Seit Cartier 1919 das Armbanduhrenmodell Tank in sein Repertoire aufnahm, hat es der Zeitanzeiger zu Ikonenstatus gebracht und wurde zum Symbol für Stil und Eleganz. Doch obwohl die Uhr heute als zeitlos und elegant betrachtet wird, war sie zu ihrer Zeit bahnbrechend modern. Louis Cartier, Sohn des Unternehmensgründers Louis-François Cartier, ließ sich für das Design von den Panzerwagen des Ersten Weltkriegs inspirieren – daher auch der Name Tank („Panzer“). Ein Jahrhundert wird die Uhr eher mit berühmten Menschen in Verbindung gebracht, deren Handgelenke sie zieren durfte, darunter Andy Warhol, Muhammad Ali, Prinzessin Diana und Jackie Kennedy.
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Als er Luftaufnahmen von Frankreichs neuen Panzerfahrzeugen sah, kam Louis Cartier die Idee zu dem rechteckigen Zifferblatt des Modells. Bei den beiden breiten Rahmen, die das Zifferblatt umgeben, soll das Aussehen der Raupenketten – von oben betrachtet – Pate gestanden haben. Die gepanzerten Fahrzeuge wurden von Renault entworfen und waren die Verkörperung französischer Ingenieurkunst. Es war der Geist jener Präzision und Technologie, die Cartier mit seiner neuen Armbanduhr für den modernen Mann einfangen wollte.
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Alles an dem Design war innovativ. Armbanduhren, meist mit einem runden Zifferblatt ausgestattet, wurden ausschließlich von Frauen getragen. Die Tank wandte sich jedoch an Träger beiderlei Geschlechts. Auch wog die Uhr weniger als die bisherigen Modelle und führte eine verschlankte Gestaltung ein. Die blauen Details and Zeigern und Krone unterstrichen zudem den gewagten Art-déco-Look.
Dank der vielen berühmten Persönlichkeiten, die die Tank im Laufe der Jahrzehnte trugen, ist die Uhr heute so legendär und begehrt. In den ersten Jahrzehnten nach ihrer Einführung nahm das Interesse stetig ab, bis Stilikone Jackie Kennedy 1963 mit einem Exemplar gesichtet wurde.
Jackie Kennedy wurde für ihren eleganten Stil bewundert und gilt als eine der einflussreichsten Modeikonen in der amerikanischen Geschichte. Ihr Stil bestand aus einer neuen Art der Eleganz, die jünger und moderner war, als die der europäischen Aristokratie. Dennoch liebte sie es, europäische Marken zu tragen, darunter Chanel, Gucci und natürlich Cartier. Da sie gerade Linien bevorzugte, passte die Tank hervorragend zu ihr.
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Ihre Tank-Armbanduhr bekam Jackie von ihrem Schwager, Prinz Stanislaw Radziwill, geschenkt, der mit ihrer Schwester Lee verheiratet war. Das Geschenk ehrte Jackies Teilnahme am in Palm Beach endenden 50 Mile Hike, der auf Initiative von ihrem Ehemann, Präsident John F. Kennedy, stattgefunden hatte, um sportliche Aktivitäten zu fördern. Auf die Rückseite der Uhr gravierte Stanislaw die Inschrift „Stas to Jackie / 23 Feb. 63 / 2:05 AM to 9:35 PM“, wobei sich die Uhrzeiten auf Jackies Start und Zieleinlauf bezogen. Jackie trug die Uhr für den Rest ihres Lebens. 2017 wurde sie bei Christie’s in New York für 379.500 US-Dollar versteigert. Käuferin war Kim Kardashian.
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In den frühen 1970er Jahren modernisierte Cartier das Design und stellte die batteriebetrieben Tank Must vor. Während andere Marken einen Rückgang bei den exklusiven Modellen hinnehmen mussten, wurde die Neuauflage von Cartier zum Erfolg. Im Disco-Jahrzehnt war die Tank-Armbanduhr eines der begehrtesten Accessoires, das von Models und Persönlichkeiten aus Kultur und Gesellschaft getragen wurde.

Fasziniert von Berühmtheit und Trends, kaufte sich auch Pop Artist Andy Warhol eine Tank. Er wurde oft mit der Uhr fotografiert, über die er sagte, er würde darauf nie die Zeit ablesen, sondern sie deshalb tragen, weil „sie die Uhr ist, die man trägt“.
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Eine andere Stilikone, die wiederholt mit ihrer Tank fotografiert wurde, war Prinzessin Diana. Nach ihrer Trennung von Prinz Charles wurde ihre Silhouette zunehmend kantiger und ihr sogenannter „Revenge-Look“ ging in die Modegeschichte ein. Diana verabschiedete sich von den Rüschen, der Spitze und den Blumenröcken ihrer Jugend und bevorzugte es nun, ihre Figur in gut geschnittenen Kostümen und schmeichelnden Mänteln zu präsentieren. Wie Jackie Kennedy trug sie vor allem französische und italienische Modedesigner und war gut mit Gianni Versace befreundet.

Während ihrer Ehe hatte sie eine traditionellere goldene Armbanduhr von Patek Philippe getragen, die sie als Geburtstagsgeschenk erhalten hatte. Doch nach der Trennung bevorzugte sie die Tank, von der sie sogar zwei Exemplare besaß: eine mit schwarzem Lederarmband, die sie von ihrem Vater bekommen hatte, und eine goldene Tank Française. Letztere gehört heute Meghan Markle.
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Das Modell Tank ist auch heute noch populär und da sie auf dem Auktionsmarkt (noch!) nicht für die schwindelerregenden Preise gehandelt wird wie Modelle von Rolex oder Patek Philippe, kann man sie als gute Investition bezeichnen. Obwohl die Nachfrage bereits ansteigt, ist sie im Vergleich zu Schweizer Luxusuhren noch relativ erschwinglich, mit Preisen für ältere Exemplare, die für ein paar Hundert oder unter Tausend Euro erstanden werden können.
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Viele haben es im Laufe der Jahre versucht, die Silhouette der Tank zu imitieren, doch nur dem Original wohnt die Balance zwischen modernem Look und klassischer Eleganz inne. Zudem ist sie weder ausgesprochen maskuline oder feminin und ist äußerst diskret in ihrem Auftreten. Und vielleicht liegt genau darin das Geheimnis der Tank, die die Aufmerksamkeit nicht für sich beansprucht, sondern sie der Person verleiht, die sie trägt.







