Die Corona-Krise treibt die Menschen in ungeahnte Höhen der Kreativität und hat sogar schon so manchen Trend geboren. Einer begann mit der Idee des Londoner Ehepaares Filippo Lorenzin, Kurator, und Marianna Benetti, Künstlerin, dem zuhause so langsam aber sicher die Decke auf den Kopf fiel, was sie veranlasste, kreativ zu werden. Und so wurde die Idee zu einem Miniaturmuseum geboren, das sie ihren beiden Rennmäusen Pandoro und Tiramisu widmeten.
Bei der Gestaltung kam ihnen natürlich die langjährige Erfahrung ihrer Beruf zugute, sodass Tiramisu und Pandoro bei ihren Museumsbesuchen wirklich nichts vermissen müssen: Bänke, Broschüren, Etiketten, Schilder, Sitzgelegenheit für Mitarbeiter und natürlich Kunstwerke - hier wurde wirklich an alles gedacht! Und an den Wänden hängt selbstverständlich Nager-Kunst auf aller höchstem Niveau: Der Kuss von Klimt, die Mona Lisa, Munchs Schrei oder Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrgehänge.

Ja, diese Ausstellung hätte ein wahrer Augenschmaus sein können, hätten die beiden kleinen Besucher das Hinweisschild "Please Don't Chew" ("Bitte nicht kauen") nicht einfach komplett ignoriert. Und so musste zunächst ein Stuhl dran glauben, bevor das kulinarische Interesse auf die Gemälde überging. Natürlich hatten die Museumsgründer bei Bau der tierischen Institution darauf geachtet, ausschließlich natürliche Materialien wie Holz, Papier und Pappe zu verwenden, die absolut nagerkompatibel sind.
Das Video mit Tiramisus und Pandoros Museumsbesuch stellten Benetti uns Lorenzin auf der Plattform Reddit online, wo es sofort zum Hit wurde. Die Erschaffer kündigten daraufhin, dass sie der Sammlung schon bald neue Werke hinzufügen würden. "Von der Reddit-Communitiy haben wir viele Anregungen erhalten", erzählt Benetti.

Und natürlich dauerte es auch nicht lange, bis ähnliche Projekte auf die Beine gestellt wurden und weitere Vierbeiner dem tristen Alltag der Quarantäne mit einem Museumsbesuch entkommen konnten. So beispielsweise der Gecko The Mayor, der in seinem Ausstellungsraum Reptilienversionen von Botticellis Geburt der Venus oder Der Schrei von Edvard Munch (offenbar bei Vierbeinern genauso beliebt wie bei Zweibeinern) bewundern kann.

Tatsächlich scheinen Reptilien für Museumsbesuche wie geschaffen zu sein, denn auch Schildkröte Bubba, das Haustier der Tochter von Fußballspieler und -manager George Foster, ließ sich einen solchen Kunstgenuss nicht entgehen. Und dabei nahm sich das Panzertier auch richtig viel Zeit, um Werke wie Sternennacht von Vincent van Gogh, American Gothic von Grant Wood, Hokusais Die große Welle vor Kanagawa sowie eine weitere Version von Klimt Kuss eingehend betrachten zu können.
Man darf gespannt sein, was die Kombination aus Quarantäne und Kreativität noch alles zustande bringen wird. Vielleicht ein Unterwasserskulpturengarten in einem Aquarium?




