Im März dieses Jahres wurde die südlich von Parma gelegene Villa Magnani, die die außergewöhnliche Sammlung des 1984 verstorbenen Kunsthistorikers und Musikwissenschaftlers Luigi Magnani beherbergt, Opfer eines Einbruchdiebstahls, bei dem die Werke Les Poissons (1917) von Pierre-Auguste Renoir, Odalisque sur la terrasse (1922) von Henri Matisse und Nature morte aux cerises (um 1890) von Paul Cézanne gestohlen worden waren. Schlimmeres konnte verhindert werden, als das erst kurz zuvor erneuerte Alarmsystem des Museums ausgelöst wurde und die Diebe zwang, ihren Coup nach nur drei Minuten abzubrechen. Dennoch belief sich der Verlust für die Fondazione Magnani-Rocca, die die Sammlung verwaltet, auf über 9 Millionen Euro.
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Die Ermittlungen wurden umgehend aufgenommen, wobei die Aufnahmen der Sicherheitskameras erste Hinweise auf die Anzahl der beteiligten Personen und deren Vorgehen lieferten. Mindestens vier maskierte Männer waren zu erkennen, von denen zwei ins Gebäude eindrangen. Das zielgerichtete Handeln ließ auf eine geplante Tat schließen.
In den Fokus der Ermittler gerieten neun moldauische Staatsbürger im Alter zwischen 30 und 44 Jahren. Neben dem Vorfall in der Villa Magnani sollen sie sowie weitere Helfer und Unterstützer für insgesamt 14 Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser und Geschäfte in der Region verantwortlich sein. Eine Reihe von Hausdurchsuchungen in der vergangenen Woche, an der verschiedene Einheiten der Carabinieri, darunter auch jene für den Schutz von Kulturgut, beteiligt waren, führte nicht nur zur Festnahme von fünf verdächtigen Personen, sondern auch zur Auffindung der drei im März gestohlenen Kunstwerke. Sie befanden sich in einer Wohnung in Parma.
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Nur zwei Tage nach dieser erfreulichen Nachricht wurde die italienische Museumswelt jedoch erneut von einem schweren Schlag getroffen. Dieses Mal war es das Museo regionale Accascina im sizilianischen Messina, das Opfer eines offenbar ebenfalls minutiös geplanten Einbruchdiebstahls wurde. Gestohlen wurden vier Werke des bedeutenden Renaissancemalers Antonello da Messina (1429/30-1479), was einen herben Verlust für das Museum in dessen Heimatstadt bedeutet. Neben einer beidseitig bemalten Holztafel sind es drei Tafeln aus Antonellos Polittico di San Gregorio von 1473, die dem Einbruch zum Opfer fielen. Die Ermittlungen stehen hier noch am Anfang und viele Fragen stehen im Raum: Warum blieben zwei Tafeln des Polyptychons zurück? War es eine Auftragstat? Warum konnte der Einbruch trotz Alarmsystem erfolgen und war ein Insider am Werk?
Wir drücken die Daumen, dass dieser jüngste Vorfall ein ebenso erfreuliches Ende nimmt, wie jener in der Villa Magnani.
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