Bald ist es wieder soweit und Uppsala Auktionskammare hält seine internationale Qualitätsauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst ab. Der Katalog ist gut gefüllt mit großen Namen wie Arne Jacobsen, Tora Vega Holmström, Lucio Fontana, Charles und Ray Eames und vielen mehr.
Am 18. November haben Sie die Möglichkeit, auf Möbel, Schmuck und Textilien mitzubieten, deren Schöpfer u. a. Uno Åhrén, Axel Einar Hjorth, Edvin Öhrström, Vivianna Torun Bülow-Hübe und Märta Måås-Fjetterström heißen.

...oder Axel Salto. Salto (1889-1961) wurde im Alter von 20 Jahren an der Dänischen Akademie der bildenden Künste in Kopenhagen aufgenommen, wo er vier Jahre studierte um Maler zu werden. Schließlich entschied er sich jedoch für eine anderes Medium: Keramik. Nur wenige Jahre, nachdem er sich für diesen Richtungswechsel entschieden hatte, hatte er seinen großen Durchbruch, als seine Arbeiten 1925 auf der Weltausstellung in Paris im dänischen Pavillon gezeigt wurden. Salto ließ sich von der Natur inspirieren, wobei er den Fokus auf die Oberfläche der Objekte legte, die eine gerippte oder knospende Struktur aufweisen. Sammler dieser heute sehr populären Vasen dürfen sich freuen, denn bei Uppsala Auktionskammare kommen gleich fünf von ihnen zum Aufruf.

1965 begann die französisch-amerikanische Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930-2002) ihre berühmten farbenfrohen und verspielten Skulpturen zu schaffen, die sogenannten "Nanas". Eine Karriere als Künstlerin hatte Saint Phalle ursprünglich nicht ins Auge gefasst und stattdessen als Fotomodell gearbeitet. Doch schließlich entdeckte sie ihre kreative Begabung, bei deren Umsetzung die Weiblichkeit im Mittelpunkt stand. Ihre Nanas wurden zu Ikonen und symbolisieren Mutterschaft, Weiblichkeit und Befreiung. So wie die anderen Nanas drückt auch Mini Nana Acrobate von 1968 Verspieltheit und Stärke aus.
Am 19. November kommen Werke von schwedischen und internationalen Künstlern zum Aufruf, darunter Sigrid Hjertén, Bror Hjorth, Nils Dardel, Victor Vasarely, David Hockney und Tom Wesselmann.

Obwohl ihm – wie so vielen anderen – der Ruhm zu Lebzeiten verwehrt blieb, wird Otto G. Carlsund (1897-1948) heute als einer der faszinierendsten und wegweisendsten Künstler der schwedischen Kunstgeschichte betrachtet. Mit einem Auge fürs Detail schuf er die erstaunlichsten Kompositionen. Während eines Aufenthaltes in New York 1927, hörte er eine Kinoorgel spielen, deren tiefen Töne ihm als optische Wellenlinien erschienen. Von da an Begann er, Musik in seinen Kompositionen darzustellen. Eine dieser Kompositionen ist Horisontal komposition för ljus matsal ("Horizontale Komposition für ein helles Esszimmer") von 1928, das aus geraden Linien, Winkeln und runden Formen zusammengefügt wurde. Wie das Gemälde belegt, verstand Carlsund es vortrefflich, Farben und Formen zu einer vollkommenen Symphonie miteinander zu verbinden.

Der polnische Maler Aleksander Kobzdej (1920-1972) war im Laufe seiner Karriere, die nach einem Architekturstudium in Lemberg und Danzig an der Krakauer Akademie der Schönen Künste im Fach Malerei begann, verschiedenen Strömungen zugeneigt. Nachdem er sich zunächst dem Post-Impressionismus zugewandt hatte, malte ab den 1940er Jahren im Stil des Realismus, am Ende des Jahrzehnts im Stil des Sozialistischen Realismus. Nachdem er in den 1950er Jahren an nationalen Ausstellungen in seiner Heimat Polen teilgenommen hatte, wurden einige seiner Arbeiten 1964 auf der documenta III gezeigt. Zu jenem Zeitpunkt hatte sich Kobzdej vom Sozialistischen Realismus wieder ab- und exotischeren Kompositionen zugewandt, für die er sich auf seinen Reisen nach China und Vietnam inspirieren ließ. Das vorliegende Ölgemälde Cocon d’Or stammt aus dem Jahr 1963.

In den 1970er Jahren war Andy Warhol (1928-1987) einer der bekanntesten Künstler New Yorks und verkehrte mit den Reichen und Berühmten, die er auch in seinen Werken darstellte. Als ihn der italienische Kunsthändler Luciano Anselmino damit beauftragte, eine Serie mit "unpersönlichen und anonymen" Bildern von Transgender-Personen zu schaffen, tauchte plötzlich eine neue soziale Gruppe in Warhols Werk auf. 1975 begann Warhol damit, Menschen zu fotografieren, mit denen er in der Gilded Grape Bar, einem beliebten Treffpunkt für New Yorks schwarze und hispanische Transgender und Drag Queens, in Kontakt gekommen war. Einige der 500 so entstandenen Porträtaufnahmen wurden später zu Siebdrucken "weiterverarbeitet", die Warhol zusätzlich übermalte. Eines der Porträts zeigt Helen/Harry Morales, die ihre Polaroids einmal mit "Helen Morales" und einmal mit "Harry Morales" unterschrieb. Warhols Ladies and Gentlemen-Reihe bot einen wichtigen Einblick in die Transgender-Szene in den späten 1970er Jahren.

Zum ersten Mal auf dem Auktionsmarkt angeboten wird das Gemälde Écluse sur la Meuse ("Schleuse an der Maas"), das sich seit seinem Erwerb in der Galerie Hervé in Paris im Jahr 1962 in schwedischem Privatbesitz befindet. Gemalt worden war es in jenem Jahr von Bernard Buffet (1928-1999), der für seine Landschaften und Stillleben, aber auch für seine Porträts. Zu einer Zeit, in der die abstrakte Kunst in der Kunstszene dominierte, schloss sich Buffet der Künstlergruppe L'homme Témoin an, die sich gegen die nichtfigurative Kunst aussprach und das Gegenteil davon präsentierte. Écluse sur la Meuse ist ein schönes Beispiel für Buffets Stil, der von eckigen schwarzen Konturlinien, einer begrenzten Farbpalette und kräftigen Pinselstrichen geprägt ist.
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