Rekorde, Rekorde, Rekorde!

Beinahe 50 neue Rekorde für Impressionisten, moderne und zeitgenössische Künstler wurden in der vergangenen Auktionswoche bei Sotheby's und Christie's aufgestellt.

Rekorde, Rekorde, Rekorde!

In der 20. Kalenderwoche des Jahres 2019 haben Sotheby's und Christie's in New York ein wahres Auktionsfeuerwerk abgebrannt. In mehreren Auktionen kamen Werke von Impressionisten sowie modernen und zeitgenössischen Künstlern zum Aufruf, die für so manchen neuen Rekord sorgten. Eine Auswahl aus diesen sehen Sie im Folgenden.

Am 14. Mai erzielte Claude Monets Meules von 1890 im Impressionist & Modern Art Evening Sale von Sotheby's einen Preis von rund 111 Millionen USD (ca. 99 Millionen Euro) und bescherte damit nicht nur dem Künstler einen neuen Rekord, sondern wurde auch zum teuersten jemals versteigerten Werk des Impressionismus. Käufer soll der deutsche Software-Milliardär Hasso Plattner sein.

Claude Monet, Meules, 1890 | Foto: Sotheby's
Claude Monet, Meules, 1890 | Foto: Sotheby's

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Einen Tag später konnte sich bei Sotheby's Impressionist & Modern Art Day Sale ein weiterer Franzose über eine neue persönliche Bestleistung freuen: Émile Bernards Bretonnes ramassant des pommes wurde für 1,9 Millionen USD (1,7 Millionen Euro) verkauft und konnte so seinen oberen Schätzpreis mehr als verdreifachen.

Émile Bernard, Bretonnes ramassant des pommes, 1889 | Foto: Sotheby's
Émile Bernard, Bretonnes ramassant des pommes, 1889 | Foto: Sotheby's

Auch die Contemporary Art Evening Auction von Sotheby's am 16. Mai sah so manchen Künstlerrekord - und auch Künstlerinnenrekord. Besonders erwähnenswert ist hier der Verkauf von Lee Krasners The Eye is the First Circle für 11,7 Millionen USD (10,4 Millionen Euro), der der meist in den Schatten gestellten Ehefrau von Jackson Pollock einen Platz unter den teuersten Künstlerinnen der Welt sichert.

Lee Krasner (1908-1984), The Eye is the First Circle, 1960 | Foto: Sotheby's
Lee Krasner (1908-1984), The Eye is the First Circle, 1960 | Foto: Sotheby's

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Auch bei Christie's war so einiges los. Vor allem die Versteigerung von Jeff Koons' ein Meter hohen Rabbit sorgte für Aufsehen. Damit endete nämlich am 15. Mai beim Post-War and Contemporary Art Evening Sale die nur sechs Monate währende Herrschaft David Hockneys als teuerster lebender Künstler. Mit seinem stählernen Hasen, der für 91,1 Millionen USD (81,6 Millionen Euro) den Besitzer wechselte, schaffte es Jeff Koons, den Thron zurückzuerobern, den er am 15. November 2018 für Hockneys Portrait of an Artist (Pool with Two Figures) hatte räumen müssen.

Jeff Koons, Rabbit, 1986 | Foto: ©Jeff Koons via Christie's
Jeff Koons, Rabbit, 1986 | Foto: ©Jeff Koons via Christie's

Nicht nur ein Hase sorgte in der Auktion für Aufsehen, sondern auch eine Spinne. Genauer gesagt eine der berühmten Arachniden der französischen Bildhauerin Louise Bourgeois. Spider (L.B. 2/6 1997) wechselte für 32 Millionen Euro den Besitzer, was einem neuen Rekord für Bourgeois bedeutet. Zudem ist es das zweitteuerste Werk einer Künstlerin der Auktionsgeschichte.

Louise Bourgeois (1911-2010), Spider, 1967 | Foto: Christie's
Louise Bourgeois (1911-2010), Spider, 1967 | Foto: Christie's

Auch Pop Art-Ikone Robert Rauschenberg und Hard Edge-Künstler Frank Stella verbesserten ihre jeweiligen Auktionsrekorde.

Robert Rauschenberg, Buffalo II, 1964 | Foto: ©2019 Robert Rauschenberg Foundation: Licensed by VAGA at Artists Right Society (ARS), New York via Christie's
Robert Rauschenberg, Buffalo II, 1964 | Foto: ©2019 Robert Rauschenberg Foundation: Licensed by VAGA at Artists Right Society (ARS), New York via Christie's

Rauschenberg mit Buffalo II, das 88,8 Millionen USD (79,5 Millionen Euro) erzielte, Stella mit Point of Pines, für das 28 Millionen USD (25,1 Millionen Euro) gezahlt wurden.

Frank Stella, Point of Pines, 1959 | Foto: Christie's
Frank Stella, Point of Pines, 1959 | Foto: Christie's

Bereits am 13. Mai hatte es auch bei Christie's Impressionist and Modern Art Evening Sale zwei neue Weltrekorde gegeben. Da wäre zunächst das Gemälde Thérèse sur une banquette des polnisch-deutsch-französischen Malers Balthus zu nennen, das für 16,5 Millionen USD (14,7 Millionen) von einem Telefonbieter ersteigert wurde. Balthus' Œuvre löst immer wieder Kritik aus, da der Künstler meist Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren portraitierte und sich dabei ihrer noch unbewussten erotischen Wirkung bediente.

Balthus, Thérèse sur une banquette, 1939 | Foto: Christie’s
Balthus, Thérèse sur une banquette, 1939 | Foto: Christie’s

Zu einem Bietergefecht am Telefon kam es beim Aufruf von Pierre Bonnards Terrasse ou Une terrasse à Grasse, der erst bei 19,6 Millionen USD (17,6 Millionen Euro) endete. Das Gemälde konnte damit seinen oberen Schätzpreis mehr als verdoppeln.

Pierre Bonnard, Terrasse ou Une terrasse à Grasse, 1912 | Foto: Christie's
Pierre Bonnard, Terrasse ou Une terrasse à Grasse, 1912 | Foto: Christie's

Die Auktionen fanden alle in New York statt.