Am 17. Juli richtet Amadeus Auction in Wien seine volle Aufmerksamkeit auf begehrtes "weißes Gold" aus Meissen und weiteren namhaften europäischen Manufakturen, wie Herend, Augarten und Allach. Das Hauptaugenmerk ruht jedoch auf frühen Stücken der sächsischen Manufaktur, die die europäische Porzellanproduktion zu Beginn des 18. Jahrhunderts begründete.
Die großen Themen der Dekoration im 18. Jahrhundert waren, von Rocaillen umgeben, die klassische Mythologie, galante Szenen und Chinoiserien, die zunächst mit den importierten Porzellan- und Lackwaren aus Fernost Einzug in die europäische Kunstszene hielten.

Natürlich kamen Chinoiserien auch in der Manufaktur Meissen schon früh zum Einsatz. Ein schönes Beispiel dafür in der Auktion ist ein Kaffeeservice mit Bemalungen von Johann Gregorius Höroldt (1696-1775), seines Zeichens Leiter der Malerei für Meissen und Erfinder der Chinoiseriemalerei.

Ebenfalls mit Chinoiseriemalerei dekoriert wurden eine Teekanne sowie eine ungewöhnlich große Heißwasser-Kanne aus den 1720er Jahren. Die Heißwasser-Kanne zieren Bemalungen von Sabrina Auffenwerth. In der Frühzeit der Meißner Manufaktur wurde die Bemalung sozusagen "outgesourct", in dem sie an "Hausmaler" abgegeben wurde.

Aus der selben Dekade kommen zwei Koppchen mit Untertassen zum Aufruf, die ebenfalls jeweils ein chinesisches Dekor ziert. Ein Köppchen bezeichnet eine henkellose Trinkschale. Das Wort leitet sich vom lateinischen cuppa ("Becher") ab.

Ein weiteres Highlight stellt eine kleine Meissner Prunkplatte von 1730/35 dar, die mit unterschiedlichen Dekoren verziert wurde. Zentral ist ein polychromes "indisches" Blumendekor zu sehen, das von mehreren Rahmen aus Goldmalerei umgeben ist. Der äußerste Rahmen wird durch Kartuschen mit "Kauffahrteien", Hafenszenen mit Händeln, eine weitere Erfindung von Höroldt, unterbrochen. Die inneren Ringe beherbergen Chinoiserie-Szenen in Purpurmalerei.

Zum Umsetzung mythologischer Themen oder Allegorien wurde gerne die figürliche Porzellanmodellierung herangezogen. Nach einem Modell von Johann Joachim Kaendler, einem der bekanntesten und bedeutendsten Modelleure der Meissner Manufaktur, kommt die Gruppe Neptun und Thetis mit Meeresgott und Meeresnymphe zum Aufruf. Um eine Allegorie des Frühlings handelt es sich bei einer großen Meissner Figur von 1750.

Weitere Figurengruppe stellen galante Szenen dar. Zum einen eine der im 18. Jahrhundert populären Schäferidyllen, zum anderen mit einer Komödiantengruppe mit Figuren aus der Commedia dell'arte. Letztere diente nicht nur der Meissner Manufaktur als Quelle der Inspiration, sondern auch der Nymphenburger Manufaktur, für die Franz Anton Bustelli Mitte des 18. Jahrhunderts die berühmte Folge von 16 Figuren entwarf.

Eine weitere bedeutende europäische Porzellanmanufaktur ist jene, die 1826 im ungarischen Herend gegründet wurde und die älteste des Landes darstellt. Von dort stammt ein Tafelservice für 12 Personen, das mit dem purpurnem Dekor Indischer Korb verziert ist.

Aus der Porzellanmanufaktur Allach kommt die weiß glasierte Figur Bär bittend von Theodor Kärner zum Aufruf. Körner hatte nicht nur eine Ausbildung zum Porzellanmodelleur absolviert, sondern auch Kurse bei Tiermaler Heinrich von Zügel besucht, was seinen naturalistischen Tierdarstellungen zugute kam.
Die Porzellan-Auktion von Amadeus Auction findet am 17. Juli ab 16 Uhr ausschließlich online statt. Wie Sie mitbieten können, erfahren Sie hier.
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