellt, oft ergänzt durch einen Amorknaben, der als die Frucht ihres ehebrecherischen Verhältnisses angesehen wird.
Bei Rombouts wird das mythologische Thema jedoch erweitert, indem er triviale Details eine Perlenkette, ein Tric-Trac-Spiel und Spielkarten einfügt, die man eher bei einem flämischen Glücksspiel antreffen würde, denn bei einem göttlichen Stelldichein auf dem Olymp.
"Unter seiner Krone aus Weinblättern blickt Bacchus den Betrachter an und nimmt ihn mit, diese ehebrecherische Beziehung zu bezeugen. Merkur ist in einer für seine Person beliebten Pose dargestellt und mit seinem üblichen Attribut, dem Helm mit den Taubenflügeln, ausgestattet. Er fordert das Paar heraus und lädt sie mit einem Würfelpaar zu einem Glücksspiel ein. Die Komposition präsentiert eine ungewöhnliche Mischung, beinahe extravagant", so das Fachunternehmen.
Theodoor Rombouts ist bekannt für seine Arbeiten im Stil Caravaggios. Seine Karriere begann er zwischen 1608 und 1616 in Antwerpen unter der Leitung von Abraham Janssen, einem unbestrittenen Meister des Lichts. Zum Abschluss seiner Ausbildung ging Rombouts nach Italien, wo er mit den Werken Caravaggios in Berührung kommt, dessen Auffassung von Hell-Dunkel-Kontrasten er teilt. Nach neun Jahren in Italien kehrt der nach Antwerpen zurück, wo er in die Lukasgilde aufgenommen wird und sein Auskommen mit Auftragsarbeiten bestreiten kann.

"Am bekanntesten ist er für seine Bankettszenen, Wirtshäuser und Musiker, viele Erfolge konnte er aber auch auf dem Gebiet der Historienmalerei feiern", sagt der Experte von Éric Turquin. "Dieses Gemälde stammt vermutlich aus einer entscheidenden Phase am Anfang seiner Karriere, als er flämische und niederländische Einflüsse mischte. Es zählt eindeutig zum Caravaggismus, das Licht ist sehr klar. Es vereint die vier Protagonisten und enthüllt die realistischen Details."

Theodoor Rombouts war zu Lebzeiten so erfolgreich, dass er 1632 die Ehre hatte, von Anthonis van Dyck portraitiert zu werden, kurz bevor dieser als Hofmaler an den Hof in London gerufen wurde. Rombouts starb 1637 im Alter von nur 40 Jahren und hinterließ eine reiches Werk im Stil eines führenden flämischen Caravaggisten.



