Vintage-Möbel von IKEA sind auf dem Auktionsmarkt immer stärker vertreten. Zunächst nur in Skandinavien, hat sich dieses Phänomen mittlerweile auch international etabliert. IKEA war eine der ersten Marken, die von Top-Designern entworfene Möbel zu erschwinglichen Preisen anbot. Und genau diese Vintage-Schätze der Jahrhundertmitte gelten mittlerweile als wahre Designklassiker, die bei Sammlern heiß begehrt sind.
Von Gillis Lundgrens Bücherregal Tema über die Polstermöbelserie Åke bis zum berühmten Stuhl Vilbert von Verner Panton (der ursprünglich ein kommerzieller Misserfolg war), hat sich der Wert von seltenen IKEA-Stücken auf mehrere tausend Euro vervielfacht. Dass dieser Trend noch immer nicht rückläufig ist, wurde jetzt im schwedischen Auktionshaus Stadauktion Sundsvall bewiesen, das einen neuen Rekordpreis für ein Möbelstück von IKEA erzielte.
Bei dem begehrten Stück handelte es sich um ein Exemplar des Sessels Cavelli, entworfen vom Designer Bengt Ruda, der am 14. November für 151.000 SEK (15.088 Euro) versteigert wurde.
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Der Sessel Cavelli erblickte 1958 das Licht der Welt und wurde laut einem Artikel des IKEA Museums in nur fünf Exemplaren hergestellt. Das Auktionshaus bezeichnete ihn als „das am schwersten erhältliche und begehrteste Modell in Rudas Kollektion“, während Experte Andreas Seising ihn als „eine Art heiliger Gral für Designliebhaber“ betitelte.
"Das Modell Cavalli ist äußert außergewöhnlich und wurde in nur wenigen Exemplaren hergestellt, was der Preis widerspiegelt. Und die Tatsache, dass er schon recht alt ist, hat natürlich dazu beigetragen, dass es heute sogar noch weniger Exemplare gibt", sagt Barnebys' Mitgründer und Designexperte Pontus Silfverstolpe.
Die Ankündigung der Zusammenarbeit von IKEA mit dem schwedischen Architekten und Designer Bengt Ruda sorgte in der Designwelt des Jahres 1957 für Aufsehen: Ruda, der zuvor bei AB Nordiska Kompaniet beschäftigt gewesen war, hatte sich bereits mit Stühlen und revolutionären Sesseln einen Namen gemacht. Seine Entscheidung, sich einem noch so jungen Unternehmen anzuschließen, das zudem bei vielen Akteuren auf dem schwedischen Möbelmarkt mindestens für Stirnrunzeln sorgte, war beispiellos. Rudas guter Ruf trug in der Folge maßgeblich zu zum Aufstieg IKEAs bei.
"Designer Bengt Ruda war äußerst bedeutsam für IKEA und die Geschichte des Unternehmens. Er gehörte zu jenen, die von IKEA angeheuert wurden, um eigene Entwürfe zu erschaffen und nicht, um andere zu kopieren, was zuvor die Vorgehensweise des Möbelherstellers charakterisiert hatte", ergänzt Silfverstolpe.
Ruda, dem bei IKEA viel kreative Freiheit gewährt wurde, entwarf ein Jahr nach Beginn der Zusammenarbeit einen Sessel, der für die damalige Zeit ausgesprochen modern war. „Warum sollte man die Formen des Jahres 1965 nicht schon 1959 haben?“ fragte der Redakteur des IKEA-Katalogs und beschrieb den Sessel Cavelli als einen „modernen Aristokraten“.
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Der Cavelli-Sessel kam auf den Markt, bevor sich die bereits 1953 entstandene Idee des Möbelbausatzes etablieren und zu einem weltweiten Erfolg werden konnte. Er gehört der Ästhetik des heute als Mid-Century Modern bezeichneten Trends an, der Mitte des 20. Jahrhunderts die Bereiche Städtebau, Architektur und natürlich Design berührte. Das Konzept löste sich von der opulenten Ornamentik der vergangenen Jahrzehnte und führte zurückhaltende, elegante Linien mit offensichtlich skandinavischen Einflüssen ein.
2019 war im Schweizer Auktionshaus Beurrett & Bailly ein Exemplar des Cavelli für 6.500 CHF (ca. 5.805 Euro) versteigert worden.
Bei Barnebys werden jedes Jahr rund 5 Millionen Suchanfragen nach IKEA-Möbeln gestellt, was den anhaltenden Trend widerspiegelt.
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