Wie die Polizei von Rio de Janeiro in der vergangenen Woche mitteilte, konnte sie in einer Wohnung Bargeld, Schmuck, wertvolle Armbanduhren und Kunstgegenstände im Gesamtwert von 709 Millionen Real (135 Millionen Euro) sicherstellen, die eine Gruppe von Betrügern in den vergangenen zwei Jahren von der Witwe des bedeutenden Kunstsammlers und Galeristen Jean Boghici (†2015) ergaunert hatte. Besonders bitter: die Tochter der 82-jährigen war offenbar die Initiatorin des Betrugs.
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Das Vorgehen war mehr als dreist, denn die Mittäter gaben sich als Hellseher aus, die das Opfer kontaktieren, um sie vor dem bevorstehenden Tod der Tochter zu informieren, der nur durch spirituelle Gegenmaßnahmen zu verhindern sei. Das ließen sich die angeblichen Hellseher gut bezahlen. Als das Opfer misstrauisch wurde, wurde es offenbar in seinem Haus festgehalten und bedroht, während Schmuck, Uhren und Kunstwerke entwendet und teilweise zum Verkauf angeboten wurden – unter dem Vorwand, sie seien „verflucht“.
Bei einer Razzia in der Wohnung von zwei der vier verhafteten Verdächtigen konnte die Polizei von Rio de Janeiro nun mehrere der gestohlenen Gemälde sicherstellen, darunter das auf über 50 Millionen Euro geschätzte Werk Sol Poente (1929) von Tarsila do Amaral (1886-1973), einer der bedeutendsten Vertreterinnen der brasilianischen Moderne und einflussreichen lateinamerikanischen Künstlerin.
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