Am 21. November lädt das Auktionshaus Rossini dazu ein, in die Welt der modernen und zeitgenössischen Kunst einzutauchen. Die Auktion breitet sich vor uns wie ein Panorama aus: mit einem Stillleben von Fernand Léger, einer Zeichnung von Edgar Degas, einem Leinwandwerk von Martin Barré oder einem Ölgemälde con Léonard Foujita. Auch die Arbeiten des koreanischen Künstlers Seund Ja Rhee, des Bildhauers Émile Antoine Bourdelle und des Postimpressionisten Henri Lebasque darf man sich keinesfalls entgehen lassen.
Der Katalog mit rund 60 ausgewählten Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen nimmt uns mit auf eine Rreise durch die wichtigsten künstlerischen Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts: vom Impressionismus über die Abstraktion bis hin zum Kubismus und der École de Paris.

Fernand Léger gehört zu jenen Künstlern, die es verstanden haben, auf aktuelle Trends und die Entwicklungen ihrer Zeit zu reagieren und gleichzeitig ihre eigene Identität zu bewahren. Zu Beginn der 1910er Jahre schuf Léger seine ersten kubistischen Gemälde, für die er sich von seiner Umwelt und der Massenindustrialisierung inspirieren ließ, und die sehr modern waren. Damit hob er sich von seinen kubistischen Kollegen ab, indem er besonderen Wert auf die Farben legte und somit den Grundstein für den "farbigen Kubismus" legte.
Das vorliegende Stillleben ist charakteristisch für Légers mechanische Periode in den frühen 1920er Jahren, in der er seine Kompositionen in flachen Farben aufbaute. Das Werk gehört zu einer zwischen 1918 und 1920 entstanden Reihe, von der nur fünf weitere Arbeiten bekannt sind und die nur selten auf dem Markt angeboten wird.

Mit diesem in schwarzer Kohle ausgeführten Portrait greift Edgar Degas eines seiner Lieblingsthemen auf: die Frau in einer intimen Situation. Femme se coiffant, la lettre entstand zwischen 1888 und 1892 und zeigt eine junge Frau, die sich, nur leicht bekleidet, die Haare zu einer Hochsteckfrisur eindreht. Indem Degas das Gesicht der Frau verbirgt, die sich in diesem persönlichen Moment unbeobachtet wähnt, macht der Künstler den Betrachter gewissermaßen zu einem Dieb des Augenblicks.
Am rechten Bildrand taucht eine Hand mit einem Brief auf, wodurch der Betrachter seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Fasziniert von dem engen Universum, in dem er lebte, widmete Degas seine Karriere einfachen Themen wie Tanz, Stadtleben, Pferderennen und den Frauen, wobei er in seine Werke stets seine großartige Poesie einfließen ließ.

Ein weiteres Highlight der Auktion stellt ein Portrait von Léonard Tsuguharu Foujita, der emblematische japanische Künstler der 1920er Jahre, dar. Jeune fille au chat ist eine bemerkenswerte, in Öl ausgeführte Arbeit aus dem Jahr 1956. Kurz nach seiner Entstehung wurde es im Juni und Juli des Jahres in der Pariser Galerie Petrid ausgestellt und diente auch als Motiv des Plakats zu Ausstellung. Die Portraitsitzungen fanden im Atelier des Malers statt, wie die im Hintergrund abgebildeten Delfter Kacheln verraten. Währen das junge Mädchen eine elegante Haltung aufweist, scheint etwas von außerhalb des Bildrandes die Aufmerksamkeit der verspielten Katze auf sich gezogen zu haben, was einen interessanten Kontrast ergibt. Die gekonnte Pinselführung Foujitas vereint, wie so häufig in dessen Œuvre, den westlichen mit dem östlichen Stil.

Das vorliegende Leinwandwerk von Martin Barré entstand 1958, als der Künstler sein Debut auf dem Gebiet der Abstraktion gab. Nach diversen Experimenten hatte er sich für eine flache Maltechnik entschieden, die Raum und Form deren ursprüngliche Plätze einräumt. So auch bei diesem titellosen Werk, in dem die geometrischen Figuren die Leinwand rhythmisieren und mit all ihrer Materie und ihrer Kraft den monochromen, glatten Hintergrund aufbrechen. Für seine Arbeiten erhielt Barré 1998 den National Grand Prix des Arts.

Mit zwei Arbeiten ist der koreanische Künstler Seund Ja Rhee in der Auktion vertreten. Sein Werk, das eher dem Mainstream der lyrischen Abstraktion entspricht, ist von der Pflanzenwelt und der asiatischen Kultur inspiriert und tendiert zu einer Vereinfachung der Formen.

Als Rhee 1951 in der französischen Hauptstadt ankam, besuchte er die Academy de la Grand Chaumière und wurde der einzige koreanische Künstler der École de Paris. Die beiden angebotenen Gemälde, zwei Kompositionen aus den Jahren 1957 und 1958, zeugen von einem einzigartigen Universum, das in aller Gelassenheit das Erbe des Ostens und des Westens vereint.

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Postimpressionist Henri Lebasque arbeitete gemeinsam mit Ferdinand Humbert ab 1886 sechs Jahre lang an den Fresken des Pariser Pantheons. Zu seinen Vorbildern gehörten Künstler wie Maximalen Luce, Paul Signac und Camille Pissarro. Baigneurs sur la plage de Cagnes-sur-Mer entstand am Ende seines Lexems, als sein Werk künstlerisches voll ausgereift war.
Desweiteren mitgeboten werden darf aus eine wunderschöne Bronzebüste von Émile Antoine Bourdelle mit dem Titel La Polonaise, ein auf Holz ausgeführtes Gemälde von Roger Bissière sowie auf Werke der Maler Eugène Carrière und Vicor Charreton.
Die Auktion findet am 21. November um 14:30 Uhr bei Rossini in Paris statt. Vom 19. bis 21. November ist die Ausstellung zur Auktion für Besucher geöffnet.



