Bücher und Antiquitäten sowie alte und moderne Grafik sind die Spezialgebiete des Pforzheimer Auktionshaus Kiefer. Natürlich auch in der kommenden dreitägigen Station, die vom 18. bis 20. Februar stattfindet und 3.602 Lose umfasst.
Angeführt wird die Offerte von einer der "monumentalsten und kostspieligsten Buchproduktionen" überhaupt: Die aufwendig illustrierte Reisebeschreibung des schottischen Malers David Roberts, der 1838/39 den Orient von Nubien bis Syrien bereiste und die dortigen Landschaften, Völker, Städte und antiken Heiligtümer in zahlreichen Skizzen festhielt.

Zurück in der Heimat fand Roberts in London mit G. Moon einen Verleger, der den visuellen Reisebericht veröffentlichen wollte. 3.000 GBP erhielt Roberts von Moon für die Rechte an den Skizzen, die anschließend von dem belgischen Graveur Louis Haghe, mit dem Roberts bereits zuvor zusammengearbeitet hatte, in Lithografien übertragen wurden. Hinzugefügt wurden historische Beschreibungen des Pfarrers und Historikers George Croly. Insgesamt dauerte die Arbeit an dem beeindruckenden Werk, das in sechs Bänden veröffentlicht wurde, sieben Jahre (1842-49).

Bei Kiefer kommt die seltenere kolorierte Ausgabe von The Holy Land, Syria, Idurnea, Arabia, Egypt & Nubia zum Aufruf.

Auf die weitere historische Reise nehmen uns Band II und IV der vierbändigen Reihe Le antichità romane mit, die aus der zweiten Auflage des 1756 erstmals erschienenen Werks des italienischen Archäologen und Kupferstechers Giovanni Battista Piranesi stammen. 121 Kupfertafeln mit Ansichten antiker Gräber, Brücken und Bauwerken zieren das bedeutende Werk, das zum Zeitpunkt seines Entstehens in Europa reißenden Absatz fand.

Ein weiteres spannendes Los aus dem Kapitel "Geographie – Reisen – Geschichte" ist eine lateinische Ausgabe des zweiten Bandes des dreibändigen Atlas novus der beiden Amsterdamer Verleger Jodocus Hondius und Johannes Janssonius von 1638. Darin enthalten: Karten der Niederlanden, der Schweiz, Frankreichs und Spaniens.

Apropos Spanien: Hier muss im Kapitel "Photographie" auf ein Album mit 72 spanischen Ansichten und Trachtenbildern von ca. 1870 hingewiesen werden. Fotograf war der Franzose Jean Laurent, der den größten Teil seins Lebens in Spanien verbrachte und dort offizieller Fotograf des Museo del Prado war.

Ein weiteres Highlight der Auktion ist eine Erstausgabe von Le diverse et artificiose machine des italienischen Ingenieurs Agostino Ramelli, das dieser 1588 im Selbstverlag veröffentlichte. Der Großteil dieses bedeutenden Technikbuches der Renaissance ist von Wasserkraft betriebenen Maschinen gewidmet, die in jener Zeit, in der Wasserspiele in den höfischen Gärten immer beliebter wurden, eine hohe Bedeutung zukam.

Für naturwissenschaftlich interessierte Bieter dürfte auch die Erstausgabe einer posthum veröffentlichten Abhandlung Galileo Galileis aus den 1590er Jahren interessant sein, in der der Universalgelehrte noch das geozentrische Weltbild vertrat.

Absolut spektakulär ist auch die im vorliegenden Umfang einzigartige Sammlung mit altkolorierten und teilweise in Gold erhöhten Kupferstichen aus der Reihe Theatre de la Milice etrangere, die der Augsburger Kupferstecher und Verleger Martin Engelbrecht zwischen ca. 1742 und 1750 veröffentlichte. Auf den im 18. Jahrhundert weiterverbreiteten Blättern waren jene herrschaftliche Protagonisten und ausländische Soldaten dargestellt, die am Ersten Schlesischen Krieg (1740-42) und am Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-48) beteiligt gewesen waren.

Im Bereich Grafik mehrfach vertreten sind die Meister Albrecht Dürer und Rembrandt van Rijn. Dürer beispielsweise mit dem Holzschnitt Johannes, das Buch verschlingend nach einer Episode aus der Apokalypse, Rembrandt mit der 1636 geschaffenen Radierung Christus vor Pilatus (Ecce homo).

Aus demselben Zeitraum wie Rembrandts Arbeit stammt auch das in Öl auf Holz ausgeführte Gemälde Antonius von Padua, Wunder wirkend, das Anthonis van Dyck zugeschrieben wird.

Auch Skulpturen sind unter den Kunstwerken der Auktion vertreten. Darunter Standing Bull von Elie (Eliasz) Nadelman, ein polnischer Künstler, der 1914 in die USA ausgewandert war. Bei der vorliegenden Bronze handelt es sich um einen posthumen Guss von 1978 für die Nelson Rockefeller Sammlung.

Auch ein Los aus dem Kapitel "Moderne Literatur und illustrierte Bücher bis 20. Jahrhundert" soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Die 1921 veröffentlichte 11. Ausgabe der niederländischen Architektur- und Kunstzeitschrift Wendingen ("Wendungen"), die als Sonderausgabe Frank Lloyd Wright gewidmet war. Das Titelbild dieser Ausgabe wurde vom konstruktivistischen Künstler El Lissitzky geschaffen.
Die Auktion findet vom 18.-20. Februar im Auktionshaus Kiefer, Steubenstraße 36, in Pforzheim statt. Beginn ist an allen Tagen um 10 Uhr. Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie auf der Website des Auktionshauses.
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