Am 26. Januar präsentiert das britische Auktionshaus Sworders seine mit Spannung erwartete Auktion zum Thema "Design". Die Versteigerung wird ausschließlich online erfolgen und ermöglicht somit jedem Interessenten ein entspanntes Bieten vom Sofa aus.
Die Auktion umfasst Möbel und Kunsthandwerk aus verschiedenen Dekaden, wobei die Epoche des Art déco ganz besonders hervorgehoben werden muss. Und hier wiederum muss auf Designer Jules Leleu hingewiesen werden, von dem einige der Highlights des Katalogs stammen.

Der französische Möbeldesigner Jules Leleu (1883-1961) zählte zu den Meistern des Art déco. Die Auktion von Sworders präsentiert gleich zehn Lose mit Arbeiten Leleus – mehr als jede andere Auktion in den letzten Jahren. Eingeliefert wurden die Stücke von den griechischen Nachkommen von Celestine Galani, Ehefrau des Reeders John Galani, der mit Leleu befreundet gewesen war. Celestine Galani hatte Leleu in den 1940er Jahren mit der Ausstattung ihrer Pariser Wohnung beauftragt, die sich umweit des in der Avenue Franklin Roosevelt gelegenen Maison Leleu in der Avenue Marceau befand.

In eine Künstlerfamilie im nordfranzösischen Boulogne-sur-Mer hineingeboren, war Jules Leleu einer der Väter des Art déco-Designs und stellte seine Schöpfungen 1925 auch auf der bedeutenden Exposition des Arts décoratifs aus, die zum Namensgeber des Stils wurde.
Zu den angebotenen Stücken Leleus gehören unter anderem ein Kabinett und eine Kommode, die jeweils mit aufwändiger floraler Marketerie aus Ebenholz und Perlmutt verziert wurden. In einem ähnlichen Stil wurde auch ein Cocktail-Kabinett, eines der wohl emblematischsten Art déco-Möbel, gestaltet. Als Einzellos kommt auch eine komplette Esszimmereinrichtung aus Mahagoni zum Aufruf, die aus einem Tisch, acht Stühlen und einem Sideboard besteht. Auch ein Spieltisch mit zentralem Schachbrett darf nicht unerwähnt bleiben.

Ein weiterer bedeutender Name des Art déco ist der des rumänischen Bildhauers Demétre Chiparus (1886-1947), der sich in Paris einen Namen mit seinen herausragenden Chryselephantin-Figuren von exotischen Tänzerinnen machen konnte, die sich auch heute noch unter Sammlern hoher Beliebtheit erfreuen. Auch der österreichische Bildhauer Bruno Zach (1891-1945) war in diesem Bereich tätig, wobei seine Tänzerinnen oft eine stark erotische Tendenz aufwiesen. Für diese verwendete er bevorzugt eine Signatur mit seinem Pseudonym "Professor Tuch".

Die Design-Auktion umfasst auch einige spannende Stücke aus Robert "Mouseman" Thompsons (1876-1955) Œuvre: Ein Esstisch aus Eichenholz und sechs Stühle, die allesamt für die aus England stammende Horlick-Familie, die in Wisconsin Malzmilch herstellte, angefertigt wurden. Thompson stattete die englische Niederlassung in Slough mit Möbeln aus, die er in drei Lieferungen übergab: 1930, 1936 und 1938. Hinzu kamen verschiedene private Aufträge für Familienmitglieder.
Der Tisch und die Stühle stammen von ca. 1930 und gehörten einst Sir Peter James Cunliffe Horlick, 3. Baronet (1908-1958) und waren Teil der Versteigerung seines Besitzes in seinem Todesjahr. Sowohl der Tisch als auch die Stühle weisen die für Thompson typische plastische Signatur in Form einer Maus auf, die Stühle zusätzlich jeweils den Buchstaben H.
Weitere Stücke von Thompson in der Auktion sind ein kleiner Tisch, eine Stehlampe sowie ein Hocker.
Neben Möbeln und Kunsthandwerk aus der Zeit des Art déco kommen am 26. Januar auch interessante Arbeiten aus anderen Dekaden zum Aufruf, darunter der Wandbehang M143.74 des britischen Kunstwebers Peter Collingwood (1922-2008) sowie Silber, Glas, Plakate und mehr.
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