Während sich die frühen schottischen Löffel für gewöhnlich nicht von ihren "Verwandten" in England und Kontinentaleuropa unterscheiden, scheint die Exemplare mit "Scheibe" eine Ausnahme in der Geschichte des Landes zu sein. Experten schätzen, dass diese Löffel frühestens um 1580 gefertigt wurden und beschreiben ihre Form als "einzigartig".
Der Löffel, der nun versteigert wurde, trägt die Punze des Herstellers Gilbert Kirkwood, der in den 1610/20er Jahren tätig war.

Kirkwoods Schaffen wird erstmals in den Aufzeichnungen der Goldschmiedevereinigung von Edinburgh erwähnt, als er 1598 Lehrling wurde und sich 1609 selbstständig machte. Seine Karriere verlief scheinbar recht erfolgreich: 1624 wurde er zum Diakon ernannt und war vermögend genug, um Pilrig Estate zu erwerben. Das 1638 dort erbaute Haus existiert auch heute noch in den Vororten von Edinburgh.
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Kirkwoods Punze findet sich auch auf Kommunionbechern und verschiedenen unikalen Arbeiten sowie auf dem frühesten schottischen Löffel, der aus dem Jahr 1608 stammt. Im schottischen Nationalmuseum wird zudem ein weiterer seiner Scheibenlöffel aufbewahrt, den er um 1611 ausgeführt hat.

In Schottland war die religiöse Organisation des Gewerbes sehr wichtig. In Edinburgh besaß jeder Gewerbezweig einen eigenen Altar in der St. Giles Church, der der Verehrung des jeweiligen Schutzheiligen gewidmet war. Die Meister dieser Bruderschaften wurden Kirkmaster, Godman oder Deacon genannt. Ihre Aufgabe war es, sich um den Altar zu kümmern sowie den Kaplan bei bestimmten Anlässen und Feierlichkeiten zu unterstützen.
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Die Händlergilden waren das Resultat aus religiösen Bruderschaften, die sich aus einer Notwendigkeit heraus zu weltlichen Bruderschaften entwickelt hatten. Aufgrund der religiösen Funktion überwog der gemeinschaftliche Aspekt des Handels und mit der Zeit entwickelten sich viele Verbindungen zu reinen Wohltätigkeitsorganisationen, von denen einige, darunter die Goldsmith Corporation of the City of Edinburgh, der auch Kirkwood angehörte, bis heute bestehen.

In den vorliegenden Löffel, der etwas jünger ist, als das Exemplar im National Museum, sind die Initialen "SCI" auf der Scheibe und "DBS" auf der Rückseite eingraviert. Letzten Monat kam er bei einer Auktion in Edinburgh zum Aufruf, wo der von einem anonymen Bieter gezahlte Preis von 21.000 GBP (23.500 Euro) den Schätzpreis von 3.000-5.000 GBP (3.600-5.600 Euro) weit hinter sich ließ.
2012 war ein weiterer Scheibenlöffel von ca. 1650 für eine ähnliche Summe, 22.000 GBP, versteigert worden. Wie die eingravierten Initialen verrieten, gehörte er einst Best Boyd, der Tochter des Erzbischofs von Glasgow, James Boyd.
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