Nachdem er bereits in seiner Heimat sowie in London und Madrid hatte Erfolge feiern können, begann der Schweizer Uhrmacher Pierre Jaquet-Droz Mitte der 1770er Jahre, als erster Vertreter seiner Zunft überhaupt, seine Schöpfungen nach China zu verkaufen, wo man sich sehr für europäische Uhrmacherkunst interessierte.
Etwa zur gleichen Zeit tourte Jaquet-Droz mit den drei von ihm hergestellten figürlichen Automaten Der Schreiber, Der Zeichner und Der Musikant durch Europa, wo er sie an den Fürstenhöfen vorführte. Solche Automaten waren damals sehr beliebt, allen voran natürlich der Schachtürke, der sich im Nachhinein allerdings als Schwindel herausstellte.

Pierre-Jaquet Droz hatte eine große Liebe zur Natur und zur Avifauna, was sich in seinen Schöpfungen widerspiegelt. Auch in einige seiner Formuhren baute er Singvogelautomaten ein, ein solches Beispiel in Form eines Riechfläschchens wurde 2015 bei Sotheby's versteigert.

Eine vergleichbare Formuhr ohne Automat aus Gold und blauem Emaille, die deshalb Jaquet-Droz zugeschrieben wird, kommt nun in der kommenden Auktion von Cortrie am 19. September zum Aufruf.

Neben der Formuhr begeistert die knapp 250 Lose starke Offerte mit vielen weiteren Raritäten und musealen Stücken. Dazu zählt auch eine frühe und außergewöhnlich große Oignon, deren Gestaltung dem bedeutenden Emaillemaler Jean Mussard V. zugeschrieben wird. Die Taschenuhr, die rückseitig eine Darstellung des Todes der Kleopatra ziert, datiert in das späte 17. Jahrhundert.

Ein weiteres frühes Highlight der Offerte ist diese seltene skelettierte Formuhr Amphore mit Goldgehäuse, die aus der Zeit um 1800 stammt.

Jaquet-Droz folgten viele weitere Uhrmacher, die ihre Kreationen nach Fernost verkauften. Zu ihnen gehörte auch der Londoner Uhrmacher Francis Perigal, der zu diesem Zweck um 1788 diese Doppelgehäuse-Taschenuhr aus Gold und Emaille anfertigte und mit Rubinen und Halbperlen verzierte.

Raritäten gibt natürlich auch unter den Armbanduhren zu entdecken. Vermutlich sogar um ein Unikat aus den 1940er Jahren handelt es sich bei dem Stahlchronographen Angelus von Beyer in Zürich.

Des Weiteren können einer der seltensten Seamaster-Chronographen von Omega (das Modell aus massivem Gold von 1974 ist nie in Serie gegangen) sowie der ebenfalls extrem seltene Chronograph Carrera "Reverse Panda" von Heuer (ca. 1969/70) begeistern.

Nahezu neuwertig kommt die auf 250 Stück limitierte Jubiläumsuhr von Girard-Perregaux zum Aufruf, mit der 1999 das 70-jährige Bestehen der Scuderia Ferrari gefeiert wurde.

Mit einer ebenfalls nahezu neuwertigen Uhr kehren wir noch einmal zu den Taschenuhr-Highlights zurück: Die Prunksavonette in Ausnahmequalität aus Gold und Emaille wurde 1892 von A. Lange & Söhne Glashütte angefertigt. Eine weitere Prunksavonette der Auktion, die ebenfalls aus Glashütte stammt (allerdings aus der Union Uhrenfabrik), liegt mit einem außergewöhnlich großen Exemplar von 1910 vor, dessen Gehäuse ein Porträt der Göttin Minerva ziert.

Zu den seltensten Uhren, die Cortrie bislang anbieten durfte, zählt diese Savonette mit "Montre à Tact"-Gehäuse, die um 1870 von dem bedeutenden Uhrmacher Henri-Robert Ekegrén in Genf ausgeführt wurde.

Zum Schluss sei noch auf ein extrem rares Observationschronometer von Paul Ditisheim von 1928 hingewiesen. Bei Ditisheim stand die Präzision stets im Fokus, weshalb er mehrfach für seine Uhren ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Grand Prix der Pariser Weltausstellung von 1900, was auf dem Zifferblatt der vorliegenden Uhr vermerkt ist.
Die Auktion findet am 19. September um 16.30 Uhr im Auktionshaus Cortrie, Süderstraße 282, im Hamburg statt. Besichtigungen sind nach Terminabsprache am Auktionstag von 13-16 Uhr möglich.

