1750 folgte Giovanni Battista Tiepolo, der vor allem in seiner Heimatstadt Venedig Erfolge als Maler vorweisen konnte, dem Ruf des Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads nach Würzburg, wo gerade eine repräsentative Residenz errichtet worden war. Tiepolos wichtigster Auftrag war es, das rund 580 m² messende Deckengewölbe des Treppenhauses zu gestalten, wodurch das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt entstand. Nebenbei führte Tiepolo weitere Arbeiten aus, vor allem während der Wintermonate, in denen die Arbeit im Schloss aufgrund der niedrigen Temperaturen stillstand. 1753 malte er das Altarbild Die Anbetung der Könige für die Kirche der rund 25 Kilometer östlich von Würzburg gelegenen Abtei Münsterschwarzach.

Im Bamberger Kunstauktionshaus Schlosser kommt Ende des Monats eine Tusche- und Rötelskizze Tiepolos zum Aufruf, die im Zusammenhang mit diesem Altarbild stehen könnte und damit aus der wichtigsten Schaffensphase des Künstlers stammt. Die signierte Arbeit auf Papier ist eines der Highlights der Offerte „Gemälde - Graphik - Skulpturen“, die die zweitägige Frühjahrsauktion des Hauses am 28. März um 14 Uhr eröffnet.

Ebenfalls im 18. Jahrhundert wurde dieses Capriccio von einem Maler aus dem Umkreis des Venezianers Francesco Tironi ausgeführt. Capricci, die auf den ersten Blick an Veduten erinnern, unterscheiden sich zu diesen dahingehend, dass ihre Motive keinesfalls der Realität entsprechen. Vielmehr sind es Kompositionen, die verschiedene – reale oder nicht reale – architektonische Elemente verbinden. Im vorliegenden Fall sind vor allem ein Gebäude, das an Palladios berühmte Villa Rotonda erinnert, sowie ein Obelisk zu nennen.

Ein weiteres Highlight entstand um 1500 in der Toskana, ausgeführt von einem Maler, der lediglich unter den Notnamen „Meister von Montefoscoli“ oder „Maestro di Ristonchi“ bekannt ist. Die spätgotische Tafelkreuz zeigt den leidenden Christus (Christus patiens) am Kreuz, flankiert von der trauernden Jungfrau und dem Evangelisten Johannes. Links und rechts der Hände sind zudem zwei Apostel mit Schriftrollen dargestellt, während der segnende Christus über der Inschrift „INRI" das Kreuz bekrönt.

Über 400 Jahre jünger ist dieses Highlight, das ebenfalls von einem italienischen Künstler ausgeführt wurde: Giacomo Balla. Balla zählte zu den Gründungsmitgliedern der Futuristischen Kunstbewegung, in deren Fokus Dynamik und Bewegung stand. Ballas Vision ging jedoch über Papier und Leinwand hinaus, denn er strebte auch eine Erneuerung der Herrenmode an, womit er sich ab 1914 beschäftigte. Das bekannteste Beispiel ist ein Anzug, doch das vorliegende Los, das um 1930 entstand, zeigt, dass Balla sogar die Bademode in seine Überlegungen mit einbezog.
Am 29. März wird die Auktion ab 11 Uhr mit der Offerte „Kunsthandwerk & Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten“ fortgesetzt. Hier wird sicherlich ein beeindruckender Solitärring mit einem hellgelben Brillant von 5,45 ct viele Blicke auf sich ziehen. Doch auch in der Kategorie Möbel sind viele interessante Stücke zu finden.

Hier ist zunächst ein flämisches Renaissancekabinett aus der Mitte des 17. Jahrhunderts zu nennen. Das feine Möbelstück mit Ebenholzfurnier besticht vor allem durch die aufwändige Malerei, die die Innenseiten der beiden Türflügel sowie die Fronten der neun Schübe und des Nischenfachs zieren. Zu sehen sind mythologische und religiöse Szenen nach dem Vorbild der Werke von Künstlern wie Peter Paul Rubens und Frans Wouters.

Mit dieser prunkvollen Kommode kehren wir schließlich ins 18. Jahrhundert zurück. Die geschwungenen Formen und das filigrane, vergoldete Bronzebeschlagwerk weisen sie als eine Arbeit aus der Jahrhundertmitte aus, ausgeführt vermutlich in Berlin oder Potsdam von einem preußischen Hofschreiner.
Die Frühjahrsauktion des Kunstauktionshauses Schlosser findet am 28. und 29. März in der Karolinenstraße 11 in Bamberg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 22. bis 27. März möglich.




