Ab heute darf mitgeboten werden! Worauf? Auf 173 Lose mit Netsuke, jenen kunstvoll gestalteten japanischen Gürtelschmuck, der sich über eine immer größer werdende Fan-Gemeinde freuen darf. Entdecken Sie mit uns einige Highlights der Onlineauktion!
Netsuke kamen im 17. Jahrhundert auf und dienten als Befestigung des Sagemono („hängendes Behältnis“) am Gürtel des Kimono, entwickelten sich aber immer mehr zu einem Kunstobjekt, das aus wertvollen Materialien wie Elfenbein, Buchsbaumholz, Hirschhorn oder Walrosszähnen geschnitzt wurde.

Auch entstanden unterschiedliche Formen, von denen der kompakte katabori die häufigste war. Beliebte Formen waren Tierfiguren, so wie diese beiden Ratten, die Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Künstler der Nagoya-Schule geschnitzt wurden, oder dieses Elfenbein-Netsuke eines schlafenden Ebers der Kyoto-Schule.

Auch mythologische Figuren und Gestalten der japanisch-chinesischen Folklore waren beliebt, so wie den Dämonenbezwinger Shoki, der bei Lempertz als großes Elfenbein-Netsuke aus dem 19. Jahrhundert zum Aufruf kommt. Sehr häufig kamen Netsuke in Gestalt der Sieben Glückgötter vor. Fukurokuju war unter ihnen für Weisheit und ein langes Leben zuständig.
Doch auch Szenen des Alltags trugen Japaner mit sich herum. Im Katalog sei neben zwei Netsuke mit Sumo-Ringern auf ein interessantes Elfenbein-Netsuke aus dem späten 18. Jahrhundert hingewiesen, das ein Sarumawashi darstellt. Dabei handelt es sich um „tanzende Affen“, eine beliebte Jahrmarktsunterhaltung.

Hohl geschnitzte Netsuke mit muschelförmiger Gestaltung heißen anabori. Im Katalog sei dabei auf ein seltenes Netsuke hingewiesen, das zwei aufgeblasene Kugelfische und zwei Auberginen miteinander verbunden darstellt. In die kugelförmigen Körper wurden winzige Landschaften geschnitzt.

Längliche, stabförmige Netsuke werden sashi genannt. Von ihnen kommen gleich mehrere zum Aufruf, darunter dieses Exemplar mit dem Kopf eines Fabelwesens aus Hirschhorn. Men-Netsuke, die die Gestalt von Köpfen oder Masken haben, sind hingegen nur mit einem Los vertreten. Dieses umfasst jedoch gleich drei Stück von ihnen, die die typische Gestaltung nach den Masken des Nō-Theaters aufweisen.

In vielen verschiedenen Varianten wurden runde Netsuke hergestellt. Als manjū bezeichnet man runde Netsuke mit Reliefverzierungen, z.B. dieses Elfenbein-Exemplar mit Elefant von Hômin, einem Künstler der Tokio-Schule. Eng mit den manjū verwandt sind die ryūsa, die jedoch durchbrochen geschnitzt wurden. Ein schönes Beispiel dafür ist dieses Netsuke aus Walross-Zahn, dessen Einlegearbeit aus Eisen und Silber einen heulenden Wolf mit Totenschädel darstellt. Im Baum darüber nähert sich eine Schlange.
Auch kagamibuta sind meist rund. Sie sind wie ein kleiner Napf gestaltet, in den eine Plakette eingelassen wird. In der Auktion sei auf ein kagamibuta aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hingewiesen, dessen reliefierte Plakette aus einer silberhaltigen Kupferlegierung den Japanischen Marderhund zeigt, der in der Folklore als übernatürliches Wesen mit humoristischen Zügen dargestellt wird (Tanuki).

Um ein seltenes Stück handelt es sich bei diesem kagamibuta, dessen Einlage aus einem Tsuba, die Parierscheibe eines japanischen Schwerts, besteht.
Gebote können noch bis zum 21. März online abgegeben werden.



