Stirbt ein Meister seines Fachs, so wie vor Kurzem Modeikone Karl Lagerfeld, beginnt eine Phase des kollektiven Trauerns. Dabei ist es egal, ob die verstorbene Person ein Künstler, Designer, Aktivist, Musiker oder Schauspieler war, ihr Dahinscheiden wirkt sich enorm auf die Gesellschaft aus: Andere berühmte Leute erzählen von ihrer persönlichen Beziehung zum Verstorbenen, eine Fülle von Posts ergießt sich in den Sozialen Medien, Gedenkartikel werden geschrieben, Videos gesendet, Stiftungen gegründet und möglicherweise wird in jedem darauffolgenden Jahr am Todestag der jeweiligen Person gedacht.

Zu all diesen Dingen gesellt sich schließlich noch eine weitere: Der Preisanstieg für mit der verstorbenen Person verbundenen Objekte - ein Phänomen, für das es mehr als nur einen Grund gibt.
Durch den Tod eines Künstlers ergibt sich die Möglichkeit, dessen Werk in seiner Gesamtheit einschätzen zu können. Es stellt sich nicht länger die Frage, welche Richtung sein Stil als nächstes einschlagen wird.
Hinzu kommt die Gewissheit, dass es nun keine weiteren Kreationen des Verstorbenen geben wird. Die Fans und alle anderen "geraten nun unter Druck", so schnell wie möglich eines dieser nun definitiv limitierten Objekte ergattern zu müssen. Und wie überall in der freien Marktwirtschaft bedeutet dies: Mit steigender Nachfrage steigen auch die Preise.

Nach dem Tod Karl Lagerfelds am 19. Februar 2019 verzeichnete Barnebys einen enormen Anstieg für Suchanfragen mit den Schlagwörtern "Chanel" und "Karl Lagerfeld". Verglichen zum Vortag machten die Suchanfragen für Chanel einen gewaltigen Sprung nach vorn auf Platz 11 der populärsten Suchbegriffe. Noch am Tag zuvor dümpelte Chanel dreißig Plätze dahinter.
Pontus Silfverstolpe, Mitgründer von Barnebys, erklärt, dass dieser deutlich Anstieg in den Suchanfragen nach dem Tod eines Künstlers oder Designers ein sich wiederholendes Phänomen sei.
Doch nicht nur ein so trauriges Ereignis wie das Ableben eines Designers hat in den letzten Jahren für einen Anstieg der Preise für Mode und Vintage Objekte auf dem Sekundärmarkt gesorgt.

Seit einige Jahren ist ein enormer Hunger nach Designerstücken aus Fernost zu bemerken. Dazu Pontus Silfverstolpe: "Auch wenn der Boom für Mode und Vintage in China seinen Höhepunkt im Jahr 2014 hatte, ist ein weiterer Anstieg der Nachfrage und Preise für diese Objekte in den letzten Jahren zu bemerken. Vor allem Handtaschen und Schmuck der großen Modehäuser wie Chanel, Hermès, Dior oder Gucci sind begehrt. Und auch wenn der Preisanstieg vor allem durch den asiatischen bzw. chinesischen Markt ausgelöst wurde, lässt sich auch für Europa und Amerika ein gesteigertes Interesse an Käufen im Internet und dem Sekundärmarkt verzeichnen."
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