Ein seltener Commonwealth-Weinkelch steigerte bei Mallams, einem in Oxford ansässigen Auktionshaus, seinen Schätzpreis um das Neunzehnfache.
Der silberne Weinkelch mit leicht ausgestellter Schale trägt die Herstellermarke „I.G.“ über einem Stern sowie die Gravur „L“ über den Initialen „WM“ an der Seite. Allgemein in gutem Erhaltungszustand, weist das historische Stück lediglich kleinere Bestoßungen und Kratzer auf. Seine Punzen weisen ihn als ein Londoner Erzeugnis aus dem Jahr 1655 aus. Damit wurde er inmitten jener Turbulenten Jahre zwischen der Hinrichtung Charles I. 1649 und der Rückkehr seines Sohnes Charles II. 1660 hergestellt, als der Puritanismus in England herrschte.
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Ohne einen Monarchen auf dem Thron, wollte die puritanische Ideologie allen Verzierungen und Dekorationen ein Ende machen. Daher sind die Silberobjekte aus jener Periode schlicht, ohne dekorative Schnörkel und von zurückhaltender Gestaltung. Laut der Antiques Trade Gazette wurden die meisten Silberobjekte während dieser auf den Bürgerkrieg folgen Jahre eingeschmolzen oder umgearbeitet, meistens in Münzen. Taucht eines dieser seltenen Stücke dann doch einmal auf dem Auktionsmarkt auf, ist das Interesse entsprechend groß.
So geschehen am 16. Juni, als der vorliegende Silberkelch bei Mallams zum Aufruf kam und zahlreiche Telefonbieter anlockte, die den Schätzpreis von 300-500 GBP schließlich auf 9.500 GBP (ca. 11.200 Euro) steigerten.
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