Von besonderer Bedeutung war Kunst aus Vogelfedern in der aztekischen Kultur Mexikos. Speziell dafür ausgebildete Handwerker, Amanteca genannt, fertigten Bilder, Mosaiken und Schmuck- und zeremonielle Kleidungsstücke aus Federn an, die mit ihrer besonderen Symbolik der Verehrung verschiedener Gottheiten dienten, u.a. dem gefiederten Schlangengott Quetzalcoatl.
Nach Ankunft der spanischen Eroberer in Mittelamerika waren diese sehr beeindruckt von dem gewaltigen Angebot an Vogelfedern auf den Märkten. Als Prestigeobjekte wurden die bunten Federn in die europäische Heimat geschickt. Durch die Christianisierung verlor die Federkunst an Bedeutung und ging neue Wege, indem nun christlich-religiöse Motive ausgeführt wurden. Ein Produktionszentrum wurde die Stadt Michoacán.

In der November-Auktion von Durán Arte y Subastas, die am 21. Tag des Monats in Madrid stattfinden wird, kommt ein aus Federn und Ölfarbe auf Kupfer ausgeführtes Bild der mexikanischen Schule des 19. Jahrhunderts zum Aufruf, das mit einem Schätzwert von 110.000 Euro die Offerte anführt.

Neben diesem außergewöhnlichen Kunstwerk begeistert der Katalog mit einer schönen Auswahl an Gemälden aus verschiedenen Epochen. Von Álvaro Alcalá Galiano y Vildósola, einem der führenden Landschafts- und Genremaler Spaniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts kommt Limpiando las sardinas ("Das Sardinenputzen") zum Aufruf.

José Gallegos y Arnosa malte bevorzugt Straßenszenen. Außer in seiner spanischen Heimat fand er diese auf seinen Reisen durch Süditalien und Marokko. Mit Fernando Álvarez de Sotomayor ist auch einer der bedeutendsten spanischen Porträtmaler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Auktion vertreten. Sotomayor war Hofmaler König Alfonso XIII., Direktor des Museo del Prado und Mitglied der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando. Er war außer in Spanien auch in Südamerika aktiv: 1908 führte ihn ein Lehrauftrag nach Santiago de Chile, 1947 malte er in Buenos Aires die Portraits des Präsidentenehepaares Perón.

Der katalanische Maler Emilio Grau Sala emigrierte während des Spanischen Bürgerkrieges nach Paris, wo er sich der École de Paris anschloss, der auch Marc Chagall angehörte. Wie in dem vorliegenden Werk Fleurs et maternité ("Blumen und Mutterschaft") durchaus zu erkennen ist, waren Emilio Grau Salas Arbeiten vom Stil Chagalls beeinflusst.

Den größten Einfluss auf das Werk Fernando Zóbels, Sohn einer prominenten spanischen Familie auf den Philippinen, hatte Mark Rothkos abstrakter Expressionismus. Zwischen 1959 und 1963 widmete sich Zóbel seiner auf der Farbe Schwarz basierenden Serie Negra, die zudem auf chinesischer Kalligrafie basierte.

Neben gemalter Kunst wird die Auktion auch eine große Auswahl an Antiquitäten Kunsthandwerk umfassen. Äußerst bezaubernd ist beispielsweise das Angebot mit französischen Glasvasen aus den 1920er Jahren.

Auch die Schmuckofferte kann sich wieder sehen lassen. Besonders hervorzuheben sind hier mit Smaragden besetzte Pretiosen, darunter ein Perlencollier, ein Paar Ohrringe sowie ein Ring, dessen zentraler Stein aus den kolumbischen Smaragdminen in Muzo stammt.
Die Auktion mit mehr als 800 Losen findet am 21. November um 18 Uhr bei Durán Arte y Subastas in Madrid statt. Alle aktuellen Lose des Auktionshauses finden Sie hier.

