Am 5., 6. und 7. März bittet das Wormser Auktionshaus erneut zur Auktion, bei der insgesamt mehr als 2300 Lose zum Aufruf kommen werden. Aufgeteilt sind die Lose in die Kategorien Spielzeug, Numismatik, Kunst und Militaria, denen jeweils eigene Versteigerungen gewidmet sind.
Zum zweiten Mal vom Wormser Auktionshaus präsentiert, findet am 5. März um 13 Uhr die Numismatik-Auktion statt. Zu den Highlights zählt hier eine Münze des Erzherzogs Sigismund von Tirol (1427-1496), der 1439 und 1490 über Oberösterreich herrschte, das durch den Salzhandel zu Wohlstand gekommen war - ein Umstand, der auch Sigismund zugute kam, erhielt doch den Beinamen "der Münzreiche". Zentrum des Salzhandels war Hall, wohin Sigismund 1484 seine Münzprägestätte hin verlegen ließ.

Dort ließ er zwei Jahre später erstmals den Guldiner prägen, der in den folgenden Jahrhunderten zum Vorbild für Münzen in ganz Europa wurde. Ein solcher Guldiner von 1486 kommt nun in der Numismatik-Auktion des Wormser Auktionshauses zum Aufruf. Dieser zeigt auf der Vorderseite den münzreichen Sigismund mit Erzherzogshut und Kugelszepter, auf der Rückseite dessen persönliches Symbol: einen gepanzerten Reiter mit Lanze, umgeben von einem Wappenkreis.

Ein weiteres interessantes Exemplar unter den ausländischen Münzen der Offerte ist ein 1721 unter Peter I. (dem Großen) geprägter Rubel, der rückseitig den bekrönten Doppeladler mit Szepter und Reichsapfel zeigt, während seine Vorderseite den Kaiser im Harnisch in der Tradition der römischen Cäsaren mit Lorbeerkranz darstellt. Tatsächlich hatte Peter 1721 seinen bisherigen Titel "Zar" außenpolitisch wirksam zu dem eines Kaisers erweitert.

Unter den deutschen Münzen ist besonders eine Reichsgoldmünze hervorzuheben, die 1877 in Württemberg geprägt wurde und den damaligen Herrscher, König Karl I. (1864-1891) im Profil zeigt. Bis auf ein paar winzige Kratzer befindet sich das Exemplar in vorzüglichem Zustand.

Doch wird in der Numismatik-Auktion nicht nur edles Metall in Form von Münzen angeboten. Auch über einige Schmuckstücke und Silber darf man sich freuen. Die Silberofferte umfasst zudem das am höchsten bewertete Los der Auktion: Ein 175-teiliges Silberbesteckt Chippendale von Wilkens für 12 Personen! Das Set umfasst Essbesteck für die Speise- und die Kaffeetafel sowie 19 Teile Vorlegebesteck.

Bereits um 10 Uhr findet am 5. März die Kunst-Auktion statt, die vor allem Lose mit Porzellan umfasst. Um ein seltenes Stück handelt es sich bei einer gelbgrundigen Deckeldose aus der französischen Manufaktur in Sèvres. Verziert ist das gut erhaltene Stück auf der Vorder- und auf der Rückseite jeweils mit einem Medaillonbild, das in Grisaille-Malerei eine Frau mit Fackel und Zweig bzw. eine Landschaft mit Haus darstellt.

In der Offerte gut vertreten sind die berühmten Hummel-Figuren der Porzellanfabrik Goebel, die dort 1935 erstmals hergestellt wurden. Bei einem dieser Lose handelt es sich um die Gruppe Gemeinsam um die Welt, die anlässlich des Milleniums in einer limitierten Auflage von nur 2000 hergestellt worden war.

Doch nicht nur die Porzellanofferte hat Schönes zu bieten. Schaut man sich unter den als "Varia" zusammengefassten Losen um, stößt man auf eine bezaubernde Tischlampe im Tiffany-Stil, deren Schirm aus verschiedenfarbigem Glas besteht.

Ebenfalls am 5. März startet um 16:30 Uhr die Spielzeug-Auktion, die am 6. und 7. März jeweils ab 9 Uhr fortgesetzt wird. Neben Blechspielzeugen und Modellautos ist der Fokus hier besonders auf Eisenbahnen und deren Zubehör gerichtet. Ein Highlight ist hier eine Märklin mini-club Spur Z Limited Edition mit drei Schlepptenderloks aus Gold, Silber bzw. massiver Bronze, deren Spitz- und Rücklichter aus Brillanten und Rubinen bestehen.

Ebenfalls streng limitiert und ebenfalls "en miniature" sind die Erzeugnisse von Micro Feinmechanik M. Rauchenecker, die in der Offerte gut vertreten sind. Die unterschiedlichen Modelle wurden jeweils in Handarbeit aus Messing ausgeführt.

Mit einer Schlepptenderlok der Spur 1 kehren wir noch einmal zu Märklin zurück. Die in Blech ausgeführte Lok verfügt über einen Uhrwerkantrieb, die sie schnell oder langsam vorwärts fahren lässt. Hergestellt wurde die nur zwischen 1900 und 1903.

Ganz bezaubernd ist auch die Startpackung der Wuppertaler Schwebebahn von Stube mit zwei Schwebebahnwagen, von denen einer über einen Antrieb verfügt.

Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 7. März um 13:30 Uhr die Militaria-Auktion. Angeführt wird diese Offerte von einem preußischen Pallasch, der von den Mannschaften der Kürassiere getragen wurde. Seine Modellnummer ist die 1732, was auf das Einführungsjahr der Blankwaffe in die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. hindeutet.
Die Auktionen finden im Wormser Auktionshaus in der Weinbrennerstraße 20 in Worms-Pfeddersheim statt. Vorbesichtigungen können dort noch bis zum 4. März vorgenommen werden.
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