Im April bot das Münchener Auktionshaus Rütten viele interessante Antiquitäten der napoleonischen Ära an, die der ehemalige Besitzer von Schloss Lichtenhaag in Niederbayern zusammengetragen hatte. Offenbar teilten viele Bieter diese Leidenschaft, denn die Auktion verlief äußerst erfolgreich.

Auch in der kommenden Auktion, die am 20. Juni stattfindet, werden weitere Stücke dieser Sammlung angeboten, darunter dieses Gondelbett im Stil des französischen Empire, das mit Bronzebeschlägen in Form von Mohnranken und Lorbeerkränzen verziert ist.

Das Hauptaugenmerk dieser Lose liegt dieses Mal jedoch auf jenen Stiche, Lithografien und Radierungen, die einst an den Wänden des "Napoleon-Salons" des Schlosses Lichtenhaag hingen. Auch eine Original Verfügung der Französischen Republik befindet sich darunter, mit der Unterschrift Napoleon Bonapartes als Erster Konsul - ein Amt, das der spätere Kaiser von 1799 bis 1804 bekleidete.
Natürlich haben auch die anderen Kategorien der rund 300 Lose starken Offerte so manches Highlight zu bieten. In der Porzellanofferte sei auf ein Meissner Service hingewiesen, das nach 1954 in der Traditionsmanufaktur hergestellt wurde. Das feine Dekor ist jedoch 200 Jahre älter: Die sog. "Kauffahrteien" waren eine Kreation des Porzellanmalers Johann Greorius Höroldt und zeigen Hafenszenen mit Personenstaffagen.

Ebenfalls an den Stil des 18. Jahrhunderts erinnernd, handelt es sich bei der Figurengruppe mit dem Originaltitel Pferd mit Mohrenknabe um einen Entwurf von Bildhauer Joseph Wackerle von 1921 für die Manufaktur Nymphenburg. Die Figur befindet sich in sehr gutem Zustand und beeindruckt mit ihrer Höhe von 63,5 cm.

In der Silberofferte dürfen zwei einzeln angebotene Weinkühler nicht unerwähnt bleiben, die im 20. Jahrhundert vermutlich in Armenien hergestellt wurden. Die dekorativen und innen vergoldeten Stücke zieren Puttenköpfe, Blumenfestons sowie Akanthusblätter als Handhaben. Ebenfalls auf florales Design, jedoch in der Ausführung des Jugendstils, wurde bei der Ausführung eines Relieftellers gesetzt, der nach einem Motiv von Alphons Mucha geschaffen wurde.

In der Schmuckofferte funkeln Ringe, Broschen und Anhänger um die Wette. Den Sieg trägt jedoch ein um 1930 ausgeführtes Art déco-Armband aus Platin davon, das mit Diamanten im Alt- und Baguetteschliff von insgesamt ca. 5,13 ct besetzt ist.

Passend dazu ist aus der Uhrenofferte diese weißgoldene Art déco-Schmuckuhr mit Schlangengliederarmband zu empfehlen, die ebenfalls mit reichem Diamantbesatz (ca. 0,70 ct) begeistern kann. Als absoluter Klassiker für den Herrn hat die Uhrenofferte diese gelbgoldene Automatikarmbanduhr von Omega im Angebot.

Ein weiter gelbgoldener Klassiker ist diese Taschenuhr der Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne. Es handelt sich um eine Savonette, also eine Taschenuhr, deren Zifferblatt durch einen zusätzlichen Sprungdeckel über dem Uhrglas geschützt wird.

Die Gemäldeofferte wird von zwei Arbeiten des böhmisch-österreichischen Malers Johann Wilhelm Jankowski angeführt, darunter diese Venezianische Ansicht im abendlichen Sonnenlicht. Jankowski war Vedutenmaler, der im 19. Jahrhundert Stadtansichten nach realem Vorbild, aber auch Fantasielandschaften schuf.

Zum Schluss sei noch auf das kuscheligste Objekt des Katalogs hingewiesen: ein seltener großer Braunbär aus Plüsch der Marke Sigikid (H: 90 cm, L: 195 cm. T: 70 cm). Gemäß den Angaben des Herstellers handelt es sich um eine um 1990 ausgeführte Sonderanfertigung.
Die Auktion findet am 20. Juni um 13 Uhr im Auktionshaus Rütten, Nymphenburger Str. 133, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 15.-19. Juni unter Beachtung aller öffentlichen Auflagen und Beschränkungen möglich.

