Mit „Gemälde, Graphik & Skulpturen“ lädt das Kunstauktionshaus Schlosser am 31. März Kunstfreunde und Sammler zum ersten Teil seiner Frühjahrsauktion ein, die an diesem sowie am folgenden Tag in Bamberg stattfinden wird.
Als erstes stehen um 15 Uhr Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen auf dem Programm. Hier kommt auch das am höchsten bewertete Objekt der gesamten Offerte zum Aufruf: Elegante Gesellschaft beim Musizieren des niederländischen Barockmalers Pieter Jacobsz. Codde, der hauptsächlich in Amsterdam tätig war.

Codde ist vor allem für seine kleinformatigen, auf Holz ausgeführten Genreszenen bekannt, in die sich das vorliegende Werk wunderbar einreiht. Wie so häufig hat Codde auch hier musizierende Personen dargestellt. Die vier vornehm gekleideten Damen und zwei Herren sind an einem mit Notenblättern bedeckten Tisch versammelt, um zu singen. Die instrumentale Begleitung erfolgt durch eine Laute und eine Geige. Der Fokus der hübschen Komposition ist auf die Personen gerichtet, während der Hintergrund eine nüchterne Gestaltung aufweist.
Schlossers Offerte umfasst auch spannende Werke zeitgenössischer Künstler. Als ein Highlight ist hier das 250 x 200 cm messende Monumentale Bildnis eines jungen Mannes zu nennen, das 2008 vom französischen Künstler Philippe Pasqua geschaffen wurde.

Der äußerst vielseitige und produktive Pasqua beschäftigt sich mit Malerei, Bildhauerei und Zeichnen, wobei die Malerei sein besonderes Steckenpferd darstellt. In dem vorliegenden Werk wird der Einfluss deutlich, den Lucian Freud und Francis Bacon auf den Autodidakten Pasqua haben, der mit seinem einzigartigen Stil und seiner Themenwahl, mit der er Randgruppen eine Stimme verleiht, zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern seiner Generation gehört.

Im Bereich der Skulptur muss auf diese Bronze Augusto Murer hingewiesen werden, der einer der bedeutendsten italienischen Bildhauer der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Nach dem Zweiten Weltkrieg stürzte sich Murer mit großem Eifer auf die Erneuerung der Kunst in seiner nun demokratischen Heimat. Dabei widmete er seine Werke den grundlegenden Themen des Lebens, wie Liebe, Arbeit, Kampf und Tod. Die vorliegende Bronze Pescatore („Fischer“) ist in diesem Kanon anzusiedeln und stammt aus dem Spätwerk des Künstlers.
Am zweiten Auktionstag, dem 1. April, steht ab 11 Uhr „Kunsthandwerk & Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten“ auf dem Programm. Auch stammt eines der Highlights aus dem Zeitalter des Barock, allerdings aus dessen späterem Abschnitt.

Gemeint ist dieser Hallenschrank aus Nussholz und weiteren heimischen Laubhölzern, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mainz oder Mainfranken ausgeführt wurde und mit zierlicheren Rocaillen und Voluten die leichtete Eleganz des Rokoko widerspiegelt. Neben diesem plastischen Dekor ist der Schrank mit Vasen darstellenden Intarsien und Würfelmarketerie verziert.

Ein modernes Highlight ist dieser Wandteppich nach einem Motiv von Joan Miró. Miró beschäftigte sich wiederholt mit dem Motiv der spanischen Tänzerin (Danseuse espagnole), an dem sich seine Hinwendung zur gegenstandslosen Kunst ablesen lässt. Der vorliegende Teppich wurde nach einem solchen Motiv 1960 in unbekannter Auflage für die Galerie Lucie Weill-Seligmann handgewebt. Die 1930 gegründete Galerie wurde damals zu einem bedeutendem Repräsentanten der modernen Kunst und zeigte Arbeiten von Künstlern wie Picasso, Max Ernst und Jean Arp.

Zum Schluss soll auch dieser Frühlingsbote nicht unerwähnt bleiben: Die Vase Crocus von Emile Gallé von ca. 1897/98. Der schlanke, keulenförmige Korpus aus farblosem Glas ist teilweise mattiert und dunkelviolett überfangen. Mit Einschmelzungen und weiteren Techniken wurde ein umlaufendes Krokus-Dekor in Orange und Blau-Violett eingelassen.
Die Frühjahrsauktion von Schlosser findet am 31. März und 1. April im Auktionshaus, Karolinenstraße 11, in Bamberg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 25.-30. März möglich.
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