Kaum wurden die Alten Meister im Wiener Dorotheum erfolgreich versteigert, präsentiert Mitteleuropas führendes Auktionshaus mit der Contemporary Week das nächste Highlight im Auktionskalender. Vom 23.-26. Juni werden moderne und zeitgenössische Kunst sowie edle Armband- und Taschenuhren in vier Auktionen versteigert. Auf einige Top-Lose möchten wir Sie nun gerne aufmerksam machen.
Klassische Moderne (23. Juni, 16 Uhr)

Mal eine „ganz andere Tamara de Lempicka“ hat die Offerte mit moderner Kunst zu bieten. Das unvollendete Bildnis eines unbekannten Mädchens mit weißem Tuch von ca. 1952 entspricht nicht den erotischen Frauenporträt, für die die Künstlerin berühmt ist. Die Inspiration war hier nicht der Körper einer ihrer Musen, sondern die Werke der Renaissance.

Einen „klassischen Schiele“ hingegen haben wir mit der Zeichnung Sich entkleidende Frau vor uns, die der Künstler, dessen Geburtstag sich gerade zum 130. Mal jährte, 1917 ausführte. Zu den wenigen Menschen, die Egon Schieles Talent bereits zu dessen Lebenszeiten würdigten, war Gustav Klimt, den Schiele wiederum maßlos bewunderte.

Ebenso unverkennbar ist die Handschrift Alfons Walde in dem Gemälde Einsamer Berghof von 1935, das zudem das am höchsten bewertete Los der Contemporary Week ist.

Im selben Zeitraum malte Giulio D’Anna Stormo Aereo + Passaggio Simultaneo. Die darin abgebildeten Flugzeuge gehören zu D’Annas wiederkehrenden Motiven, sind sie doch seiner Ansicht nach die futuristischsten Symbole überhaupt.

In Gemüsekarren - Hunderkarren von Max Liebermann buhlen ein zweirädriger und ein vierbeiniger Protagonist um die Aufmerksamkeit der Betrachter. Es ist eines der frühen Werke, mit denen sich Liebermann mit dem alltäglichen Leben auf den Straßen auseinanderzusetzen beginnt.

Rund 100 Jahre jünger als Liebermanns Werk ist Fernando Boteros Ölgemälde Paar mit Schirm. Es wurde in dem einzigartigen Stil des kolumbianischen Künstlers ausgeführt, der sich ausschließlich „für das Volumen, fьr die Sinnlichkeit der Form“ interessiert.
Zeitgenössische Kunst (24. Juni, 14 Uhr & 16 Uhr)

Die Top-Lose der Auktionen mit zeitgenössischer Kunst lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: Schwarzweiß und in Farbe. Zu den erstgenannten gehört Kreislauf der Spiele aus dem Spätwerk des 2017 verstorbenen A. R. Penck, der es mit dem Werk wie so häufig schafft, eine ernste Fragestellung durch sein Portfolio der Figuren und Symbole erst auf den zweiten Blick bemerkbar zu machen.

Auf die "Poetik des Zeichens" begann sich die abstrakte Malerin Carla Accardi in den 1950er Jahren zu konzentrieren. Ihre Farbpalette reduzierte sie dabei weitgehend auf Schwarz und Weiß. Das vorliegende Integrazione n. 2 ist ein schönes Beispiel aus dieser wichtigen Schaffenszeit der Künstlerin.

Das dritte schwarzweiße Top-Los ist ein Siebdruck von Andy Warhol aus dem Jahr 1964. Damals wandte sich das Pop Art-Genie überraschend von seinen kommerziellen Motiven ab und einem Foto von vier schlichten Hibiskus-Blüten im Gras zu, aus der die in vielen farblichen Variationen ausgeführte Serie Flowers entstand.

Mit einer Nahaufnahme des "Fensters zur Seele" begeistert Maria Lassnig unter den bunten Werken der Offerte. Zwar signiert, gibt es keine genaue Datierung des Ölgemäldes. Lediglich eine Sendung im österreichischen Fernsehen aus dem Jahr 2000, in der Künstlerin und Kunstwerk einen Auftritt haben, kann als terminus ante quem herangezogen werden.

Vom bedeutenden Vertreter der italienischen Postmoderne Mario Schifano liegt mit Tutto eine Arbeit vor, die zwischen 1978 und 1981 entstanden ist.

Passend zu dieser Pyramidenskulptur mit der typischen Symbolik des Künstlers wird auch das für die Wand gedachte Werk Pyramid von Keith Haring angeboten. Beide Arbeiten stammen aus dem Jahr 1989 und wurde aus derselben Schweizer Privatsammlung zur Auktion eingeliefert.
Die Offerte mit Armband- und Taschenuhren von Rolex, Cartier, Jaeger-LeCoultre, IWC und weiteren begehrten Marken kommt am 26. Juni um 11 Uhr im Palais Dorotheum zum Aufruf, wo auch die anderen drei Auktionen stattfinden werden. Dort können Sie zudem ab dem 18. Juni die vollständige Ausstellung zur Contemporary Week besuchen.
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