Am 24. und 25. November ist es wieder soweit und das in Hamburg beheimatete Auktionshaus Stahl öffnet seine Tore, um Freunde und Sammler schöner Dinge zu einer zweitätigen Auktion einzuladen. Während am ersten Auktionstag auf die 342 Lose des Schmuck-Katalogs mitgeboten werden darf, ist der zweite Auktionstag Gemälden und Grafik, Fotografie und Kunstgewerbe in insgesamt 300 Positionen gewidmet. Einige der vielen Highlights möchten wir Ihnen nun näher vorstellen.
Traumhafte Preziosen aus verschiedenen Epochen hält der Schmuck-Katalog bereit. Neben einem musealen Art Nouveau-Anhänger von Boucheron und einem seltenen Collier von Hemmerle kommt eine großartige Auswahl hochkarätiger Ringe zum Aufruf, die von folgendem Exemplar angeführt wird.

Star dieses Ringes aus 18-karätigem Gelbgold ist ein Diamant im Smaragdschliff von 4,055 ct. Der seltene Stein zeichnet sich durch sein hochfeines Weiß aus, das keinerlei Fluoreszenz aufweist. Begleitet wird der 10,5 x 8,23 x 5,29 mm messende Stein von sehr guter Symmetrie von zwei feinweißen Diamanten im Baguetteschliff von zusammen ca. 0,30 ct.
Neben Schmuck umfasst das Programm auch Objets de Vertu sowie Taschen- und Armbanduhren begehrter Hersteller wie Rolex, Cartier, Hublot und Vacheron Constantin. Auch eine seltene Sammlung der Schweizer Uhrenmanufaktur Patek Philippe ist mit von der Partie, wobei auf eine Rarität besonders hingewiesen werden muss.

Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Herrenarmbanduhr mit Minutenrepetition, die zum 150. Jubiläum der Manufaktur geschaffen wurde und von der nur rund 100 Exemplare existieren. Das gelbgoldene Gehäuse ist mit „JHP“ gemarkt, wobei es sich um das Meisterzeichen von Jean-Pierre Hagmann, dem wohl bedeutendsten Schöpfer von Uhrengehäusen des späten 20. Jahrhunderts, handelt, der im Laufe seiner mehrere Jahrzehnte umfassenden Karriere für viele namhafte Häuser gearbeitet hat. Das Gehäuse für das vorliegende Modell, das die unaufdringliche und zeitlose Eleganz von Patek Philippe perfekt verkörpert, zählt zweifellos zu seinen gelungensten Arbeiten.
Am zweiten Auktionstag überzeugt das Kunstprogramm durch die vielseitige Bandbreite, die von den Altmeistern, über die Klassische Moderne bis zu Contemporary Art reicht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer Sammlung Ostdeutscher Moderne, in welcher unter anderem Künstler wie Ulf Puder, Trak Wendisch und Konrad Knebel vertreten sind.

Mit zwei Aquarellen aus seinem Spätwerk ist Karl Schmidt-Rottluff in der Auktion vertreten. Neben einem Stillleben mit Tigerlilien über gelben Blumen von 1963 kommt die drei Jahre früher entstandene Landschaft Blühende Bäume vorm Berg zum Aufruf. Beide Arbeiten wurden in den 1960er Jahren bei Die kleine Galerie in Kampen auf Sylt erworben und befinden sich seitdem in Hamburger Privatbesitz.
Während der Expressionist Karl Schmidt-Rottluff vor dem Zweiten Weltkrieg zu einem bedeutenden Vertreter der Avantgarde seiner Zeit wurde, brillierten die folgenden drei Künstler in den Kunstszenen der Nachkriegsepoche.

Otto Piene, 1957 Gründungsmitglied der Gruppe ZERO, ist vor allem für seine Lichtkunst sowie seine von Feuer- und Rauchspuren geprägten Arbeiten bekannt. Skulpturale Werke schuf er im Großformat (Silberne Frequenz, Münster, Licht und Bewegung, Köln), oder auch mal in kleineren Dimensionen. Ein Beispiel für Letzteres kommt mit der Tonfigur Minotaurus fünffach 1-5 zum Aufruf, bei dem es sich um das erste von nur fünf Exemplaren handelt. Durch die unterschiedliche Beschaffenheit der Oberfläche findet auch hier ein Spiel mit dem Licht statt. Der Arbeit aus dem Jahr 2008 liegt ein Zertifikat des Künstlers bei.

1952 schloss sich Fred Thieler der drei Jahre zuvor in München gegründeten Künstlergruppe ZEN 49 an, deren Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die deutsche Kunstszene nach dem Krieg neu zu beleben und die gegenstandslose Kunst dem meist noch kritischen Publikum näherzubringen. Von 1951 bis 1953 lebte Thieler in Paris, wo er mit Pierre Soulages und Hans Hartung zwei wichtige Wegbereiter der abstrakten Kunst in Frankreich kennenlernte. In der bei Stahl angebotenen Arbeit Thielers, F. Z. 6/55, von 1955 ist der Einfluss dieser Begegnungen deutlich zu erkennen.
Als eine Art Gegenpol zur gegenstandslosen Kunst entstand in den 1950er Jahren in Großbritannien und den Vereinigten Staaten die Pop Art, die sich als gleichermaßen konsumorientiert als auch konsumkritisch erwies. Mit Roy Lichtenstein und Andy Warhol sind zwei Hauptvertreter Teil der Auktion.

Warhol wurde vor allem für seine Siebdruckporträts bekannt, wobei er sich zunächst auf Stars wie Elizabeth Taylor, Ingrid Bergman und natürlich Marilyn Monroe konzentrierte. Später ließ er sich von den faszinierenden Persönlichkeiten des schillernden New Yorker Nachtlebens inspirieren. Aus der daraus entstandenen Siebdruckserie Ladies and Gentlemen kommt eine Arbeit von 1975 zum Aufruf.
Die Versteigerungen finden am 24. und 25. November im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt und beginnen an beiden Tagen jeweils um 11 Uhr. Vorbesichtigungen sind vom 20.-23. November möglich.
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