Sam Francis wurde 1923 im kalifornischen San Mateo geboren. Viele Jahre litt er an den Auswirkungen einer Tuberkuloseerkrankung. In der Zeit, die er im Krankenhaus verbrachte, begann er mit dem Malen als Zeitvertreib. Die erste Inspirationsquelle war die weiße Zimmerdecke, die das Tageslicht reflektierte.
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Seine ersten Arbeiten führte Francis auf Papier aus, zunächst aus Bequemlichkeit, später aus Interesse. Nachdem er das Krankenhaus verlassen durfte, studierte an der University of California in Berkeley, wo er die abstrakte Kunst für sich entdeckte. Zu Beginn der 1950er Jahre zog er nach Paris, wo er mit anderen amerikanischen Künstlern Fernand Légers Akademie besuchte und wo ihm die Nina Dausset Galerie ihm 1952 seine erste Ausstellung anbot.
Das Licht der Provence inspirierte Francis zu einer Serie mit weißen Arbeiten, wie Other White (1952), die ein Echo seines Krankenzimmers waren. Um 1955 führte er mit Deep Orange and Black, eine drei Meter lange Explosion der Farben à la Jackson Pollock, sein erstes Meisterwerk aus. Mit diesem Werk verabschiedete er sich von Boden und Oberfläche, es gab nur noch ein Stück von Unendlichkeit, eingefangen in einem Bild.
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1953 stieß Sam Francis auf Monets Seerosen im Musée de l'Orangerie, was ihn zu dem Werk In Lovely Blueness (n°1) inspirierte. Dieses Gemälde bot er später dem Centre Georges-Pompidou anlässlich dessen Eröffnung an. Neben Basel Mural (1956-58), Tokyo Mural (1958) und Chase Manhattan Mural (1959) ist es die größte Arbeit des Künstlers. Asiatische Kunst, die Impressionisten und Henri Matisse, der ebenfalls einen Teil seiner Jugend ans Bett gefesselt zubringen musste, hatten großen Einfluss auf Francis. In seinen großformatigen Werken, wie The Whiteness of the Whale (1957) brachen an Wassily Kandinsky und Piet Mondrian erinnernde Farbflecken geradezu aus der Leinwand aus.
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Nach einem in Paris verbrachten Jahrzehnt, beschloss Sam Francis auf Reisen zu gehen. Er besuchte Japan und Mexiko und seine amerikanische Heimat. Durch den Einfluss der 1959 in der Kunsthalle Bern vorgestellten Akte von Matisse, wurde die Farbe Blau omnipräsent in Francis' Werken: als mystische Spirale in Blue Sky (1960), als eine in anthropomorphe Formen verwandelte See in Untitled (1960) oder als molekulare Blue Balls (1960-63).

Doch ist dieses Blau, das überall auftaucht, wirklich so bedeutsam?
"Was in diesen Gemälden zählt, ist nicht das, was gemalt wurde, sondern das, was nicht gemalt wurde", sagte Francis. Weiß ist viel bedeutender als Blau. Weiß ist bewusst, Blau ist unbewusst. Daher wird die Farbe an der äußersten Grenze des Rahmens verteilt, wie in Sail I (1968), um Platz für ein Gesamtvakuum zu schaffen.

1962 kehrte Sam Francis nach Kalifornien zurück. Er zog nach Santa Monica und setzte seine Studien fort. Farben breiten sich in Zellen des Lebens aus, wie beispielsweise in Untitled from the Pasadena box (1964). 1967 fand Francis' erste Retrospektive im Museum of Fine Arts in Houston statt, gefolgt von einer Ausstellung im Centre National d'Art Contemporain in Paris (1968-69).
Sam Francis Arbeiten aus den 1970er Jahren sind durch eine signifikante Geometrisierung der Formen, wie in Untitled Mandala (1975), charakterisiert. Die mystischen Visionen des Malers zeugen vom Einfluss seiner alchemistischen und psychoanalytischen Lesarten: The East is Red (1970) feiert die ekstatische Vereinigung von Farbe und Leere.
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Was in diesen Gemälden zählt, ist nicht das, was gemalt wurde, sondern das, was nicht gemalt wurde.
Ab 1975 teilte Francis regelmäßig die Oberfläche seiner Gemälde. Er produzierte seine poetischste Serie, die gelegentlich in Richtung Monochrom tendierte, wie in La Primavera (1988). In Untitled (1978) ist die Zusammensetzung der farbigen Strahlen perfekt kontrolliert. Der Kontrast zwischen dem weißen Hintergrund und dem Raster aus Blau-, Schwarz-, Rot- und Grüntönen verleiht dem Bildraum einen schillernden Effekt. Große Formate werden mit einer traumhaften Vision geschmückt, die die himmlische Faszination der frühen Tage wiederbelebt, wie in Free Floating Clouds (1980).

Sam Francis starb 1994 im Alter von 71 Jahren und hinterließ einige der repräsentativsten Werke der amerikanischen Kunstszene der Nachkriegszeit. Auf dem Markt wird Francis hoch gehandelt: 2022 wurde Composition in Blue and Black von 1955, das im Zuge der Versteigerung der Paul G. Allen Collection zum Aufruf kam, mit einem erzielten Preis von 13.557.500 US-Dollar (13.747.305 Euro) zum bislang teuersten Werk des Malers auf dem Auktionsmarkt.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 19. Juni 2020

