Als das Wiener Dorotheum im Herbst vor zwei Jahren Max (MOPP) Oppenheimers letztes Selbstporträt im Rahmen seiner damaligen Contemporary Week versteigerte, erzielte es mit 700.000 Euro einen neuen Auktionsrekord für den österreichischen Maler. In der aktuellen Contemporary Week, die vom 17.-20. November stattfinden wird, ist Oppenheimer erneut mit einem Meisterwerk vertreten.
Das Hess-Quartett. Streichquartett I von 1914 ist das erste Gemälde aus einer Reihe, in der sich Oppenheimer mit der Darstellung von Streichquartetten auseinandersetzte. Aus einer musischen Familie stammend und selbst mit dem Geigenspiel vertraut, lag ihm dieses Thema besonders am Herzen. Entstanden war das Gemälde kurz nach Oppenheimers Umzug von Wien nach Berlin, wo er nicht nur das vom prominenten Geigenvirtuosen Willy Heß geleitete Quartett kennenlernte, sondern sich auch mit Futurismus und Kubismus auseinandersetzte. All diese Einflüsse sind in dem vorliegenden Werk bemerkbar, in dem er die vier Musiker eng um einen zentralen Punkt versammelt. Trotz oder gerade wegen dieser räumlichen Enge, entsteht eine greifbare Dynamik, die das Gemälde zu einem beinahe akustischen Erlebnis macht.

Max Oppenheimer behielt Das Hess-Quartett. Streichquartett I lange bei sich und stellte es regelmäßig aus. Erst um 1934 verkaufte er das Gemälde, das bis zu seiner kürzlichen Wiederentdeckung in Privatbesitz blieb.
Oppenheimers Meisterwerk ist eines der Highlights der Auktion „Moderne“, die die Contemporary Week am 17. November um 18 Uhr eröffnet.

Ebenfalls hervorgehoben werden muss hier Emil Noldes stimmungsvolles Aquarell Meer mit roten Wolken und dunklen Seglern von ca. 1935-40, in dem sich Künstler ein weiteres Mal mit den ihm so vertrauten Naturphänomenen der Meereslandschaft auseinandersetzt.
Weitere Highlights der Auktion stammen von Alfons Walde, Gustav Klimt, Egon Schiele und Giorgio de Chirico.
Nicht weniger prominent besetzt ist die Auktion „Zeitgenössische Kunst I“, die am 18. November um 18 Uhr beginnt und Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Ad Reinhardt, Victor Vasarely, Neo Rauch, Herbert Brandl und Carla Accardi vereint.

Zu den spannendsten Werken zählt hier Daniel Richters großformatiges Gemälde Scharnier von gestern zu morgen von 2005 – jenem Jahr in dem Richters begehrte Werkgruppe mit Rückenfiguren ihren Anfang nahm. Bis 2000 widmete sich Richter vor allem der Abstraktion, um dann der figürlichen Malerei Einzug in sein Œuvre zu gewähren. Das vorliegende Werk erscheint wie ein bewegliches Verbindungsglied zwischen den beiden Stilrichtungen – eben wie ein Scharnier.

Gefühl, Spontanität und Körperlichkeit bestimmen das Werk von Martha Jungwirth. Es ist diese spannende Mischung, die die österreichische Malerin zu einer der bedeutendsten Vertreterinnen der zeitgenössischen abstrakten Malerei macht. Ohne Titel von ca. 2007 reiht sich nahtlos in ihr Œuvre aus nicht wiederholbaren Kompositionen ein. Der aktuelle Auktionsrekord für Jungwirth (520.000 Euro) wurde ebenfalls in jener Contemporary Week vor zwei Jahren erzielt, die auch Max Oppenheimers aktuellen Spitzenpreis hervorgebracht hat.
Die Versteigerung von Zeitgenössischer Kunst wird am 19. November um 17 Uhr mit einer Onlineauktion fortgesetzt. Der Nachmittag dieses Tages steht jedoch ganz im Zeichen der Auktion „Important and Noble Jewels“, die um 14 Uhr beginnt.

Diese Offerte hat mit ihren Ringen, Colliers, Broschen und Diademen alles zu bieten, was das Herz ein Schmuckliebhabers begehrt. Hervorgehoben werden müssen hier einige Stücke mit hochkarätigem Saphirbesatz. Neben einem Ring mit Kaschmirsaphir, einem Collier mit Ceylonsaphir und einer Libellenbrosche von Cartier, ist es vor allem der Armreif Umarme Mich von Wellendorff, der an dieser Stelle Erwähnung finden muss. Gefertigt aus Weißgold, ist das Schmuckstück mit Brillanten von zusammen über 7 ct sowie einem unbehandeltem Ceylonsaphir von 15,07 ct besetzt.
Abgerundet wird die Auktionswoche am 20. November um 14 Uhr mit der Auktion „Armband- und Taschenuhren“, die Zeitanzeiger von Rolex, Patek Philippe, Cartier, A. Lange & Söhne und weiteren renommierten Herstellern umfasst.

Als besonderes Highlight kommt jedoch diese bezaubernde Kreation aus Roségold und Onyx von Jaquet Droz zum Aufruf. Die Armbanduhr Loving Butterfly mit Figurenautomat wurde um 2018 in einer limitierten Auflage von nur 28 Stück hergestellt und greift die jahrhundertealte Tradition des Hauses im Bereich der mechanischen Automaten auf. Auf Knopfdruck erwacht hier die Szenerie auf dem Zifferblatt zum Leben, indem Schmetterlingsflügel und Wagenrad in Bewegung gesetzt werden.
Die Contemporary Week des Dorotheums findet vom 17.-20. November im Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, in Wien statt. Während Uhren und Schmuck dort bereits besichtigt werden können, beginnt die Kunstausstellung am 7. November. Ergänzt wird die Contemporary Week am 3. Dezember um 16 Uhr durch die Onlineauktion „Editions“, die Werke von Gerhard Richter, Pablo Picasso, Andy Warhol und weiteren Spitzenkünstlern umfasst.
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