In der Zeit um 1900 brach nicht nur die Kunst in Richtung Moderne auf, auch der Bühnentanz entwickelte sich dementsprechend. Tänzerin wie Loïe Fuller, die in den Varietés auf dem Montmartre auftraten, ließen exotische und avantgardistische Bewegungen in ihre Darbietungen einfließen und inspirierten damit wiederum die Künstler dieser Epoche.
In den Novemberauktionen des Münchener Auktionshauses Quittenbaum sind einige schöne Beispiele für dieses Zusammenspiel der Künste vertreten. Während der 17. November mit "Lalique Only" um 15 Uhr und Glas des Jugendstils und des Art déco um 16 Uhr ganz der Glaskunst gewidmet ist, darf am 18 November ab 15 Uhr auf Skulpturen, Keramik, Metall, Silber, Schmuck und Möbel jener Kunstströmungen des frühen 20. Jahrhunderts mitgeboten werden.

Bereits eines der Highlights der "Lalique Only"-Auktion entführt uns in die Welt des Tanzes: Die Tischleuchte Six Danseuses aus farblosem, patiniertem Pressglas verfügt über ein relegiertes Dekor, das sechs Tänzerinnen in antikisierender Kleidung darstellt.

Ebenfalls hervorzuheben ist Laliques bernsteinfarbene und modelgeblasene Vase Davos von 1932.

In der Glasofferte versammeln sich die anderen Meister der Glaskunst jener Epoche, die jeweils mit mehreren Stücken antreten, Gabriel Argy-Rousseau beispielsweise mit einer Fußschale mit Henkeln, die mit blauen und türkisfarbenen Pulveraufschmelzungen koloriert wurde.

Bei der Tischleuchte Anémones pulsatilles von 1913 setzte die Glasmanufaktur Daum Frères ebenfalls auf die Farbe Blau. Sie dient hier als Hintergrund für das geätzte Dekor mit den namengebenden Küchenschellen.

Das zarte und schwerelos wirkende Dekor mit drei Schmetterlingen seiner Papillon-Vase unterstrich Émile Gallé durch feine Luftblaseneinschlüsse.

Mit der Vase Aquatique von Herni Bergé tauchen wir nun hinab in Neptuns Reich. Das schöne Stück aus Pâte de verre wurde um 1921 von Almaric Walter in Nancy ausgeführt, der ein Spezialist auf diesem Gebiet war.

Mit der Auktion am 18. November kehren wir auf die Bühne zurück. Hier muss zunächst auf die Figur Orientalische Tänzerin von Demètre H. Chiparus hingewiesen werden. Der aus Rumänien stammende Chiparus wurde in Paris zu einem der beliebtesten Künstler des Art déco, der sich mit seinen exotischen Tänzerinnen aus Chryselephantin hervortat.

Mit Ferdinand Preiss konnte auch Berlin einen herausragenden Elfenbeinschnitzer aufweisen, der sich auf die Herstellung der populären Tänzerinnenfiguren verstand. Von Preiss kommt eine um 1928 ausgeführte Fackeltänzerin zum Aufruf, deren Flammen aus orangerotem Kunstharz bestehen.

Vom französischen Jugendstilbildhauer kommt die Kinderfigur Coup de Vent aus vergoldeter Bronze zum Aufruf. Tatsächlich handelt es sich bei dem um 1900 gefertigten Stück um eine Tischleuchte, in deren Sockel sich außerdem ein Tintenfass mit scharniertem Deckel befindet.

Im Bereich Keramik sein auf einen Frauenkopf mit Kurzhaarfrisur hingewiesen, der 1928 von der Wiener Werkstätte nach einem Entwurf der Künstlerin Vally Wieselthier ausgeführt wurde. Der behütete Kopf aus Majolika wurde polychrom glasiert.

In der Keramikofferte treffen wir auch ein weiteres Mal auf Émile Gallé, der hier mit einer Eule aus Fayence vertreten ist. Die Vogelfigur wurde mehrfarbig glasiert und auf einem profiliertem Sockel platziert.

Keinesfalls unerwähnt bleiben darf eine Mahagoni-Vitrine mit floralen Schnitzereien von Louis Majorelle aus dem Jahr 1903. Mit einer Vitrine desselben Modells war der Jugendstilkünstler auf der Exposition de l'Ecole de Nancy in Paris in jenem Jahr vertreten.
Die Versteigerungen finden im Auktionshaus Quittenbaum in der Theresienstraße 60 in München statt. Dort kann vom 12.-16. November die Ausstellung zur Auktion besucht werden.
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