"Kunst ist alles, was mit der Unbeweglichkeit der Wirklichkeit unvereinbar ist", sagte der tschechische Künstler Mikuláš Medek einmal und zielte damit auf die politische Unterdrückung, die in seiner Heimat herrschte, ab. Medek war sich den Repressalien der Kommunistischen Partei vollkommen bewusst, widerstand jedoch der Versuchung, sich dem System anzupassen. Stattdessen veränderte sich ab den späten 1950er Jahren sein Stil vom Surrealismus zur abstrakten Malerei, mit den "Vorbereiteten Bildern" als zentrale Werke.

In ihnen setzte sich Medek mithilfe von Symbolen und Zeichen mit der menschlichen Existenz auseinander, indem er mikroskopische und mikroskopische Elemente miteinander verband. Obwohl Medeks Werke von der damaligen Regierung nicht gutgeheißen wurde und er sie nur in heimlichen Ausstellungen in der Tschechoslowakei zeigen konnte, durfte er einige öffentliche Aufträge ausführen. Die erste Retrospektive in seiner Heimat fand erst 2002 statt. Auf Ausstellungen im Ausland war er bereits zu Lebzeiten vertreten. So wurde das vorliegende Werk Magnetica vom Einlieferer 1970 bei einer Ausstellung in der Filderhalle Leinfelden-Echterdingen erworben.
Auch die Auktion, in der das Gemälde am 21. Juni angeboten wird, findet in Leinfelden-Echterdingen statt. Das Auktionshaus Eppli präsentiert dort in seiner Auktionshalle knapp 500 Lose mit Kunst, Kunstgewerbe, Schmuck, Möbeln und vielem mehr. Wie das Beispiel Mikuláš Medek bereits zeigt, ist Kunst des 20. Jahrhundert gut vertreten, u.a. mit mehreren Arbeiten von Marc Chagall.

Interessant ist auch die Gouache Mehrfarbige Figuren von 1960, in der sich Ida Kerkovius mit dem Ineinandergreifen von Flächen und Figuren auseinandersetzt. Die Arbeit erinnert an Kerkovius' Glasfensterentwürfe, die in den 1950er Jahren entstanden.

Im Fokus des Œuvres des österreichischen Bildhauers Alfred Haberpointner steht die Liebe und die gleichzeitige Überwindung des Materials Holz, bei der er seine aus dem Naturstoff ausgeführten Skulpturen mit Metallelementen kombiniert. So auch bei dem vorliegenden Skulpturalen Objekt, dessen Nadelholzkorpus mit Eisenklampfen bestückt wurde.

Holz steht auch nicht selten im Fokus des deutschen Malers und Bildhauers Willi Siber. Anhand dieses Materials beschäftigt sich Siber mit der sinnlichen Wahrnehmung und Raumwirkung eines Objekts, dessen Oberfläche er zu einer filigranen Gitterstruktur verändert, die gegensätzliche Assoziationen hervorruft.

Als Highlight für Freunde des Schachsports und der modernen Grafik gleichermaßen kommt ein Schachspiel mit Plexiglas-Figuren zum Aufruf, dessen Spielbrett aus einer Arbeit des Op Art-Meisters Victor Vasarely besteht. Vielleicht eine gute Möglichkeit, den Gegner zu verwirren?

Weit weniger verwirrend ist hingegen der durch seine Gradlinigkeit punktende Sessel LC4. Der Entwurf des Sessel stammt aus einer Reihe von Möbeln, die Le Corbusier gemeinsam mit seinen Kollegen Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entwickelt und 1929 erstmals vorgestellt hat.

Zu einer der beliebtesten Lampen der 1930er Jahre entwickelte sich ein Modell des französischen Designers Édouard-Wilfred Buquet, das dieser 1927 zum Patent angemeldet hatte. Während die Lampe auch in späteren Jahrzehnten, so wie das vorliegende Exemplar, produziert wurde, ist über ihren Erfinder kaum etwas bekannt.

Auch Asiatika werden am 21. Juni bei Eppli versteigert. Unter den 50 Losen der Kategorie gibt es auch eine interessante japansicher Teekanne der Meiji-Zeit (1868-1912) zu entdecken, deren Korpus umlaufend mit drei Porzellangesichtern verziert ist. Deckel und Ausguss werden von Fabeltiergesichtern gebildet. vielleicht in Anlehnung an das japanische Theater, bei dem expressive Masken verwendet werden?

Ebenfalls in der Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen hält Eppli am 22. Juni seine monatliche Münzauktion ab. Angeführt wird die 346 Lose umfassende Offerte von neun goldenen Münzen aus Österreich, die 6 x 4 Dukaten und 3 x 100 Kronen von 1915 umfassen.

Gold gibt es auch aus der Bundesrepublik Deutschland: Mitgeboten werden darf auf eine kleine Sammlung mit 10 x 100 Euro zu je 1/2 Unze Feingold.

Nicht nur Münzen werden am 22. Juni versteigert, sondern auch Banknoten, Wertpapiere, Historika und Briefmarken. Unter den letzteren ist besonders eine deutsche Sammlung mit vielen Spezialitäten, Farbnuancen, Einheiten, Randstücken und besonderen Frankaturkombinationen hervorzuheben.

Beginn beider Auktionen ist um 11 Uhr in der Eppli Auktionshalle in der Heilbronner Straße 9-13 in Leinfelden-Echterdingen.
Alle Objekte, die zum Aufruf kommen, können Sie gleich hier entdecken!



