Bedeutendes Werk von Mikuláš Medek bei Eppli

Die nächste Auktion des Stuttgarter Auktionshauses Eppli findet bereits am 21. Juni statt. Als Top-Los kommt eine Arbeit des tschechischen Malers Mikuláš Medek zum Aufruf, der als bedeutendster moderner Maler seines Heimatlandes angesehen wird.

Bedeutendes Werk von Mikuláš Medek bei Eppli

"Kunst ist alles, was mit der Unbeweglichkeit der Wirklichkeit unvereinbar ist", sagte der tschechische Künstler Mikuláš Medek einmal und zielte damit auf die politische Unterdrückung, die in seiner Heimat herrschte, ab. Medek war sich den Repressalien der Kommunistischen Partei vollkommen bewusst, widerstand jedoch der Versuchung, sich dem System anzupassen. Stattdessen veränderte sich ab den späten 1950er Jahren sein Stil vom Surrealismus zur abstrakten Malerei, mit den "Vorbereiteten Bildern" als zentrale Werke.

Mikuláš Medek (1926 Prag 1974), Magnetica UEZ, Mischtechnik/Lwd., betitelt, signiert und datiert, 1970 | Foto: Eppli
Mikuláš Medek (1926 Prag 1974), Magnetica UEZ, Mischtechnik/Lwd., betitelt, signiert und datiert, 1970 | Foto: Eppli

In ihnen setzte sich Medek mithilfe von Symbolen und Zeichen mit der menschlichen Existenz auseinander, indem er mikroskopische und mikroskopische Elemente miteinander verband. Obwohl Medeks Werke von der damaligen Regierung nicht gutgeheißen wurde und er sie nur in heimlichen Ausstellungen in der Tschechoslowakei zeigen konnte, durfte er einige öffentliche Aufträge ausführen. Die erste Retrospektive in seiner Heimat fand erst 2002 statt. Auf Ausstellungen im Ausland war er bereits zu Lebzeiten vertreten. So wurde das vorliegende Werk Magnetica vom Einlieferer 1970 bei einer Ausstellung in der Filderhalle Leinfelden-Echterdingen erworben.

Auch die Auktion, in der das Gemälde am 21. Juni angeboten wird, findet in Leinfelden-Echterdingen statt. Das Auktionshaus Eppli präsentiert dort in seiner Auktionshalle knapp 500 Lose mit Kunst, Kunstgewerbe, Schmuck, Möbeln und vielem mehr. Wie das Beispiel Mikuláš Medek bereits zeigt, ist Kunst des 20. Jahrhundert gut vertreten, u.a. mit mehreren Arbeiten von Marc Chagall.

Marc Chagall (1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence), La grande corniche, Farblithografie 33/50, signiert | Foto: Eppli
Marc Chagall (1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence), La grande corniche, Farblithografie 33/50, signiert | Foto: Eppli

Interessant ist auch die Gouache Mehrfarbige Figuren von 1960, in der sich Ida Kerkovius mit dem Ineinandergreifen von Flächen und Figuren auseinandersetzt. Die Arbeit erinnert an Kerkovius' Glasfensterentwürfe, die in den 1950er Jahren entstanden.

Ida Kerkovius (1879 Riga - 1970 Stuttgart), Mehrfarbige Figuren, Gouache/Papier, monogrammiert, ca. 1960 | Foto: Eppli
Ida Kerkovius (1879 Riga - 1970 Stuttgart), Mehrfarbige Figuren, Gouache/Papier, monogrammiert, ca. 1960 | Foto: Eppli

Im Fokus des Œuvres des österreichischen Bildhauers Alfred Haberpointner steht die Liebe und die gleichzeitige Überwindung des Materials Holz, bei der er seine aus dem Naturstoff ausgeführten Skulpturen mit Metallelementen kombiniert. So auch bei dem vorliegenden Skulpturalen Objekt, dessen Nadelholzkorpus mit Eisenklampfen bestückt wurde.

Alfred Haberpointner (*1966 Salzburg), Skulpturales Objekt, Eisenklampfen, Nadelholz, Echtheitsbestätigung vom Künstler anbei | Foto: Eppli
Alfred Haberpointner (*1966 Salzburg), Skulpturales Objekt, Eisenklampfen, Nadelholz, Echtheitsbestätigung vom Künstler anbei | Foto: Eppli

Holz steht auch nicht selten im Fokus des deutschen Malers und Bildhauers Willi Siber. Anhand dieses Materials beschäftigt sich Siber mit der sinnlichen Wahrnehmung und Raumwirkung eines Objekts, dessen Oberfläche er zu einer filigranen Gitterstruktur verändert, die gegensätzliche Assoziationen hervorruft.

Willi Siber (*1949 Eberhardzell), Bodenskulptur, Nadelholz, weiß gefasst | Foto: Eppli
Willi Siber (*1949 Eberhardzell), Bodenskulptur, Nadelholz, weiß gefasst | Foto: Eppli

Als Highlight für Freunde des Schachsports und der modernen Grafik gleichermaßen kommt ein Schachspiel mit Plexiglas-Figuren zum Aufruf, dessen Spielbrett aus einer Arbeit des Op Art-Meisters Victor Vasarely besteht. Vielleicht eine gute Möglichkeit, den Gegner zu verwirren?

Victor Vasarely (1906 Pécs - 1997 Paris), Schachspiel, Farbserigrafie, Plexiglas 169/1500, handsigniert | Foto: Eppli
Victor Vasarely (1906 Pécs - 1997 Paris), Schachspiel, Farbserigrafie, Plexiglas 169/1500, handsigniert | Foto: Eppli

Weit weniger verwirrend ist hingegen der durch seine Gradlinigkeit punktende Sessel LC4. Der Entwurf des Sessel stammt aus einer Reihe von Möbeln, die Le Corbusier gemeinsam mit seinen Kollegen Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entwickelt und 1929 erstmals vorgestellt hat.

Le Corbusier (La Chaux-de-Fonds - 1965 Roquebrune-Cap-Martin), Sessel "LC2", Ausführung: Cassina, Entwurf von 1929 | Foto: Eppli
Le Corbusier (La Chaux-de-Fonds - 1965 Roquebrune-Cap-Martin), Sessel "LC2", Ausführung: Cassina, Entwurf von 1929 | Foto: Eppli

Zu einer der beliebtesten Lampen der 1930er Jahre entwickelte sich ein Modell des französischen Designers Édouard-Wilfred Buquet, das dieser 1927 zum Patent angemeldet hatte. Während die Lampe auch in späteren Jahrzehnten, so wie das vorliegende Exemplar, produziert wurde, ist über ihren Erfinder kaum etwas bekannt.

Édouard-Wilfred Buquet (1866 - ?), Arbeitslampe, Holz, Metall, Ausführung der 1980er Jahre, Entwurf von 1929 | Foto: Eppli
Édouard-Wilfred Buquet (1866 - ?), Arbeitslampe, Holz, Metall, Ausführung der 1980er Jahre, Entwurf von 1929 | Foto: Eppli

Auch Asiatika werden am 21. Juni bei Eppli versteigert. Unter den 50 Losen der Kategorie gibt es auch eine interessante japansicher Teekanne der Meiji-Zeit (1868-1912) zu entdecken, deren Korpus umlaufend mit drei Porzellangesichtern verziert ist. Deckel und Ausguss werden von Fabeltiergesichtern gebildet. vielleicht in Anlehnung an das japanische Theater, bei dem expressive Masken verwendet werden?

Teekanne mit Porzellangesichtern, Japan, Meiji-Zeit (1868-1912) | Foto: Eppli
Teekanne mit Porzellangesichtern, Japan, Meiji-Zeit (1868-1912) | Foto: Eppli

Ebenfalls in der Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen hält Eppli am 22. Juni seine monatliche Münzauktion ab. Angeführt wird die 346 Lose umfassende Offerte von neun goldenen Münzen aus Österreich, die 6 x 4 Dukaten und 3 x 100 Kronen von 1915 umfassen.

Österreich, 6 x 4 Dukaten 1915 und 3 x 100 Kronen 1915, Gold | Foto: Eppli
Österreich, 6 x 4 Dukaten 1915 und 3 x 100 Kronen 1915, Gold | Foto: Eppli

Gold gibt es auch aus der Bundesrepublik Deutschland: Mitgeboten werden darf auf eine kleine Sammlung mit 10 x 100 Euro zu je 1/2 Unze Feingold.

BRD, 10 x 100 Euro zu je 1/2 Unze Feingold | Foto: Eppli
BRD, 10 x 100 Euro zu je 1/2 Unze Feingold | Foto: Eppli

Nicht nur Münzen werden am 22. Juni versteigert, sondern auch Banknoten, Wertpapiere, Historika und Briefmarken. Unter den letzteren ist besonders eine deutsche Sammlung mit vielen Spezialitäten, Farbnuancen, Einheiten, Randstücken und besonderen Frankaturkombinationen hervorzuheben.

Spezialitätensammlung Deutschland | Foto: Eppli
Spezialitätensammlung Deutschland | Foto: Eppli

Beginn beider Auktionen ist um 11 Uhr in der Eppli Auktionshalle in der Heilbronner Straße 9-13 in Leinfelden-Echterdingen.

Alle Objekte, die zum Aufruf kommen, können Sie gleich hier entdecken!