Ur-Porsche rast rasant am Rekord vorbei

Die Versteigerung des letzten Ur-Porsche sollte ein Highlight der Classic Car-Auktion vom RM Sotheby's in Monterey werden. Stattdessen sorgte eine falsche Preisangabe für Rätsel und Verwirrung.

1939 Porsche Typ 64 | Foto: ©2019 Courtesy of RM Sotheby's (Detail)
1939 Porsche Typ 64 | Foto: ©2019 Courtesy of RM Sotheby's (Detail)

Die Auktionen von RM Sotheby's im kalifornischen Monterey gehören zu den Highlights des Jahres für Freunde von Classic Cars. Auch am vergangenen Wochenende gab es wieder einiges zu bestaunen und ersteigern, inklusive James Bonds berühmten Aston Martin DB5, der am 15. August den Markenrekord knackte.

Ein ähnliches Szenario war einen Tag später auch für ein weiteres Highlight-Auto angedacht gewesen: Die Versteigerung des "Ur-Porsche" vom Typ 64 aus dem Jahr 1939, dem ersten von Ferdinand Porsche konzipierten Auto, das den berühmten Porsche-Schriftzug trägt.

1939 Porsche Typ 64 | Foto: ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
1939 Porsche Typ 64 | Foto: ©2019 Courtesy of RM Sotheby's

Bereits im Vorfeld der Auktion hatte der Wagen in der Automobilwelt für Aufsehen gesorgt. Vor allem war in Frage gestellt worden, ob man tatsächlich vom "Ur-Porsche" sprechen könne, da die meisten der dafür verwendeten Teile sowie der Motor von Volkswagen stammten und die eigentliche Porsche AG erst neun Jahre später gegründet wurde, mit dem Porsche 356 als ersten "echten" Porsche. Auch der Porsche-Schriftzug ist erst nachträglich im Jahr 1948 angebracht worden.

1939 Porsche Typ 64 | Foto: ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
1939 Porsche Typ 64 | Foto: ©2019 Courtesy of RM Sotheby's

Der in Monterey angebotene Wagen ist der letzte existierende von jenen drei, die Ferdinand Porsche 1939 für das geplante Rennen Berlin-Rom konzipiert und gebaut hatte. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte das Rennen. Der Wagen wurde stattdessen von Ferdinand Porsche und seinem Sohn Ferry als Privatwagen genutzt und gehörte anschließend bis 1995 dem österreichischen Rennfahrer Otto Mathé.

Internationales Österreichisches Alpenstraßenrennen, 24./25. Juni 1950 | Foto: Otto Mathé via RM Sotheby's
Internationales Österreichisches Alpenstraßenrennen, 24./25. Juni 1950 | Foto: Otto Mathé via RM Sotheby's

Der jetzige Besitzer wollte in Monterey gerne mindestens 20 Millionen USD für den "Ur-Porsche" einnehmen - ein Traum, der auch einer blieb, denn bei der Auktion ging gehörig etwas schief.

Dabei sah alles zunächst so gut aus: Der Porsche wurde angekündigt und fuhr unter Beifall in den Auktionssaal ein. Die Gebotsabgabe begann bei 13 Millionen USD, die jedoch als 30 Millionen USD auf der Anzeigetafel erschienen. Erste Unruhe und Gelächter machte sich breit, auch als die Gebote in 10 Millionen USD-Schritten bis auf 70 Millionen USD anstiegen. Erst dann bemerkte der Auktionator den Fehler und korrigierte sich herunter auf 17 Millionen USD, die nun auch auf der Anzeigetafel erschienen. Das Publikum reagierte von amüsiert über irritiert bis verärgert, einige potenzielle Bieter verließen den Saal, Gebote gab es keine mehr und der Wagen blieb, da die 20 Millionen USD-Grenze nicht geknackt worden war, unverkauft.

Was war geschehen? Einige sprechen von einem schlechten Scherz, andere von einem offenbar missglückten psychologischen Trick, der die Gebotsabgabe ankurbeln sollte, als der Preis statt bei 70 Millionen "nur noch" bei 17 Millionen USD lag. Der Auktionator selbst gab hinterher an, möglicherweise undeutlich gesprochen zu haben. Wie dem auch sei, die Fachwelt ist empört.

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