Am 3. und 4. Juni findet im Auktionshaus Bukowskis in Stockholm deren traditionelle Frühjahrsauktion statt, die ausschließlich Kunst, Antiquitäten, Schmuck, Asiatika und Kunstgewerbe von höchster Qualität im Angebot hat. Einige Highlights der fast 1000 Lose starken Offerte haben wir für Sie einmal herausgepickt.
Beginnen wir doch gleich mit unserem Titelthema: enthält die Auktion einen Vorläufer der OP-Art? Die OP-Art ("Optische Kunst") entwickelte sich in den 1960er Jahren mit dem Ziel, den Betrachter optischer Irritation auszusetzen und die Wirkung eines Kunstwerks durch die Wahrnehmung aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen.

Das besagte Gemälde der Auktion entstand jedoch definitiv vor den 1960er Jahren und hat auf den ersten Blick auch gar nichts mit den auf Geometrie und Irritation beruhenden Werken der OP-Art zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein auf Holz gemaltes Dreifaltigkeitsgemälde aus dem schwedischen Kurort Sätra Brunn: Blickt man gerade darauf, sieht man eine Darstellung des Heiligen Geistes als Taube, bewegt man sich nach links oder rechts, erblickt man Darstellungen von Christus bzw. von Gottvater, die beidseitig auf rechtwinklig zum Hauptbild angebrachte Holzstreifen gemalt wurden.

Vermutlich hatte der unbekannte Schöpfer des Gemäldes nicht die gleichen Ziele wie die Schöpfer der OP-Art. Vielleicht wollte er einfach nur Platz sparen. In jedem Fall lässt sich jedoch festhalten, dass es sich um ein interessantes Kunstwerk handelt.

In den 1960er Jahren wurde nicht nur die OP-Art aus der Taufe gehoben, auch Andy Warhol erlebte den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Bis heute besonders berühmt sind seine Offset-Portraits berühmter Persönlichkeiten. Bei Bukowskis gibt sich nun ein Druck von Elizabeth Taylor die Ehre, der 1967 von der einflussreichen Leo Castelli Gallery in New York veröffentlicht wurde.
Wie bei dem Dreifaltigkeitsgemälde kommen auch in einem Werk des Dresdner Malers Johann Eleazar Zeissig, der seinen Nachnamen nach seinem Geburtsort Schönau in Schenau umwandelte, ein Vater, ein Sohn und ein Paar Flügel zum Einsatz. Das Ölgemälde von 1797 hat jedoch den antiken Mythos um Daedalos und Ikaros und deren gefährliche Flugversuche zum Thema.

Schenau war in Frankreich und Dresden als Historien- und Porträtmaler tätig. Später wurde er Direktor der Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meissen sowie der Dresdner Kunstakademie.

Aus dem Umkreis des holländischen Malers Michiel Jansz. van Mierevelt stammt dieses wunderbare Portrait eines Mädchens im Samtkleid mit Spitze, eine Feder haltend. Mierevelt war der wichtigste Porträtmaler am Hof des Statthalters der Niederlande Moritz von Oranien und führte eine dementsprechend große Werkstatt.

Ein Highlight der Silberofferte ist dieser achteckige Zierteller mit polychromem Cloisonné-Emaille von Fabergé. Es handelt sich um eine Arbeit des Goldschmieds Feodor Rückert, der ab 1887 als Werkmeister für Fabergé tätig war.

Rund 65 Jahre älter ist dieses hübsche Set eines unbekannten Wiener Silberschmieds, das aus einer Schale aus grünem Glas mit floral gestaltetem Deckel und einem passenden Tablett besteht.

Um ein weiteres absolutes Highlight der Auktion handelt es sich bei einer schwedischen 8-daler-Plattenmünze, die 1659 unter König Karl X. Gustav geprägt wurde. Da Silber damals in Schweden selten war, wurden im 17. Jahrhundert Reichstaler aus Kupfer ausgegeben. Da Kupfer jedoch vom Materialwert viel billiger war als Silber, hatten die kupfernen Exemplare eine enorme Größe. Da vorliegende Exemplar im Wert von 8 Talern misst 55,7 x 30 cm und wiegt über 14 kg. Von den 8-daler-Plattenmünzen sind heute nur noch 90 bekannt.

In der Schmuckofferte besticht ein Collier aus Tahiti- und Südseekulturperlen mit seinem harmonischen Farbverlauf. Der abnehmbare Perlenanhänger aus Weißgold ist zudem mit Brillanten von zusammen ca. 0,20 ct besetzt.

In der Asiatika-Offerte sei auf die Figur eines sitzenden Bodhisattva aus dem China der Ming-Dynastie hingewiesen. Die Skulptur mit Krone, Ohrringen und einem Becher in der Hand weist neben ihrer Vergoldung auch Spuren von Farbe auf.
Die Versteigerungen finden am 3. Juni ab 12 Uhr sowie am 4. Juni ab 11 Uhr statt. Natürlich ist die Gebotsabgabe auch schriftlich, telefonisch oder online möglich.
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