Antiquitäten und Dekoratives, zwei- und dreidimensionale Kunstwerke, traumhaften Schmuck und hochinteressante Uhren versteigert Hampel am 7. und 8. Dezember in rund 1600 Losen, die in sechs hervorragend bestückten Katalogen präsentiert werden. Einige der vielen Highlights möchten wir Ihnen nun vorstellen.
Der erste Auktionstag startet um 10 Uhr mit der Offerte „Möbel & Einrichtung, Uhren, Silber“, in der vor allem auf einen interessanten Globussekretär sowie auf eine außergewöhnlich seltene französische Pendule aus dem 18. Jahrhundert hingewiesen werden muss.
Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt die große neapolitanische Krippe, die eines der Highlights der nächsten Kategorie, „Skulpturen & Kunsthandwerk“, darstellt.

Hier ist zudem auf diese bedeutende Südtiroler Schnitzmadonna des Weichen Stils hinzuweisen, die dem um 1375 bis 1424 tätigen österreichischen Maler und Bildschnitzer Hans von Judenburg zugeschrieben wird. Der Weiche Stil war ein Stil der Spätgotik, der sich um 1400 von Prag aus in weiten Teilen Europas verbreitete und für den die „Schönen Madonnen“ besonders charakteristisch sind. Geprägt wurde die Bezeichnung jedoch erst im 20. Jahrhundert geprägt.
Ab 11 Uhr wendet sich Hampel anschließend den Gemälden Alter Meister zu, die in zwei Katalogen angeboten werden und Porträts und Veduten genauso umfasst wie Historienmalerei und Stillleben.

Mit dem höchsten Schätzpreis kommt hier das bedeutende Gemälde Großes Blumenstillleben mit Edelsteinen zum Aufruf, das eine frühe Arbeit dieses Themas des auch „Blumenbrughel“ genannten Malers Jan Brueghel d. Ä. darstellt, entstanden um 1606 oder etwas früher. Darauf lassen sowohl die Änderungen, die der zu jenem Zeitpunkt in der Thematik noch unerfahrene Künstler aus bildkompositorischen Gründen noch während des Malprozesses vornahm, als auch die dendrochronologischen Untersuchungen des Bildträgers schließen. Da Brueghel Blüten stets nach der Natur malte, dürfte die Fertigstellung dieses Gemäldes mit vielen verschiedenen Blumen mehrere Monate gedauert haben.
Gut vertreten im Katalog sind Werke im Stil der Hell-Dunkel-Malerei (Chiaroscuro) Caravaggios, u. a. von dessen Schüler Bartolomeo Cavarozzi sowie Gerrit van Honthorst und Jusepe de Ribera.

Auch darf auf zwei Gemälde des Flamen Theodor Rombouts mitgeboten werden: Das Konzert sowie das hier abgebildete Kartenspieler am Tisch mit einem Kiebitz (Spielbeobachter). Das großformatige Werk zeigt die Spielrunde in Lebensgröße, wodurch sich der Betrachter in mitten des Geschehens wähnt. Dieses besteht aus zwei Kartenspielern sowie drei weiteren Personen. Ein älterer Mann „kiebitzt“ einem der Spieler über die Schulter, was ein weiterer junger Mann amüsiert zu bemerken scheint, woraufhin ihn eine ältere Frau wütend an der Schuler packt. Der neugierige Alte ist jedoch nicht der einzige Beobachter des Spiels: aus einem aufgeschnittenen Brotlaib lugt ein Mäuschen hervor, welches jedoch wohl kaum etwas verraten wird.

Um 12:30 Uhr geht es weiter mit „Impressionisten & Moderne Kunst“, eine schöne Offerte, hinter deren erstem Los sich eine Bronze von niemand geringerem als Auguste Rodin verbirgt. Dabei handelt es sich um L‘âge d’airain („Das eherne Zeitalter“), eine Skulptur, mit der Rodin sein Können 1877 erstmals der Öffentlichkeit vorstellte – und das so überzeugend, dass man zunächst glaubte, es handele sich um einen Personenabguss. Neben Rodins Talent hatte auch eine Reise des Künstlers nach Italien bei der Ausführung geholfen, wo die Werke Donatellos einen großen Eindruck auf ihn gemacht hatten. In der Auktion liegt L‘âge d’airain in einem seltenen posthumen Abguss von 1922 vor.

Unter den Gemälden sind ein Rückenakt von George Grosz, ein Halbakt von Lovis Corinth, ein später Giorgio de Chirico sowie dieses Werk von Max Slevogt hervorzuheben. Zwischen 1909 und 1913 stellte Slevogt seine Staffelei wiederholt im parkähnlichen Garten des Landhauses seiner Schwiegereltern auf. Das vorliegende Werk zählt zu den früheren dieser Landschaften und zeigt die sonnenbeschienenen Grüntöne der Büsche und Bäume an einem Sommertag.

Abschließend darf auch diese Arbeit von Slevogts Kollegen und Namensvetter Max Liebermann nicht unerwähnt bleiben. Bei dem auf Malkarton ausgeführten Werk mit ungewöhnlichem Bildausschnitt handelt es sich um eine Ölstudie für die Gemälde Jäger in den Dünen und Jäger mit Hunden in den Dünen. Die Inspiration dazu hatte Liebermann 1913 bei seinem Sommeraufenthalt im niederländischen Noordwijk erhalten, wo ihn ein Tabakmagnat einlud, seine Hunde anzusehen.
Im weiteren Verlauf des Nachmittages kommen Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts zum Aufruf sowie die Lose des Katalogs „Schmuck, Accessoires & Armbanduhren“, bevor die vielseitige „Living“-Offerte den Auktionstag abschließt. Noch mehr Gemälde, Kunsthandwerk und Antiquitäten folgen am zweiten Auktionstag, wenn Hampel ab 10 Uhr die Auflösung eines französischen Châteaus präsentiert.
Die Versteigerungen finden am 7. und 8. Dezember im Auktionshaus Hampel, Schellingstr. 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 2.-5. Dezember möglich.



