Die antiken Möbel und wertvollen Gemälde sowie die vortreffliche Auswahl an Marmorarbeiten und andere herausragende Raritäten, die Telearte am 16. März versteigert, widerspiegeln die kunstgeschichtlichen Epochen ihrer Schöpfung auf herausragende Weise. Wir haben sechs spannende Stücke aus diesem Katalog der Extraklasse einmal herausgepickt.

Zunächst möchten wir Sie auf diesen Himmelsglobus von Giovanni Maria Cassini (1745-1824) hinweisen. Der Mathematiker, Geograph und Graveur Cassini war im späten 18. Jahrhundert in Rom aktiv. Auf dem Globus sind noch die originalen Farben sowie eine Kartusche mit dem Namen des Schöpfers erhalten.

Ein weiteres spannendes Los ist die meisterhaft ausgeführte anatomische Büste aus weißem Marmor, die aus dem 19. oder 20. Jahrhundert stammt und auf ihrer Rückseite mit dem Namenszug „Frilli“ signiert wurde.

Diejenigen, die sowohl die Kunst als auch die Mythologie lieben, werden von dieser außergewöhnlichen Elfenbeintafel mit Hochrelief aus den Niederlanden des späten 18. Jahrhunderts begeistert sein. Dargestellt ist die Flucht des Aeneas aus Troja. Der antike Held trägt seinen Vater Anchises auf den Schultern. Ihm folgen sein Sohn Ascanio und seine Frau Creusa, die eine Votivstatuette in der Hand hält. Im Hintergrund ist das brennende Troja zu sehen. Das Relief, das mit „He Bauer“ (Johann Leonhard Bauer, Hamburg, 1681-1760) signiert wurde und ein Stück höchster Handwerkskunst ist, wurde nach einem Stich von Nicolas Gabriel Dupuis (Paris, 1698-1771) geschaffen, der sich heute in der Nationalbibliothek in Paris befindet.

Unsere nächste Station auf dieser herrlichen Reise durch die Kunstgeschichte ist dieser einzigartige Tisch mit Lapislazuli aus dem Ural, der im Russland des 19. Jahrhunderts angefertigt wurde. Sowohl die runde Platte als auch die vier Tischbeine sind vollständig mit Lapislazuli verkleidet, was einen schönen Kontrast zu den dekorativen Elementen aus vergoldeter Bronze bildet.

Nicht nur mit einer exzellenten Ausführung sondern auch mit einer interessanten Geschichte, kann dieses wundervolle Triptychon von Giuseppe Cellini (Rom, 1855-1940) aufwarten, das 1904 von der Stadt Rom als Geschenk an den französischen Präsidenten Émile Loubet überreicht wurde. Den Auftrag dazu erhielt Cellini von einem Ehrenkomitee der Stadt, das aus Künstlern und Adeligen bestand, deren Namen unterhalb des eigentlichen Triptychons aufgeführt sind. Das zentrale Bildfeld zeigt unterhalb einer allegorischen Darstellung des des Friedens eine vom Dichter Enrico Panzacchi geschriebene Widmung, die an den Besuch Loubets in Rom im Jahr 1904 erinnert.
Émile Loubet war von 1899 bis 1906 der Präsident Frankreichs und sein Besuch in der italienischen Hauptstadt war von großer Bedeutung für die freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Ländern, was die Bilder auf den beiden Seitentafeln verdeutlichen: Die Personifikationen von Paris und Rom, die jeweils Kinder mit Olivenzweigen tragen. Das Triptychon wurde im öffentlichen Atelier am Corso Umberto I in Rom ausgestellt und in zahlreichen damaligen Publikationen erwähnt und besprochen.

Zuletzt sei auch noch auf das Stillleben mit Gans, Obstschale, Schale mit Artischocken und Fischteller von Cornelis Jacobsz. Delff (1571 Gouda - 1643 Delft) hingewiesen. Das Gemälde, vom niederländischen Stilllebenmaler elegant komponiert, kann in das zweite Viertel des 17. Jahrhunderts datiert werden. Typisch für die Werke Delffs sind Gefäße aus Kupfer und Messing sowie Fische und Vögel mit weichem Gefieder, ausgeführt mit großem Können und kompositorischer Kraft.
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