Das Bedürfnis des Menschen, das eigene Erscheinungsbild mit dekorativen Objekten oder Farben aufzuhübschen, ist sehr alt. Ringe für den Finger sind bereits seit dem jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit bekannt, wie entsprechende Funde belegen. Hergestellt wurden sie aus Materialien wie Knochen, Mammutelfenbein, Holz oder auch Bernstein. Sobald man jedoch gelernt hatte, Metallerze zu verarbeiten, wurde auch die Schmuckherstellung auf den jeweils neuesten Stand gebracht und man fertigte Ringe aus Gold, Bronze, Eisen und weiteren Metallen.

Die Form des Ringes ist nicht nur selbst unendlich, sondern bietet auch eine unendliche Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten. Dies mag der Grund sein weshalb gerade der Ring von allen Schmuckstücken die meisten „Einsatzgebiete“ mit entsprechender Symbolik hat.

Die bekannteste Verwendung eines bestimmten Ringes ist gewiss jene, wenn er eine eheliche Verbindung anzeigen ohne ankündigen soll. Die Rede ist natürlich von Ehe- und Verlobungsringen. Eheringe sind bereits seit der Antike bekannt und wurden sowohl im Pharaonenreich am Nil sowie im Römischen Reich getragen – allerdings nur von den Ehefrauen. Diese Tradition hat sich mancherorts bis ins 20. Jahrhundert hinein erhalten.

Während Eheringe meist aus einem schlichten Goldreif bestehen, ist der Verlobungsring, der in der Regel nach wie vor nur der Frau an den Finger gesteckt wird, aufwändiger gestaltet. Zumindest in jüngerer Zeit. Die ersten Verlobungsringe, die in der Spätantike in christlichen Kreisen aufkamen, waren schlichte Eisenringe, die nicht nur die Unauflöslichkeit des gegeben Eheversprechens symbolisierten, sondern auch die Übergabe der Mitgift veranschaulichten.

Heute ist ein Gold- oder Platinring mit einem einzelnen Diamant im Brillantschliff der Inbegriff des Verlobungsrings. Vor allem entsprechende Ringe von Tiffany & Co. werden damit assoziiert. Der tatsächliche Erfinder des brillantbesetzten Verlobungsrings war jedoch der Diamanthändler De Beers, der dieses Phänomen 1947 mit dem Werbespruch „Diamonds are forever“ in die Welt setzte.

Auf dem wohl berühmtesten Verlobungsring der Welt spielen Diamanten jedoch nur eine Nebenrolle, die den Hauptstein, einen ovalen Ceylon-Saphir von 12 Karat, umgeben. Der Ring war vom britischen Hofjuwelier Garrard angefertigt worden und Lady Diana Spencer suchte ihn sich selber aus, als sie sich im Februar 1981 mit Thronfolger Charles verlobte. Die Princess of Wales trug den Ring auch noch, nachdem ihre Ehe gescheitert war. Nach ihrem tragischen Tod ging der Saphir-Ring in Prince Harrys Besitz über, der ihn jedoch seinem älteren Bruder William überließ, als dieser sich 2010 in Kenia mit seiner Langzeitfreundin Kate Middleton verlobte.
An welcher Hand der Verlobungs- und der Ehering getragen werden, ist von Land zu Land unterschiedlich. Während beispielsweise in den USA und im Vereinigten Königreich beide Ringe am linken Ringfinger getragen werden, trifft dies in Deutschland und Österreich nur auf den Verlobungsring zu. Und in Portugal und in der Schweiz wird sozusagen „rechts verlobt und links geheiratet“. Oftmals dient der Verlobungsring nach der Trauung als Vorsteckring für das Ehesymbol.

Doch wie wurde der Ringfinger eigentlich zum Ringfinger? Der Grund dafür liegt in dem alten Glauben an eine Vena amoris („Liebesader“), die den vierten Finger einer Hand (welche genau wurde nie definiert) direkt mit dem Herzen verbindet. Auch wenn dies anatomisch inkorrekt sein mag, ist es dennoch eine ganz zauberhafte Vorstellung.
Alle hier präsentierten Ringe werden aktuell zusammen mit 94 weiteren funkelnden Preziosen bei Catawiki in der Onlineauktion „Exklusiver Schmuck“ versteigert, die am Montag, den 14. Juni um 20 Uhr endet.
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