Das Abenteuer Rosenthal begann in Selb, einem kleinen Ort in Oberfranken nahe der tschechischen Grenze. Genau dort legte Philipp Rosenthal (1855-1937), nachdem er 1879 gerade von einem Aufenthalt in den USA zurückgekehrt war, den Grundstein für ein kleines Familienunternehmen, das sich der Bemalung von Porzellan verschrieben hatte. Rosenthal zog ins Schloss Erkersreuth und bemalte Weißporzellan, dass man von der benachbarten Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther bezog.

Der Brennvorgang von Porzellan war damals noch immer recht innovativ, doch konnte europäisches Porzellan an Qualität allmählich mit dem originalen Porzellan aus Fernost mithalten, dessen Spuren bis ins 9. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen.
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Seinen ersten kommerziellen Erfolg konnte Rosenthal bereits 1886 mit einem Aschenbecher für Zigarren feiern.

Um unabhängig zu werden, begann Rosenthal fünf Jahre später damit, eigenes Porzellan herzustellen und baut 1897 in Kronach eine weitere Produktionsstätte.
Gut gerüstet startete das Unternehmen ins 20. Jahrhunderts, benannte sich in Ph. Rosenthal & Co. um übernahm die Konkurrenzfirma Thomas in Marktredwitz. Rosenthal beschäftigte nun über 1.200 Mitarbeiter, denen er sogar bezahlten Urlaub gewährte, lange bevor das gesetzlich verankert wurde. Visionär Philipp Rosenthal war seiner Zeit damit weit voraus. Auch ließ er bezahlbaren Wohnraum schaffen, den er an seine Angestellten günstig vermietete und finanzierte Kinderkrippen und Schrebergärten in der Nähe seiner Fabrik.
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1910 war der Auftakt zu einer neuen Ära, als Rosenthal die Erlaubnis erhielt, eine Kunstabteilung zu gründen, ein Privileg, dass bis dato nur den königlichen Manufakturen vorbehalten gewesen war. Im Zuge dieser Erfolgswelle brachte Philipp Rosenthal 1916 das nach seiner zweiten Ehefrau benannte Service Maria auf den Markt. Das aus über 170 Teilen bestehende Service verdiente klassische und romantische Elemente und verzauberte die Welt. Millionenfach verkauft, wurde es zu einem der meistverkauften Tafelservice aller Zeiten.
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Auch in den Jahren unter nationalsozialistischer Herrschaft gingen die Geschäfte gut, obwohl der jüdisch stämmige Philipp Rosenthal 1934 gezwungen wurde, als Chef des Unternehmens zurückzutreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sein Sohn, der ebenfalls Philipp hieß, die Geschäfte und spielte schon bald eine wichtige Rolle für die kommerzielle und künstlerische Entwicklung von Rosenthal.

1953 kaufte Rosenthal Schloss Erkersreuth und ließ das renovierungsbedürftige Gebäude instand setzen. Unterstützung erhielt er dabei von bekannten Künstlern wie Günter Ferdinand Ris und Victor Vasarely, mit denen er bereits zuvor zusammengearbeitet hatte. 1960 wurde in Nürnberg das erste Rosenthal Studio-Haus eröffnet.
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Rosenthal setzte nun verstärkt auf die Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern, darunter Walter Gropius und Tapio Wirkkala, die die Serviceteile durch aufgreifen aktueller Trends und durch ihr künstlerisches Talent über die reine Funktionalität hinaushoben. Die berühmte Rosenthal studio-line war geboren. Auch Andy Warhol wurde für Rosenthal kreativ. Die von ihm geschaffene Serie ist noch immer begehrt und macht 4% des Jahresumsatzes des Unternehmens aus.

In den 1970er Jahren bastelte die Marke weiterhin an ihrer Erfolgsgeschichte und brachte Möbel und dekorative Einrichtungsgegenstände auf den Markt. Mitte der 1980er Jahre, Rosenthal hatte gerade sein 100-jähriges Bestehen feiern dürfen, wurde die Porzellanindustrie von einer ökonomischen Krise getroffen. Um überleben zu können, musste die Produktion eingeschränkt und modernisiert werden. Dafür investierte man bei Rosenthal zwischen 1998 und 2000 30 Millionen Euro, denn nur so konnte sich das Unternehmen gegenüber seinen Mitbewerbern behaupten.
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Als eine bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte erwies sich jedoch die 1992 begonnene Zusammenarbeit mit dem italienischen Modehaus Versace. Im Jahr 2000 übernahm Rosenthal mit Hutschenreuther jene Porzellanfabrik, die es in seinen Anfangsjahren mit Weißporzellan beliefert hatte. Seit 2013 gehört auch die Porzellanmarke Arzberg zu Rosenthal.

Seit 2009 ist Rosenthal Teil der Arcturus Gruppe, dem Marktführer in Sachen Designerstücke für Esszimmer und Küche. Ein der Marke gewidmetes Museum nimmt seine Besucher mit auf die Reise durch Rosenthal spannende und überaus innovative Geschichte, die jedoch noch lange nicht zu Ende ist.
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